Wie aus der Krise?

19. Dezember 2011 07:51; Akt: 19.12.2011 08:24 Print

«Geldpolitik kann nicht alles machen»

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, hat ein stärkeres Engagement der EZB in die Bewältigung der Staatsschuldenkrise abgelehnt. Er appelliert an die Regierungen.

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Mario Draghi, der Präsident der Europäischen Zentralbank warnt davor, zu grosse Hoffnungen in Geldspritzen zu setzen. (Bild: Keystone)

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Der Italiener Mario Draghi gab am 14. Dezember der «Financial Times» ein ausführliches Interview. Dieses wurde letzten Sonntag auszugsweise veröffentlicht. Draghi sagte: «Geldpolitik kann nicht alles machen. » Und: Es sei an den Regierungen, mit Haushaltsdisziplin und Strukturreformen die Märkte zu überzeugen.

Auch gebe es kein Renditeziel für Anleihen, bei dessen Überschreiten die EZB mit Käufen eingreife. Die EZB müsse sich an die Vorgaben der EU-Verträge halten, die ein Verbot der monetären Staatsfinanzierung enthielten.

Die Warnung des Präsidenten

Der EZB-Präsident warnte auch davor, allzu grosse Hoffnungen in die neue Geldspritze zu setzen, die die Währungshüter den Geschäftsbanken geben wollen.

Er glaube nicht, dass die Institute mit dem frischen Geld zwingend Anleihen europäischer Staaten kaufen und so deren Notlage verbesserten, sagte er unter Bezugnahme auf das in der kommenden Woche anstehende Refinanzierungsgeschäft mit dreijähriger Laufzeit.

Dämpfer für Optimisten

«Die Banken werden entscheiden, was am besten für sie ist. Eine Erwartung ist, dass sie damit die Realwirtschaft finanzieren, vor allem kleine und mittelgrosse Unternehmen», sagte er.

Mit seiner Aussage dämpfte Draghi die Hoffnungen der Optimisten an den Finanzmärkten. Sie setzen darauf, dass die Banken das EZB- Geld ab Mittwoch direkt in Staatsanleihen investieren und so helfen, die Euro-Krise abzuschwächen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Anton Berger am 21.12.2011 15:58 Report Diesen Beitrag melden

    Das Ende!

    Wieso durchschauen nur so wenige das Spiel, das mit der «Euro-Rettung» gespielt wird? Was wird da gerettet? Bisher wird lediglich Zeit gewonnen... das unausweichliche Ende herausgeschoben. Vielleicht solange, dass vorher noch all die fetten Bonis ausbezahlt werden können? Das unendliche Gelddrucken hat für «das Volk» lediglich den Effekt, dass sich sein Vermögen, seine Guthaben, seine Renten, seine 2.- und 3.-Säulen-Guthaben ein Dampf auflösen. Zu schwarz gemalt? Dann schaut mal in der Geschichte etwas zurück...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Anton Berger am 21.12.2011 15:58 Report Diesen Beitrag melden

    Das Ende!

    Wieso durchschauen nur so wenige das Spiel, das mit der «Euro-Rettung» gespielt wird? Was wird da gerettet? Bisher wird lediglich Zeit gewonnen... das unausweichliche Ende herausgeschoben. Vielleicht solange, dass vorher noch all die fetten Bonis ausbezahlt werden können? Das unendliche Gelddrucken hat für «das Volk» lediglich den Effekt, dass sich sein Vermögen, seine Guthaben, seine Renten, seine 2.- und 3.-Säulen-Guthaben ein Dampf auflösen. Zu schwarz gemalt? Dann schaut mal in der Geschichte etwas zurück...