Ravensburger

02. Februar 2011 10:49; Akt: 02.02.2011 11:03 Print

«Schlag den Raab» ist ein Goldesel

Die Spielesammlung «Schlag den Raab» und der Vorlesestift «tiptoi» haben dem Spielehersteller Ravensburger im vergangenen Jahr weiteres Wachstum beschert.

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«Schlag den Raab» hat mit rund 200 000 verkauften Exemplaren den höchsten Umsatz aller Spiele in Deutschland erreicht.

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Mit traditioneller Spielware konnte Ravensburger seinen Vorjahresumsatz halten, was in erster Linie «Schlag den Raab - das Spiel» zu verdanken sei, sagte Vorstandssprecher Karsten Schmidt am Dienstagabend in Nürnberg vor Beginn der diesjährigen Spielwarenmesse sagte. Das Brettspiel zur gleichnamigen Show des bekannten Fernsehmoderators Stefan Raab habe 2010 mit rund 200 000 verkauften Exemplaren den höchsten Umsatz aller Spiele in Deutschland erreicht.

Der Gruppen-Umsatz stieg auf Basis vorläufiger Zahlen im Vergleich zum Vorjahr um 6,7 Prozent auf 312,9 Millionen Euro, wie Vorstandssprecher Karsten Schmidt am Dienstagabend in Nürnberg vor Beginn der diesjährigen Spielwarenmesse sagte. Angaben zum Ertrag machte er nicht. Dieser soll erst mit den endgültigen Zahlen auf der Bilanz-Pressekonferenz am 11. Mai in Stuttgart verkündet werden.

Kassenschlager «tiptoi»

«Wir sind gut gewachsen. Damit sind wir zufrieden», fasste Schmidt zusammen. Denn im grössten Geschäftsbereich «Spiele, Puzzles, Beschäftigung» sei der Markt zwar um 2 Prozent geschrumpft, Ravensburger habe aber um 8,3 Prozent auf 245 Millionen Euro zulegen können, erklärte er. Wachstumsmotor waren hier vor allem elektronisch unterstützte Spiele, wie das Krimi-Brettspiel «Wer war`s?», das 2010 den zweiten Platz bei den umsatzstärksten Spielen belegte. 2008 und 2009 hatte es jeweils auf Platz eins gelegen.

Ebenfalls als Kassenschlager entpuppte sich das neu auf den Markt gebrachte audiodigitale Lernspiel «tiptoi», das mithilfe eines elektronischen Stiftes Bücher vorlesen kann und mittlerweile viele Nachahmer gefunden hat. Allein im Inland seien davon 170.000 Stück über die Ladentheke gegangen, erklärte Schmidt. Drei Wochen vor Weihnachten sei es bereits ausverkauft gewesen.

Der Geschäftsbereich Kinder- und Jugendbücher entwickelte sich ebenfalls besser als der um 3,3 Prozent schrumpfende Markt: Hier wurde laut Schmidt ein Umsatzplus um 5,9 Prozent auf 65,7 Millionen Euro erzielt. Auch dies sei zum grössten Teil auf «tiptoi» zurückzuführen, das im Buchhandel und im Spielwarenhandel vertrieben wird.

Schlechtes Wetter verhagelt Besucherbilanz im Spieleland

Weniger erfreulich entwickelte sich dagegen das Ravensburger Spieleland: Das schlechte Wetter an Ostern und Pfingsten und die Fussball-Weltmeisterschaft im Juni führten zu einem Besucherrückgang um 8,5 Prozent auf 300 000. Weil der Spieleshop und die Gastronomie allerdings besser abschnitten, ging der Umsatz insgesamt nur um 5,9 Prozent auf 6,7 Millionen Euro zurück. Die Zahl der Mitarbeiter in der Gruppe betrug im Jahresdurchschnitt 1.471 (Vorjahr 1.404), davon waren 811 (797) in Ravensburg beschäftigt.

2011 will Ravensburger Schmidt zufolge seinen Wachstumspfad fortsetzen und den Umsatz «im unteren einstelligen Prozentbereich» steigern. Dabei setze das Unternehmen nicht nur auf Neueinführungen, wie etwa das Brettspiel «Schnappt Hubi» oder dreidimensionale Gebäude-Puzzles, sondern auch auf Altbewährtes: Ein Nachfolger von «Schlag den Raab» sei ebenso in der Pipeline wie jeden Monat eine neue Anwendung für «tiptoi».


(ap)