Sawiris

26. Januar 2011 23:01; Akt: 26.01.2011 22:01 Print

«Ich habe keine Angst vor den Islamisten»

von Valeska Beck - Der Hotelbauer Samih Sawiris sieht trotz der heftigen Unruhen in Ägypten keine Gefahr für seine millionenschweren Hotelprojekte.

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Sein Mega-Hotelprojekt in Andermatt (siehe Box) ist bei weitem nicht das einzige Gross-Investment. Sawiris hat in Hotels in islamischen Ländern wie Ägypten, Oman oder Jordanien insgesamt 750 Millionen Franken investiert.

Herr Sawiris, Sie besitzen zahlreiche Hotelanlagen in Ägypten. Fürchten Sie angesichts der aktuellen Ausschreitungen um Ihre Investments?
Samih Sawiris: Nein. Es wird erst zum Problem, wenn sich die Proteste wiederholen.

Waren Sie auch nicht besorgt, als an Neujahr Islamisten Christen in Ägypten angriffen?
Jeder Tote ist dramatisch. Die Mehrheit der Moslems war sehr betroffen. Das zeigt, dass die fundamentalistische Minderheit die Massen nicht gewinnt.

Sie investieren Millionen in islamischen Ländern. Befürchten Sie nicht, dass nach den Unruhen Fundamentalisten an die Macht kommen?
Nein. Ich investiere in Ägypten mehr als in Andermatt. Das würde ich nicht tun, wenn ich Angst vor den Fundamentalisten hätte.

Warum sind Sie so gelassen?
Christen hatten nie Probleme mit Moslems. Schlimm ist, dass die Fundamentalisten immer lauter werden. Deshalb glauben viele, dass alle Ägypter fundamentalistisch sind.

Wollen Europäer deshalb nicht mehr nach Ägypten kommen?
Das kann ich nicht beurteilen. Aber gut informierte Leute ­wissen, dass es in den touristischen Gegenden keine Spur von Fundamentalismus gibt.

Trotzdem: Die westliche Kultur ist freizügig, der Islam gilt als konservativ. Gibt es keine Konflikte in Ihren Hotels?
Absolut nicht. Die Durschnittsmoslems sind viel grosszügiger als viele Christen. Der Islam verbietet Alkohol, aber nicht, dass andere ihn trinken. Auch Bikinis am Strand sind kein Problem.