Brötchen inklusive Schnur

30. Mai 2017 07:18; Akt: 30.05.2017 10:30 Print

«Jemand von Burger King muss den Kopf hinhalten»

Das Bild eines Ekel-Burgers von Burger King gibt zu reden. Kommunikationsexperten sprechen von einem GAU für die Fast-Food-Kette. Das Unternehmen reagiert wortkarg.

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Ein schmieriger, grauer Fleck, aus dem etwas Undefinierbares herausquillt: So präsentierte sich die Unterseite des Brötchens eines Burger-King-Hamburgers in der Filiale am Bahnhof Biel. 20-Minuten-Leser Raphael Friederich hatte den Big King bestellt. Auch er kann nur raten, was genau vor ihm lag: «Es sah aus, als wären dreckige Schnüre und Karton im Brötchen verbacken worden.»

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Fast einen ganzen Arbeitstag lang versuchte 20 Minuten, Burger King Schweiz zu einer Stellungnahme zu bewegen. Am späten Nachmittag teilte das Unternehmen schliesslich mit: «Burger King verpflichtet sich zu hohen Standards der Lebensmittelsicherheit. Wir haben unseren Lieferanten aufgefordert, eine Untersuchung durchzuführen.» Zudem würde Burger King auch beim selbstständigen Bieler Franchisenehmer nachhaken, damit die Standards eingehalten würden.

Auf der Facebook-Seite von Burger King Schweiz postete ein User das Bild des betroffenen Brötchens – inklusive Beschimpfung des Unternehmens. Der Post wurde vom Fast-Food-Riesen nicht kommentiert.

«Jemand sollte den Kopf hinhalten»

Burger King Schweiz wird von einer PR-Agentur in München vertreten. Im Fall eines Skandals wie dem Gammel-Brötchen aus Biel sei diese Strategie problematisch, sagt Krisenkommunikationsexperte Roger Huber zu 20 Minuten: «Burger King betreibt keine eigene Ländergesellschaft für die Schweiz – doch gerade bei Skandalen wäre es wichtig, dass sich jemand aus dem betroffenen Land hinstellt, sich entschuldigt und den Kopf hinhält.»

Das Bild des Burgers mit den herausquellenden Schnüren wurde in den vergangenen Tagen fleissig auf den sozialen Medien geteilt und kommentiert. Das hätte das Unternehmen innert kürzester Zeit merken müssen, so Huber. Für so etwas gebe es professionelle Instrumente, die quasi Alarm schlügen. «Spätestens dann hätte Burger King sich entschuldigen und eine Entschädigung anbieten müssen.»

«So etwas bedient die Vorurteile»

Reputationsexperte Bernhard Bauhofer spricht derweil von einem GAU für Burger King: «Ein Bild von einem ekligen Brötchen bedient genau das Vorurteil, das die Fast-Food-Ketten loszuwerden versuchen – nämlich das vom Junk Food.» Ein solcher Fall sei extrem schlecht für die Reputation eines Unternehmens: «Die Konsumenten sind heute sehr gesundheitsbewusst – einen solchen Fall speichern viele ab und werden Burger King meiden, wenn auch vielleicht nur für eine gewisse Zeit.» Auch Kommunikationsexperte Andreas Bantel warnt vor den finanziellen Folgen: «Solche Fälle auf die leichte Schulter zu nehmen, kann für ein Unternehmen teuer werden.»

Viele weitere Fälle

Internationale Fast-Food-Ketten machen immer wieder mit Skandalen von sich reden. Burger King war 2014 wegen Hygienemängeln eines grossen Franchisenehmers in der Bredouille. 89 Filialen in Deutschland mussten schliessen, der Ruf litt erheblich. Eine Umfrage der Forschungsgruppe Forsa ergab damals: 36 Prozent der Befragten, die gelegentlich bei Burger King essen, wollten die Kette vorerst nicht mehr besuchen.

Über weitere eklige Funde in Fast-Food-Essen lesen Sie in der Bildstrecke – etwa über das frittierte Gschirrtüechli bei KFC.




(vb)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tina am 29.05.2017 17:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spital

    Wegen dem ins Spital kein Wunder das die krankenkassenprämien immer teuerer werden. Das bringt dich nicht um .

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  • Hecht93 am 29.05.2017 17:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Darf nicht passieren

    Darf eigentlich in der CH in einer solchen renomierten FF-Kette nicht passieren. In den USA könnte man jetzt wohl eine 6-stellige Summe Schadenersatz fordern - In der CH gibt's halt eine Cola.

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  • Happy Teacher am 29.05.2017 17:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wääääh

    Uiui... na dann guten Appetit! Ist ja wirklich voll eklig. Bin aber nicht sicher, ob es wirklich nötig ist, wegen Bauchschmerzen ein Krankenhaus aufzusuchen. Gute Besserung trotzdem!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Cavi33 am 30.05.2017 16:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kontrollen fehlen meistens

    Schaut euch das Personal und die Küche an dann habt ihr genug gesehen, dass da alles irgendwie in die Burger gelangt wundert mich nicht. Es haben nicht alle die gleichen Hygienevorstellungen beim kochen.

  • Rich_57 am 30.05.2017 13:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ist ihnen egal!

    Habe schon 2x wegen schlechtes Essen bei Burger King schriftlich reklamiert, ind nie was von ihnen gehört!

    • Turicum72 am 30.05.2017 14:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rich_57

      scheint wohl das geschäftsprinzip von burger king zu sein nicht auf mails zu antworten. habs auch schon 2x versucht, ohne erfolg.

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  • Turicum72 am 30.05.2017 13:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nie wieder burger king

    Bei burger king erstaunt mich nichts mehr. ich war 4x im burger king und 4x bekam ich nicht das was ich bestellte. auch die zubereitung lässt zu wünschen übrig... zb chickenwings die innen noch roh sind! oder ich bestelle was "ohne" weil ich allergisch darauf bin und trotzdem ist es im burger drin. ich habe auch ein e-mail an die betroffene filliale (steffisburg) geschickt, ohne erfolg. auch blieb mein mail an burger king schweiz unbeantwortet! burger king hät mich auf jeden fall als gast verloren.

  • Wanabee am 30.05.2017 12:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Produzent !

    Es ist definitiv ein Produktionsfehler, alle die jetzt auf eine Kette schreien wollen, der Produzent beliefert noch viele andere Ketten in der Schweiz, sauerei ist einfach das der Mitarbeiter das nicht bemerkt hat bei der Verarbeitung! Und der Kollege hat endlich seine Aufmerksamkeit die er immer wollte dafür ist er hier bekannt !

  • Candy1980 am 30.05.2017 12:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    besser nicht

    naja...eigentlich sollte man, seit Jamie Oliver dem anderen Fast Food Riesen gerichtlich nachgewiesen hat, dass im Burger sowie in den Nuggets kein richtiges Fleisch enthalten ist sondern nur chemischen Schleim der so aussieht als ob, solche Läden meiden wenn einem die Gesundheit lieb ist.