Arbeitsmarkt

11. Juli 2019 20:27; Akt: 11.07.2019 20:27 Print

«Wir müssen Männer in Frauenberufen fördern»

von Dominic Benz - Laut UBS werden in den nächsten zehn Jahren bis zu 500'000 Arbeitskräfte fehlen. Was das für Berufstätige heisst, erklärt UBS-Ökonomin Veronica Weisser.

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Frau Weisser, es wird viele freie Jobs geben. Das ist doch positiv.
Für Arbeitskräfte ist das eine super Situation. Sie können davon profitieren, dass sie und ihre Fähigkeiten auf dem Markt nachgefragt werden. Für schnell wachsende Firmen ist das aber ein Problem. Ihnen fehlen die Arbeitskräfte.

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Macht Ihnen die Alterung der Gesellschaft Angst?

Welche Branchen betrifft das?
Jene, die stark expandieren, ganz vorne ist der Sozial- und Gesundheitssektor. Dieser ist bereits stark gewachsen und wird weiter boomen. Weniger freie Jobs wird es typischerweise in der Industrie, im Finanzsektor, im Handel oder in der Hotellerie geben. Diese Bereiche schrumpfen wegen des schwierigen Marktumfelds.

Die UBS schreibt in ihrer Studie, dass Männer in Zukunft vermehrt in Frauenberufen Fuss fassen müssten. Wie soll das gehen?
Die Nachfrage nach Fachkräften wird in klassischen Frauenberufen deutlich ansteigen. In Zukunft wird man wohl vermehrt Männer in Frauenberufen fördern müssen. Es braucht grundsätzlich einen Wandel im gesellschaftlichen Denken. Das Bild vom Mann als Pfleger und Erzieher sollte noch positiver besetzt werden – schliesslich profitieren diese Berufe in Zukunft von hoher Jobsicherheit.

Warum wächst der Sozial- und Gesundheitssektor so stark?
Wegen der Alterung der Gesellschaft. Bis 2060 wird es in der Schweiz doppelt so viele Menschen über 65 geben. Allein 2035 wird es rund zwei Drittel mehr Rentner geben. Die Nachfrage nach Gesundheits- und Pflegeleistungen wird somit steigen.

Wie begegnet man dem Mangel an Arbeitskräften?
Wir werden in Zukunft flexibler sein müssen und in unseren Berufskarrieren mehrere Berufe erlernen. Auch Unternehmen werden sich gezwungen sehen, offen zu sein für Arbeitskräfte, die sie bisher wenig berücksichtigt haben. Eine flexiblere Gesellschaft ist immer auch eine wohlhabende Gesellschaft, weil dadurch mehr Personen am Arbeitsmarkt teilnehmen, die Steuern und Sozialabgaben zahlen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dani B. am 11.07.2019 20:39 Report Diesen Beitrag melden

    dann wäre ja der erste Schritt

    ...nicht von "Frauenberufen" zu schwafeln.

  • Lehrer89 am 11.07.2019 22:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lehrer

    ja genau. es wollen ja so viele männer primarlehrerin werden.

  • Anakina am 11.07.2019 20:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    das löst das problem nicht

    ein angemessener lohn wäre ein guter anfang !!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Gregor am 11.07.2019 22:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pflege

    In der Pflege?? Ich bin ein Mann, arbeite in der Pflege und kann nur sagen: diese Arbeiter sind die schlechtbezahltesten wichtige Menschen die alles geben, die ich jemals kennengelernt habe... schaut nur was im HUG in Genf gerade passiert.... zuerst einmal diese Arbeit valorisieren und den Direktoren, Aktionären etc den Wind aus den Segeln nehmen!!! Aber vielleicht sind Männer in dem Job nämlich gar nicht so gewollt, weil ehrlich gesagt, lassen diese sich nicht alles gefallen, was Frauen dort erleben müssen!!! Eine echte Schande!!!

  • Lehrer89 am 11.07.2019 22:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lehrer

    ja genau. es wollen ja so viele männer primarlehrerin werden.

  • knollo am 11.07.2019 22:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sehr gern

    Männer sollen mehr in Frauenberufen arbeiten. sehr schön. aber wehe ein Mann möchte sich mehr um die Erziehung der Kinder kümmern. da wird von der weiblichen Seite aber sehr schnell dicht gemacht.

  • Sara am 11.07.2019 22:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fremde ab nach hause

    Man hat extrem viele Leute ins Land geholt oder die sind einfach gekommen. Jeder braucht Aerzte, Coiffeure, Schulen, Busse, Lebensmittel usw. je mehr Leute, umso mehr von allem. Unser Land ist zugestopft. Schickt die Fremden heim, für uns Schweizer reicht dann auch alles wieder. Die Arbeitgeber haben uns abgezockt und abkassiert, es reicht

  • Enme am 11.07.2019 21:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer weiss warum

    Na ja, ich -56- hatte damals schon in der Schule gegenüber den Feministen davon erzählt, also 40 J. her, das wenn ich eine Frau finde welche bereit ist 100% zu arbeiten ich auch bereit bin den Hausmann zu sein. Sie muss nur das Kind austragen. Dann schaue ich. Hätte alles gemacht. Ganzen Haushalt, putzen, kochen, aufgaben mit dem Kind etc. Hätte aber auch die Vorteile genützt. Sprich -im Sommer- am Morgen mit Vollgas Haushalt und am Nachmittag in die Badi. Wenn's regnet mit den anderen Hausfrauen Spielgruppe bei mir zu Hause. Leider war nie eine Feministin bereit mit mir diesen Weg zu gehen