Verwaltungsrätinnen

21. September 2018 18:46; Akt: 21.09.2018 18:46 Print

«Männergremien wählen tendenziell lieber Männer»

Wie sinnvoll sind Verwaltungsratsstellen extra für Frauen? Eine Diversity-Expertin gibt Auskunft.

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Schweizer Verwaltungsräte fallen im internationalen Vergleich mit der Abwesenheit von Frauen auf: 37 Prozent aller Firmen im Aktien­index SPI haben keine einzige Frau im Verwaltungsrat. Die Zuger Crypto Valley Association (CVA) hat sich nun eine besondere Strategie überlegt, um ihren bisher komplett männlichen Verwaltungsrat zu modernisieren. Die Vereinigung hat beschlossen, ihren Verwaltungsrat von fünf auf sieben Mandate zu vergrössern. Für die zwei neu geschaffenen Stellen sollen nur Frauen berücksichtigt werden. Um die Frauen auszuwählen, veranstaltet die CVA ein Live-Casting: Alle 46 Bewerberinnen können sich am Donnerstag während der Mitgliederversammlung mit einer fünfminütigen Präsentation dem Publikum als Verwaltungsrätin anpreisen. Dieses Vorgehen wird innerhalb der Vereinigung scharf kritisiert, berichtet «Inside Paradeplatz». Denn bei der früheren Wahl der männlichen Verwaltungsräte fand im Vorfeld eine Selektion statt. Weibliche Mitglieder forderten gemäss «Inside Paradeplatz», dass vor der öffentlichen Wahl auch eine Shortlist von Kandidatinnen vorgestellt werde. Dies lehnte die Vereinigung mit der Begründung ab, dass man allen Kandidatinnen die gleiche Chance geben wolle. Christa Binswanger, Fachleiterin Gender und Diversity der Universität St. Gallen, befürwortet die Frauen-Offensive der CVA. «Jede Firma, die Frauen in den Verwaltungsrat wählt, tut etwas für die Gleichstellung von Frau und Mann.» Die Kryptowährung Bitcoin wurde im Jahr 2009 lanciert. So kann man sie sich vorstellen, doch gehandelt wird nur virtuell: Bitcoins, aufgenommen bei der Bitcoin Suisse AG. (24. Mai 2016). Bitcoin-Mining: Bitcoins werden durch sogenannte Miner geschaffen. Diese lassen Algorithmen auf Hochleistungscomputern laufen, um neue kryptografische Schlüssel zu entdecken. Das Bitcoin-System ist auf total 21 Millionen mögliche Schlüssel limitiert. Seit 2013 gibt es auch Bitcoin-Automaten. Der erste wurden in der kanadischen Stadt Vancouver aufgestellt. Ein Liberty-Teller-Mitarbeiter hilft einem Kunden, Bitcoins am neu installierten Automaten in Boston, Massachusetts, zu kaufen.

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Die Zuger Crypto Valley Association (CVA) hat per Casting-Verfahren weibliche Verwaltungsräte gesucht. Alle 46 Bewerberinnen konnten sich am Donnerstag während der Mitgliederversammlung mit einer fünfminütigen Präsentation dem Publikum als Verwaltungsrätin anpreisen. Das Verfahren stiess auf Kritik. Christa Binswanger, Dozentin für Gender und Diversity an der Hochschule St. Gallen, gibt ihre Einschätzung:

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Frau Binswanger, wie finden Sie die Rekrutierungsmethode der CVA, die zwei Verwaltungsratsstellen für Frauen geschaffen hat?
«Grundsätzlich tut jede Firma, die Frauen in den Verwaltungsrat wählt, etwas für die Gleichstellung von Frau und Mann. Das ist begrüssenswert und eine Forderung des Diversity Managements.»

Ist so ein Casting für Verwaltungsrätinnen nicht sexistisch?
Man muss zwischen Sexismus und positiver Diskriminierung unterscheiden. Im Falle eines solchen Castings liegt eine positive Diskriminierung vor. Andere positiv diskriminierende Massnahmen sind Frauenquoten. Sie sollen einen Wandel einleiten.

Wie?
Unsere Gesellschaft hat realisiert, dass sich die Situation für Frauen auf der Führungsebene nicht von allein ändert. Das liegt unter anderem daran, dass Männergremien tendenziell lieber Männer wählen. Frauenquoten sind als Übergangsmittel gedacht, irgendwann soll es auch ohne gehen.

Was halten Sie von der Idee, sich mit einer fünfminütigen Präsentation zu bewerben?
Das Wahlprozedere scheint von aussen eher befremdlich. Ein Verwaltungsrat ist ja ein verantwortungsvoller Posten. Dazu passt eine Fünf-Minuten-Bewerbung vor einem grossen Publikum nicht wirklich.

In der Pressemitteilung der CVA ist zu lesen, dass den neu gewählten Verwaltungsrätinnen «ähnliche Aufgaben» zukommen sollen wie den männlichen Verwaltungsräten. Wie beurteilen Sie eine solche Aussage?
So eine Aussage finde ich problematisch, es klingt sexistisch. Bei so einer Wortwahl muss man sich fragen, wieso bei der Arbeit der weiblichen Räte ein Unterschied gemacht werden soll.

(vay)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Apokalypt am 21.09.2018 19:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frauen günstiger?

    Aber...Frauen kosten doch anscheinend 20% weniger bei gleicher Leistung...warum wählen diese gewinnorientierten und gierigen Leute denn Männer?

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  • Schweizer am 21.09.2018 19:24 Report Diesen Beitrag melden

    Quoten bringen nichts

    Quoten bringen gar nichts, darum wollen auch Menschen mit Beeinträchtigungen keine Quoten, weil es kontra produktiv ist. Nur bei Frauen ist dies immer ein Thema. Es kommt auf die Qualifikation an, nicht auf das Geschlecht!

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  • e-steban am 21.09.2018 19:13 Report Diesen Beitrag melden

    Experten wo das Auge blickt

    Zum Glück gibt es solche Diversity-Experten, man stelle sich vor es gäbe nur wirkliche Experten, das wäre sehr... eintönig.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Brummbär05 am 25.09.2018 20:29 Report Diesen Beitrag melden

    pos. Diskriminierung = Diskriminierung

    Die positive Diskriminierung des einen ist immer auch die negative Diskriminierung des andern. Was diese Frau da vorschlägt ist nichts geringeres als Diskriminierung auf Grundlage des Geschlechts und gehört verboten und ist es eigentlich auch schon, aber das ist wohl leider Auslegungssache. Gesetzliche Geschlechterquoten sind nicht mit dem Diskriminierungsverbot vereinbar.

  • Hitsch Doe am 24.09.2018 14:02 Report Diesen Beitrag melden

    Weniger Sexuelle Belästigung

    Weniger Frauen im Unternehmen = geringere Chance der Sexuellen Belästigung bezichtigt zu werden.

  • Rolf Wyss am 24.09.2018 13:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verhältnis muss stimmen

    Ich habe an einer Technischen Hochschule studiert. Der Fauenanteil war damals bei geschätzten 5%. Ich sehe nicht ein, weshalb nun die Management-und Führungspositionen 50:50 aufgeteilt werden sollen!

  • ironischer Senior am 24.09.2018 12:08 Report Diesen Beitrag melden

    das verstehe ich nicht?

    wo doch Frauen so viel günstiger sind? Ich habe immer Frauen gewählt, weil ich denke es braucht sie, Frauen haben einen anderem Fokus, es braucht den Ausgleich, Wenn der, oft übertriebene, Hype der Feministinnen allerdings so weiter geht, überlege ich mir das.

  • Christian Duaasult am 24.09.2018 08:54 Report Diesen Beitrag melden

    Frauenrechtlerinn zu Frauenfragen

    Sie haben eine Soziologin und Frauenrechtlerinn gefragt wie es um die Frauen steht? Klever. Hat die Nährwert equivalenz von Weissbrot.