Telefonzelle der Zukunft

11. Februar 2011 07:27; Akt: 11.02.2011 10:06 Print

«Ich dachte, es sei eine Toilette»

von Stefanie Saxer/Marion Bangerter - In Luzern steht eine Telefonkabine, die auch zum Surfen und Drucken geeignet ist. 20 Minuten Online hat das neue Büro für unterwegs unter die Lupe genommen.

Passanten in Luzern äussern sich zum Minibüro im Bahnhof in Luzern (Kamera: Stefanie Saxer; Interview/Schnitt: Marion Bangerter)
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Neugierig nahmen Passanten den neuen Rückzugsort für Arbeitswütige am Bahnhof Luzern in Augenschein, das die Swisscom am vergangenen Sonntag unter dem Namen OpenWorkBox lanciert hatte. Bei einer Umfrage von 20 Minuten Online stösst die Arbeitszelle grundsätzlich auf positives Feedback – auch wenn sie manche mit einer öffentlichen Toilette verwechselten.

Umfrage
Die Swisscom testet derzeit die Telefonzelle der Zukunft, eine Art öffentliches Kleinstbüro. Würden Sie ein solches Angebot nutzen?
17 %
60 %
23 %
Insgesamt 7025 Teilnehmer

Internetcafé günstiger

Nebst Drucker, Kopierer und Highspeed-Internet-Verbindung befindet sich entgegen den Erwartungen aber kein Computer im Kleinstbüro. Dass man seinen eigenen Laptop mitbringen muss, zeigt, für welche Zielgruppe dieses Angebot gedacht ist: für pendelnde und Ruhe suchende Geschäftsleute.

Im Vergleich zu einem Internetcafé scheinen 14 Franken pro halbe Stunde zusätzlich zu 90 Franken Jahresbeitrag jedoch überteuert: «Dort kriege ich immerhin noch einen Kaffee dazu serviert», bemerkte ein junger Mann. Auch sind aufgrund der nötigen Registrierung und Reservierung über die Webseite keine spontanen Besuche möglich. Damit wird aber auch ein Missbrauch in Form von Vandalismus praktisch ausgeschlossen. Eine Zahlung per Kreditkarte will die Swisscom nach den Auswertungen der Feldstudie Ende März prüfen.

Wie viele Personen sich bisher bereits für die Arbeitszelle der Zukunft registriert haben, wollte die Swisscom gegenüber 20 Minuten Online nicht sagen. Ebenso blieb offen, wieso das neue Projekt zwar in Luzern, Basel und Bern, nicht aber in Zürich getestet wird.

Mobiles Arbeiten im Trend

In der «Telefonzelle der Zukunft» lud deren Erfinder Andreas Lehmann zu einer spontanen Videokonferenz mit seinem Kollegen bei Swisscom, Stefan Mauron. «Wir sehen den Trend, dass zunehmend Arbeitsplätze aufgelöst werden. Das Gegenstück dazu soll die OpenWorkBox sein – eine Oase der Ruhe», sagte der Verantwortliche für Innovationen im Mobile-Bereich aus der multifunktionalen Arbeitszelle in Bern. Der Praxistest wird nun zeigen, ob Geschäftsleute tatsächlich Ruhe und Privatsphäre an einem so exponierten Ort wie einem Hauptbahnhof finden. Und ob die drei Fenster der Box, an denen sich Neugierige die Nase plattdrücken, nicht als störend empfunden werden.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Josef Ehrsam am 11.02.2011 21:07 Report Diesen Beitrag melden

    Am Markt vorbei geplant

    Laptop muss eh mit und das MobileInternet kostet nur Fr. 3.50/Tag. Also der einzige Vorteil ist der Drucker. Für dieses Geld kann ich mir aber einen eigenen Drucker kaufen.

  • Nomade am 11.02.2011 12:42 Report Diesen Beitrag melden

    Am Ziel vorbei!

    Die Swisscom ist mit diesem Angebot definitiv an den Bedürfnissen vorbeigerasselt. Anstatt sich mit 90.- Jahresgebühr, 28.- pro Stunde Benutzungszeit und mühsamer Reservation rumzuärgern kauft sich wohl jeder der ernsthaft unterwegs arbeiten muss und Internetzugang braucht nen UMTS-Stick mit entsprechendem Datenabo. Den Laptop muss man ja sowieso selber rumschleppen und Privatsphäre ist in der Box auch nicht gegeben. Da ist man wohl besser bedient mit einem 1. Kl. Ticket irgendwo in einen Zug einzusteigen oder direkt eine Parkbank oder den Wartesaal als mobiles Büro zhu nutzen.

  • Luca Petrecca am 14.02.2011 12:09 Report Diesen Beitrag melden

    Workaholics

    Unglaublich, dass man nun sogar kleine Büros an Bahnhöfen baut. Leute, welche dies nötig haben, brauchen Hilfe!

Die neusten Leser-Kommentare

  • nuur am 16.02.2011 13:25 Report Diesen Beitrag melden

    mich würde es "gruse"

    mich würde ein Büro, welches für so viele verschiedene Menschen öffentlich ist schlicht und einfach "gruse". Wer weiss was da alles getrieben wird in so einer Zelle? :-)

  • timo s. am 14.02.2011 21:59 Report Diesen Beitrag melden

    Und tschüss Drucker

    haha gute idee aber nach 5 minuten hat einer alles geklaut :D

  • Hanspeter am 14.02.2011 16:24 Report Diesen Beitrag melden

    Wirklich ein Bedarf?

    So wie ich das verstehe, ist das einzig brauchbare der Drucker... Aber wozu? Um noch einen wichtigen Brief in den nächsten Briefkasten zu stecken, was ist denn noch so wichtig, dass es eilig in den Briefkasten muss? Übers Handynetz mit dem Laptop kostet pro Monat 59.--. Viel mehr brauche ich nicht...

  • Fred am 14.02.2011 12:34 Report Diesen Beitrag melden

    kaum interessant

    Im Zug hats doch Businessabteile mit Wlan...Smartphone etc. hat sogar jedes Kind...an Flughäfen wo man durch den Flug Stundenlang in der Kommunikation unterbrochen wird macht es ja Sinn...aber an Bahnhöfen? Zürich HB und dann auch am Bahnhof Wettingen oder Bümpliz?? Kaum vorstellbar.. und dann noch die hohe Preisbarriere. Einfach nur lächerlich. Da macht wahrscheinlich ein Zulieferer der Box wieder mächtig Klotz weil das Swisscom als halbprivates Unternehmen nur wenig bedenken bezüglich Risiko vs. Gewinn haben muss.

  • Luca Petrecca am 14.02.2011 12:09 Report Diesen Beitrag melden

    Workaholics

    Unglaublich, dass man nun sogar kleine Büros an Bahnhöfen baut. Leute, welche dies nötig haben, brauchen Hilfe!