Ende der Goldrallye?

02. April 2013 09:31; Akt: 02.04.2013 11:41 Print

«Gold lässt sich nicht vernichten»

von S. Sturzenegger - Ist Gold immer noch Gold wert oder verliert das Edelmetall an Attraktivität? Rohstoffexperte Martin Arnold über den Zauber, den Stellenwert und das Ende von Gold.

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Herr Arnold, man sagt, etwas ist Gold wert, wenn etwas einen grossen Wert hat. Stimmt diese Aussage noch?
Martin Arnold: Gold ist nach dem Gewicht gemessen immer noch der wertvollste Rohstoff der Welt. Und es gibt keine Anzeichen dafür, dass sich dies ändern wird.

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Der Goldpreis ist in letzter Zeit unter Druck geraten und hat mehr als 5 Prozent eingebüsst.
Wir bewegen uns hier auf einem sehr hohen Niveau. Von der letzten Dekade sind wir uns gewohnt, dass der Goldpreis nur eine Richtung kennt – nach oben. Dieser Trend hat sich gewendet.

Warum?
Investoren und Hedgefonds haben letztes Jahr viel Gold verkauft. Auch die europäischen Zentralbanken und die US-Fed haben im neuen Jahr begonnen, Gold zu veräussern.

Was ist der Grund?
Gold galt in der Krise gegenüber Aktien als sichere Anlage. Offenbar glaubten sowohl Investoren als auch Notenbanken, das Schlimmste in der Finanz- und Wirtschaftskrise sei vorbei. Ich fürchte aber, viele waren zu früh zu optimistisch, wie wir sehen – deshalb hat sich der Goldpreis schon wieder gefangen.

Was ist passiert?
Die Verunsicherung an den Märkten ist immer noch gross. Die Rettungsaktion in Zypern ist das beste Beispiel dafür. Gleichzeitig haben die Zentralbanken in den Schwellenländern in diesem Jahr schon ausgiebig Gold gekauft, weil es günstig ist und Leitwährungen wie der US-Dollar und der Euro abgewertet wurden.

Investoren wie George Soros sollen ihre Goldanteile reduziert haben. Insgesamt sind Bestände um 110 Tonnen zurückgegangen. Ahmen die Anleger sich blind nach?
Ich weiss nicht, ob sie alle Soros kopieren, oder ob es ihre eigene Einschätzung war. Aber nur weil Soros Gold verkauft, ist der Wert dieses Rohstoffs noch nicht verloren. Tatsache ist auch: Noch nie haben Investoren und Hedgefonds so viel Gold gehortet wie heute, nämlich rund 150 Billionen Dollar.

Wie wird sich der Preis entwickeln?
Ich gehe davon aus, dass er vom aktuellen Stand von knapp unter 1600 US-Dollar pro Unze auf über 1700 Dollar steigen wird.

Was macht Sie so optimistisch?
Die Nachfrage nach Gold ist immer noch sehr gross, und das bei einem beschränkten Angebot. Die geförderte Menge wächst jährlich lediglich um fünf Prozent. Und Gold wird immer rarer.

Wer kauft denn das Gold?
Die Inder und die Chinesen, überhaupt ist in den Schwellenländern Gold sehr gefragt. Dort sind nicht nur die Zentralbanken an Gold interessiert, sondern auch Privatleute. Für sie ist Gold eine traditionelle und sichere Form des Investments. Die wachsende Mittelschicht in Indien und China kauft immer mehr Goldschmuck, Barren und Münzen.

Wie gross ist ihr Anteil?
Es ist der grösste Anteil. 45 bis 50 Prozent des gesamten Goldbestandes der Welt sind in den Händen von Privatbesitzern in den Schwellenländern. Das ist dort Big Business. Die Leute sind sich dort noch gewohnt, mit Gold auf dem Markt umzugehen.

Wie meinen Sie das?
Gold ist dort noch ein echter Warenwert. Ich habe das in der Türkei auf einem Basar erlebt. Es gibt ganze Kaufhäuser für den Goldhandel. In den Läden läuft Bloomberg-TV. Die Händler wissen genau, wie hoch der Goldpreis ist, von der Schwäche spüren sie nichts.

Wann haben wir kein Gold mehr?
Wir werden immer Gold haben, denn es lässt sich nicht vernichten oder in Energie umwandeln, wie zum Beispiel Öl. Aber man rechnet damit, dass in 10 bis 20 Jahren alles Gold aus dem Boden geholt wurde.

Was passiert dann?
Immer mehr Leute werden das vorhandene Gold kaufen wollen. Das wird interessant, ich kann nicht sagen, was genau passiert. Sicher ist aber schon jetzt: Die Förderung von Gold wird teurer, weil man immer tiefer graben muss. Heute kostet es im Schnitt 800 Dollar, eine Unze Gold zu schürfen. Es gibt auch Minen, bei denen die Unze 1400 bis 1500 Dollar kostet. Sie sehen: Es gibt mehr Faktoren, die den Goldpreis in die Höhe treiben, als dass sie ihn senken.

Die Schweiz hat Goldreserven von mehr als 1000 Tonnen. Was bedeutet das für unser Land?
Das bedeutet, dass die Schweiz nach wie vor zu den reichsten Ländern der Welt gehört. Und da ich davon ausgehe, dass der Goldpreis weiter steigt, steht die Schweiz gut da.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Wolfram Barren am 04.04.2013 13:58 Report Diesen Beitrag melden

    Gold? Wo? In der Schweiz? Hohohohohohooo

    Es hat ja gar kein Gold mehr, nicht mal die ABN Amro kann welches verkaufen, die UBS hat auch schon lange keins mehr, (bereits letztes Jahr hatten die schon den Verkauf abgeblockt) und unsere CS hat ja auch nur noch Blei im Keller. Wohl bekomms. Wann begreift Ihr es endlich: Eure Heimat ist schon lange verkauft Eure Goldreserven sind Buchwerte und wisst Ihr was man mit Buchwerten macht: Ihr könnt sie zeichnen, Eure Reserven!

  • Hans B. Etter am 02.04.2013 09:51 Report Diesen Beitrag melden

    Vernichtung: Doch!

    Das mit der Vernichtung stimmt nicht ganz: Gold wird schliesslich auch in Industrieprodukten verbaut, die schliesslich auf dem Müll landen. Ein Teil davon wird wohl recycelt, das meiste aber ist endgültig verloren - oder welche Kehrichtverbrennunsanlage leistet sich schon ein System zur Extraktion von Gold für ein paar Gramm Gold pro Tag?

    einklappen einklappen
  • Klaus am 02.04.2013 17:15 Report Diesen Beitrag melden

    Wers glaubt ist selbst Schuld

    Wers glaubt ist selbst Schuld. Wenn ein Edelmetal eine Chance hat, dann ist es speziell Gold. Der Preis hat sich in den letzten zehn Jahren VERDREIFACHT! Mit der Tendenz der (privaten) Notenbanken immer mehr Geld zu drucken, wird der Goldpreis weiter steigen. Bei einem Crash des Euros wird der Goldpreis steigen, bei einem Crash des Dollars wird der Goldpreis steigen. Länder wie China investieren massiv in Gold. Wer sich Gold nicht leisten kann, der sollte sich Silber kaufen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Max Niderurner am 05.04.2013 23:59 Report Diesen Beitrag melden

    und weg ist der Glanz

    "Gold lässt sich nicht vernichten" falsch, man kann es mit Protonen beschiessen, dann verwandelt es sich in Quecksilber.

  • Wolfram Barren am 04.04.2013 13:58 Report Diesen Beitrag melden

    Gold? Wo? In der Schweiz? Hohohohohohooo

    Es hat ja gar kein Gold mehr, nicht mal die ABN Amro kann welches verkaufen, die UBS hat auch schon lange keins mehr, (bereits letztes Jahr hatten die schon den Verkauf abgeblockt) und unsere CS hat ja auch nur noch Blei im Keller. Wohl bekomms. Wann begreift Ihr es endlich: Eure Heimat ist schon lange verkauft Eure Goldreserven sind Buchwerte und wisst Ihr was man mit Buchwerten macht: Ihr könnt sie zeichnen, Eure Reserven!

  • thomas am 03.04.2013 13:25 Report Diesen Beitrag melden

    Goldwert unerheblich

    Der Goldpreis ist eigentlich gar nicht so wichtig. Wichtig ist es, es im Fall der Fälle zu besitzen. Wenn man nur soviel kauft wie man sich ohne Not leisten kann und es als Versicherung für Worst-Cases ansieht, dann zahlt man einen Einmalbetrag und kann es, wenn man es nciht benötigt, vererben oder vor dem Erbe erbunwirksam verschenken. Wenn man also dynastisch denkt, hat man es und hofft es nie zu brauchen. Und das ist der Wert des Goldes (Silbers). Günstige Preise daher eher zum Kaufen nutzen. Aber halt nur soviel, wie man auch wirklich langfristig entbehren kann.

  • R. S. am 03.04.2013 00:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meeresgrund

    Das meiste Gold liegt in den Meeren. Allerdings weiss man noch nicht so genau, wie man es einigermassen günstig fördern kann. Das gleiche gilt fuer seltene Erden davon hat China aber bereits so eine Art Monopol.

  • Klaus am 02.04.2013 17:15 Report Diesen Beitrag melden

    Wers glaubt ist selbst Schuld

    Wers glaubt ist selbst Schuld. Wenn ein Edelmetal eine Chance hat, dann ist es speziell Gold. Der Preis hat sich in den letzten zehn Jahren VERDREIFACHT! Mit der Tendenz der (privaten) Notenbanken immer mehr Geld zu drucken, wird der Goldpreis weiter steigen. Bei einem Crash des Euros wird der Goldpreis steigen, bei einem Crash des Dollars wird der Goldpreis steigen. Länder wie China investieren massiv in Gold. Wer sich Gold nicht leisten kann, der sollte sich Silber kaufen.