Trump am WEF

22. Januar 2020 11:51; Akt: 22.01.2020 12:07 Print

«Ohne Deal kommen sehr hohe Strafzölle»

US-Präsident Trump will ein Handelsabkommen mit Europa. Ohne einen Deal «müssen die USA handeln», warnte er.

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Am Freitag hat Greta in Davos am Klimastreik teilgenommen. Luisa Neubauer und Greta Thunberg beim Klimastreik. Nicht alle WEF-Teilnehmer reisen mit dem Zug an: Wie die «Südostschweiz» berichtet, buchte sich ein Teilnehmer einen eigenen Zug der Rhätischen Bahn. Das kostet bis 20'000 Franken. Kanzlerin Angela Merkel spricht am Donnerstagnachmittag zu den WEF-Gästen. Der Fokus der Rede: Die Zukunft Europas und Umweltfragen. Anders als bei Donald Trumps Rede gibt es bei Angela Merkel kein Grossandrang. Hinten im Saal hat es sogar einige leere Ränge. Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga traf am Dienstag US-Präsident Donald Trump. Gesprochen haben die Delegationen auch über ein Freihandelsabkommen und über das Klima. Die Diskussion über den Handelsdeal soll nur 11 Minuten gedauert haben. Am Mittwochabend gingen in Zürich hunderte Demonstranten gegen das WEF auf die Strasse. Auch Vermummte waren dabei. Die Polizei war mit Wasserwerfern vor Ort. «Davos was great!», sagt Trump, winkt den Journalisten zu und macht sich am Mittwochnachmittag auf den Heimweg. Trump will ein Handelsabkommen mit der EU. Ohne einen Deal «müssen die USA handeln», warnte Trump in dem Gespräch am Rande der Jahrestagung des WEF. Trump und seine Delegation gehen zu einem Zmorge mit Wirtschaftsführern. Mit im Tross unterwegs sind auch WEF-Gründer Klaus Schwab und Trumps Tochter Ivanka. «Es ist nie zu spät, so viel zu machen, wie wir können»: Greta Thunberg. (21. Januar 2020) Am Dienstagabend fand ein Abendessen für die Mächtigen statt. Wie auf Bildern zu sehen ist, sitzt Donald Trump während des Dinners neben Fifa-Präsident Gianni Infantino. Gianni Infantino hat einen Fussball mitgebracht. Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga trifft den US-Präsidenten Donald Trump in Davos. Mit Guy Parmelin, Ueli Maurer und Ignazio Cassis sind drei weitere Bundesräte vor Ort. Sommaruga und Trump beim obligatorischen Händeschütteln. Sommaruga kleidet sich für das Treffen in der Farbe ihrer Partei, der SP. Die Bundespräsidentin möchte mit Trump über das Klima sprechen. Klimaaktivisten versperren durch ihren Marsch die Zugangsstrasse Wolfgang in Davos in beide Richtungen. 21. Januar: Greta Thunberg mit Boots am Rednerpult. Kalt ist es aber nicht. Heute scheint in Davos die Sonne und es ist 6 Grad Celsius warm. 21. Januar: Greta Thunberg lauscht der Rede von US-Präsident Donald Trump. 21. Januar: US-Präsident Donald Trump vor seiner Rede mit dem WEF-Gründer Klaus Schwab. 21. Januar: Ivanka Trump mit ihr Ehemann Jared Kushner am WEF. 21. Januar: US-Präsident Trump beim Empfang am WEF vor den Medien. 21. Januar. Marine Helikopter bringen Donald Trump vom Flughafen Zürich nach Davos zum 50. World Economic Forum (WEF). 21. Januar. Planespotter warten am Flughafen Kloten in Zürich auf die Air Force One von Präsident Donald Trump. 20. Januar. Präsident Trump steigt auf der Andrews Air Force Militärbase in die Air Force One. 21. Januar. Klimaaktivistin Greta Thunberg, immer noch etwas blass nach dem Tag mit Fieber, kommt im Kongresszentrum an. 20. Januar. Die Zugänge zum Kongress Zentrum sind abgesperrt und streng bewacht. 20. Januar. Spezialeinheiten der Polizei sind auf dem Dach des Kongresshotels positioniert. 20. Januar. Auf dem Dach des Kongress Zentrum steht hingegen ein Schneemann. 20. Januar. Teilnehmer des Protestmarsches von Landquart nach Davos. «Ein angenehmes Gespräch»: Simonetta Sommaruga traf in Davos die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Greta musste am Montag einen ersten Auftritt in Davos absagen. Sie sei krank und würde sich erholen, um ihre Rede am Dienstag halten zu können, sagte ihre Pressesprecherin. (Archivbild) Am Montag informierten Polizei und Militär an einer Pressekonferenz über die Sicherheitsvorkehrungen am WEF. «Konkrete Anschlagspläne liegen nicht vor», sagt der Bündner Kapo-Kommandant Walter Schlegel. Trotzdem leistet die Luftwaffe verstärkten Luftpolizeidienst. Wie ein Leser-Reporter berichtet, ist am Sonntag um 19 Uhr ein US-Transportflugzeug am Flughafen Zürich gelandet. Es soll sich dabei um die Frachtmaschine C-5 Galaxy handeln. Am Sonntag, 19. Januar 2020, sind Klimaaktivisten in Landquart GR zu einer dreitägigen Wanderung ans WEF aufgebrochen. Die zentrale Forderung: Das WEF soll sich der Klimaverantwortung stellen. Über 500 Personen haben sich versammelt. Die Polizei hat nur einen Teil der Wanderung bewilligt. In Davos sind die Sicherheitskräfte einsatzbereit. Soldaten in Vollmontur stehen vor dem Kongresszentrum. Soldaten in Vollmontur stehen vor dem Kongresszentrum. Black-Hawk-Helikopter der US-Air-Force über Dübendorf. Die US-Sicherheitskräfte bereiten den geplanten Besuch von US-Präsident Trump vor. Jedes Jahr wird Davos wegen des WEFs zur Festung. WEF-Chef Klaus Schwab hat am Donnerstag, 14. Januar, die Gästeliste präsentiert.

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Nach dem Abschluss des Handelsabkommens mit China will sich US-Präsident Donald Trump nach eigenen Angaben jetzt auf Verhandlungen mit der EU konzentrieren. Ohne neues Abkommen mit der US-Regierung drohten den Europäern «sehr hohe Zölle» auf den Import von Autos und anderen Waren, sagte Trump am Mittwoch dem US-Nachrichtensender CNBC.

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Trumps Besuch am WEF ist ...

Ohne einen Deal «müssen die USA handeln», warnte Trump in dem Gespräch am Rande der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos. Er gehe aber davon aus, dass es zu einer Einigung mit Brüssel kommen werde, sagte Trump weiter.

«Sie werden einen Deal machen, weil sie müssen, sie müssen», sagte der Präsident. Er habe sich in dem Handelskonflikt bislang zurückgehalten, weil er erst jenen mit China zum Abschluss bringen wollte.

Strafzölle auf Autoimporte

Trump beklagte, dass die EU-Staaten deutlich mehr in die USA exportierten als umgekehrt. Bereits nach einem Treffen mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Dienstag in Davos hatte Trump erneut mit der Einführung von Strafzöllen auf Autoimporte gedroht.

Die USA und die EU sind wichtige Handelspartner. Sie haben 2018 Waren und Dienstleistungen im Wert von fast 1,3 Billionen US-Dollar ausgetauscht. Ein umfassendes Handelsabkommen wird es aber wohl nicht in naher Zukunft geben, auch weil beide Seiten bestimmte Wirtschaftsbereiche ausschliessen wollen: Die EU etwa will ihre Landwirtschaft schützen, die US-Regierung hingegen den Markt für öffentliche Aufträge.

Trumps Regierung hatte der EU bereits 2019 mit Zöllen auf Autoimporte in Höhe von 25 Prozent gedroht. Eine Frist zu deren Verhängung lies die Regierung aber ohne Angabe von Gründen verstreichen. Solche Zölle würden vor allem deutsche Hersteller treffen. Die EU hat klargemacht, dass sie bei einer Verhängung von Strafzöllen ebenfalls neue Importgebühren einführen würde.

Zufrieden mit WEF-Auftritt

Trump hat wie üblich Twitter genutzt, um vom WEF zu berichten. Wie schon in seiner Rede vor dem Davoser Plenum lobte er sich dabei primär selbst und sprach von der «erfolgreichsten» Wirtschaft.

«Wir machen grossartige Fortschritte in Davos. Eine beträchtliche Anzahl von Unternehmen wird in die USA kommen oder zurückkehren. Die erfolgreichste Wirtschaft! Jobs, Jobs, Jobs, Jobs, Jobs.» Das schrieb der US-Präsident in einem Beitrag auf Twitter in Bezug auf seine Rede und die Verhandlungen, die am Dienstag seinen Aufenthalt am Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos geprägt hatten.

In seiner wahlkampfbetonten Rede nur wenige Monate vor den kommenden US-Wahlen hatte sich der Präsident unter anderem für das vor kurzem abgeschlossene, erste Handelsabkommen mit Peking gelobt.

(sda)