Convenience

18. August 2015 15:28; Akt: 18.08.2015 15:28 Print

«In 5 Jahren wollen wir 50 Coop-to-go-Läden haben»

von S. Spaeth - Mit Coop to go hat der Detailhändler ein neues Format eröffnet. Im Interview spricht Coop-Chef Joos Sutter über Konkurrenz, Expansionspläne und Löhne.

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Herr Sutter, Ihr neues Ladenformat nennt sich Coop to go. Waren auch deutsche Namen in der engeren Auswahl?
Joos Sutter: Es waren eine ganze Reihe Namen im Gespräch – auch Schweizerdeutsche. Das liegt daran, dass das Projekt intern entwickelt wurde. Am Ende entschieden wir uns für Coop to go, weil dieser Begriff in allen Landessprachen funktioniert und das Konzept auf den Punkt bringt.


Konkurrieren Sie mit Coop to go nicht die eigenen Pronto-Shops?
Der Schweizer Schnellverpflegungs-Markt ist mit einem Volumen von rund 3 Milliarden Franken so gross, dass es für alle Platz hat. Zudem hat es im Markt bereits viele Konkurrenten. Zu unseren Coop-Pronto-Franchisenehmern sind wir bezüglich unseren eigenen Expansionsplänen immer transparent. Ich gehe nicht davon aus, dass es negative Reaktionen von dieser Seite gibt. Wir achten darauf, ob das To-go-Konzept an einem Standort von den Kunden gewünscht ist.

Migros setzt längst auf Take-away an Bahnhöfen. Haben Sie beim Hauptkonkurrenten abgeschaut?
Nein, wir haben nicht bei der Migros abgeschaut. Schnellverpflegung ist generell ein wichtiges Thema und die Bedeutung nimmt laufend zu, nicht nur in der Schweiz. Bei solchen Projekten analysiert man die ganze europäische Konkurrenz und holt daraus auch Inspiration.

Sind die Coop-to-go-Läden teurer als die Coop-Supermärkte?
Wir haben bei 80 Prozent des rund 500 Artikel umfassenden Sortiments die gleichen Produkte und Preise wie im Supermarkt. Wir haben sowohl Prix-Garantie-Artikel als auch Premium-Produkte in den Regalen. Rund 20 Prozent sind Artikel, die es nur in Coop-to-go-Läden gibt – beispielsweise spezielle Chia-Müesli. Hier kalkulieren wir wie im Supermarkt nach Herstellungskosten. Ein Kaffee kostet 3.20 Franken. Damit sind wird konkurrenzfähig.

Bei Coop Pronto erhalten Praktikanten teilweise 3.75 Franken Stundenlohn. Verdienen sie bei Coop to go mehr?
Diese Praktikumsstellen wurden auf Anfrage der Behörden für Schulabgänger für ein Überbrückungsjahr vor Eintritt in eine Lehre geschaffen. Coop-Pronto-Läden sind eigenständige Unternehmer im Franchise-System. Sie stellen das Personal selbstständig an und haben vertragliche Freiheiten, das ist ein Grundsatz des Franchise-Systems. Die Coop Mineraloel AG empfiehlt den Franchise-Partnern aber, auf solche Praktikumsstellen für Jugendliche zu verzichten. Beim Personal von Coop to go gelten die Anstellungsbedingungen aus dem Coop-Gesamtarbeitsvertrag. Der Mindestlohn für Gelernte beträgt 13-mal 4000 Franken.

Sie könnten den Franchisenehmern die Tieflöhne verbieten.
Das ist nicht möglich. Eine Voraussetzung fürs Franchising ist Freiheit in gewissen Punkten. Das gilt sowohl für die Preise als auch für die Anstellungen.

Wie sehen die Expansionspläne für die Coop-to-go-Läden aus?
Drei weitere Standorte stehen bereits fest. Der zweite Coop to go eröffnet am Zürcher Stauffacher, der dritte an der Neugasse in Zürich. Weit fortgeschritten ist auch das Projekt in Zug Neustadt. Wir suchen nun weitere Ladenlokale. Interessant sind für uns vor allem Lagen mit sehr hoher Kundenfrequenz, was vor allem an Bahnhöfen der Fall ist. In fünf Jahren wollen wir 50 Coop-to-go-Läden haben.

Teilweise werden die Coop-to-go-Formate Sitzplätze haben. Das gibt Probleme mit den Mehrwertsteuersätzen, da die Gastronomie anders besteuert wird.
Es gibt bei der Mehrwertsteuer-Verwaltung eine Spezialregelung, bei der man die für die Gastronomie höhere Steuer pauschal pro Sitzplatz entrichten kann, wenn es nur wenige Plätze sind. Alles andere wäre zu kompliziert. Bei Coop to go werden die Kunden nie gefragt werden, ob etwas zum im Lokal Konsumieren oder ob es zum Mitnehmen ist.

Kürzlich sorgten die individuellen Preise beim Onlineshop Coop@home für Wirbel. Kunden, die der Datenauswertung zustimmten, erhalten spezielle Rabatte. Kritiker monierten, das sei unfair.
Bei unserem Test von Coop@home waren nicht die Preise individuell, sondern nur die Rabatte. Der Test ist übrigens abgeschlossen. Spezialrabatte hat es immer gegeben. Früher hat man die Rabattmarken den Kunden beispielsweise bei einer Degustation verteilt. In Zeiten des Internets werden Rabatt-Gutscheine einfach elektronisch versendet. Dies ist im Markt stark verbreitet.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Natalie am 18.08.2015 09:09 Report Diesen Beitrag melden

    Super!!

    Wens auch was gesundes gibt TOP ! :)

  • Lilly am 18.08.2015 09:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    For Students the best possibility!

    Coole Idee! Hoffentlich gibts auch gesundes :-)

  • E. Bitterli am 18.08.2015 09:11 Report Diesen Beitrag melden

    Mitnehmen?

    Coop zum Mitnehmen. Was soll das bedeuten? Hat man denn bisher die Einkäufe nicht mitgenommen?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • tina tina am 19.08.2015 09:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    und Quartiere?

    An sich wäre es eine gute idee aber ich würde es Besser finden wenn es in Quatiere Geben würde und nicht nur in Grosstätte weil dort hat man Ja alles zu verfügung.

  • Devitoori franco am 19.08.2015 08:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Im Tessin auch ?

    Kommetes in tessin vie Bellinzona Locarno und Lugano Auch?

  • lauretta am 19.08.2015 07:14 Report Diesen Beitrag melden

    langweilig

    entweder gibts einen weiteren kebabladen oder eine coop/migros. einfältiger gehts in der ch echt nicht mehr. überall und an jeder ecke denselben brei zum essen, denselben schrott zum anziehen.

    • U Uersel am 19.08.2015 09:13 Report Diesen Beitrag melden

      Ewige Nörgler.

      Dann sollten Sie schnellstens die Ärmel hochkrempeln, in die Gänge kommen und selbst etwas auf die Beine stellen, anstatt sich hier über zuwenig Vielfalt und Ideenreichtum zu mockieren..! Aber das ist halt finanziell riskant und mit viel Arbeit verbunden... Und haben Sie schon bedacht, dass mit neuen Läden auch neue Jobs entstehen? Ich bin alles andere als begeistert über die Marktbeherrschung einzelner Konzerne - aber das ewige Gemotze geht mir noch mehr auf den Sack!

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  • timo am 19.08.2015 07:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kein kunde mehr

    in winti wurde der bahnhofs-coop kürzlich auch umgebaut. die früchte- und gemüseabteilung ist einem kühlregal voller verarbeitetem und abgepacktem gewichen. entspricht das tatsächlich dem heutigen bedürfniss? traurig!!

  • Meter peter am 18.08.2015 22:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer das Selbe

    Mich stört es, dass heutzutage immer alles englisch sein muss.. Warum muss das "to go" heissen?! Wir sprechen hier deutsch (bzw. Französisch oder italiensch!)

    • Jean-Claude Grandson am 19.08.2015 00:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      To go, einfach tragisch

      Heute auf dem Schiff auf dem Neuenburgersee: Eine deutschschweizer Schulklasse steigt ein, der Matrose (ca. 25-30 j.) begrüsst sie alle in Englisch. Ein Kollege von mir (ein Lehrer, Romand, perfekt bilingue wie ich auch) fragte ihn, warum sprechen Sie Englisch mit den Kindern? Seine Antwort: ich spreche kein Deutsch und Englisch versteht jedes Kind. Unsere Gedanken: Wenn wir so weiter machen, wird unser Zusammenhalt immer weiter schwinden. Ob dies dann auch so cool ist, wie alles in Englisch zu benennen, ist eine Frage der Perspektive. Tragisch ist es allemal.

    • lauretta am 19.08.2015 07:10 Report Diesen Beitrag melden

      wirklich tragisch...

      man gibt immer englische namen weil man immer noch glaubt, dies sei mode unter den jungen.... dabei zeigt es nur, wie viele minderwertigkeitskomplexe und was für ein kleines selbstbewusstsein hier vorhanden sind.

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