Schlimme Arbeitskollegen

12. März 2019 13:46; Akt: 12.03.2019 13:46 Print

«Sie brachte Gipfeli, damit ich dick werde»

Nicht immer läuft mit den Job-Gspänli alles glatt. Die 20-Minuten-Leser berichten von ihren schlimmsten Erlebnissen am Arbeitsplatz.

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Eifersüchtig, faul, schlecht riechend: Arbeitskollegen können ganz schön nervig sein. Essen am Pult ist ein Dauerbrenner unter den Aufregern im Büro. Nicht nur Kollegen können schwierig tun, sondern auch Chefs. Im Bild: Elon Musk, Chef von Tesla. Auch er gilt als schwieriger Zeitgenosse. Wie geht man mit schwierigen Chefs um? Matthias Mölleney, HR-Experte und Leiter Center für Personalmanagement an der HWZ, hat Tipps. Wer seinen Chef darauf ansprechen wolle, müsse sich , betont Mölleney: «Wenn ich meinem Vorgesetzten vorwerfe, er behandle mich nicht respektvoll genug, dann bringt es nichts, wenn ich ihn in diesem Gespräch auch respektlos behandle.» Angestellte sollten sich laut Mölleney fragen, ob sie dem Chef nicht auch immer mal wieder über den Fortschritt der Arbeit behält. Hier könnten Mitarbeiter argumentieren, dass sie ihre anderen Aufgaben noch , nicht darauf, was alles schlecht ist. Auch hier gilt: das Gespräch suchen. Bestimmt merkt der Chef auch selbst, dass er etwas präziser sein sollte, wenn die Angestellten. Ein passiv-aggressiver Chef übt Kritik nie direkt aus. Die Mitarbeiter können den Vorgesetzten aber fragen, ob oder wie sie es in Zukunft anders machen sollten. So liegt der Fokus erneut auf der . Wenn ein Chef nicht mit sich diskutieren lässt oder wenn es sogar schädlich sein könnte, komme eventuell ein Gespräch mit dem zu suchen. Ein anderes Thema im Umgang mit Vorgesetzten ist der Chef-Code. Ganz so direkt wie Morgan Freeman im Film «Lucky Number Slevin» sind nicht alle Chefs. Den einen oder anderen Chef-Satz muss man erst mal übersetzen: «Könntest du das übernehmen?» «Du musst das machen.» «Das ist unglücklich gelaufen.» «Jemand hat einen Fehler gemacht.» «Das muss bis dann klappen.» «Es ist fast unmöglich, das bis dann zu schaffen, also mach schneller.» «Kannst du mir das aufs Mail tun?» «Ich bin zu faul, mir das aufzuschreiben.» «Ich weiss, dass du das schaffen kannst.» «Du musst jetzt mehr arbeiten.» «Da müssen wir über die Bücher.» «Jetzt haben wir ein Problem.» «An grossen Aufgaben wächst man.» «Das wird schwierig.» «Das könnte noch besser sein.» «Das ist schlecht.» «Wir wollen vorhandene Synergien nutzen.» «Wir bauen Stellen ab.» «Veränderungen sind eine Chance, besser zu werden.» «Von jetzt an musst du alles anders und besser machen.»

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Nicht alle Jobs sind gleich, aber etwas haben die meisten gemeinsam: Als Angestellter kommt man wohl oder übel mit den verschiedensten Zeitgenossen in Kontakt.

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Meine Arbeitskollegen ...

20 Minuten hat die Leser nach den lustigsten, tragischsten oder absurdesten Erlebnissen mit Arbeitskollegen gefragt. Hier sind ihre Geschichten. Dazu Tipps von Organisationsberaterin Bernadette Bühler von der betrieblichen Sozialberatung Proitera, wie man sich in solchen Situationen am besten verhält.

«Wir durften nichts Knuspriges essen»

Isabella M.*, Kauffrau: Meine Chefin hat nicht erlaubt, dass man Blevita oder sonstige knusprige Dinge in ihrer Nähe isst, weil sie das Geräusch nicht ausstehen konnte. Ebenfalls galt ein striktes Handyverbot für alle im Büro. Ausnahme war natürlich die Chefin selbst. Ausserdem warf sie mir ständig Gummis an – es war die schlimmste Chefin aller Zeiten!
Das rät die Expertin: Gummiwerfen geht gar nicht, genauso wie Machtmissbrauch. Sprechen Sie Ihre Vorgesetzte persönlich darauf an. Sachlich begründete und nachvollziehbare Regeln, wer was darf und was nicht, sowie das Äussern von Wünschen sind aber in Ordnung.

«Der Arbeitskollege stinkt»

Mauro S.*, arbeitet im Transportgewerbe: Mein schlimmster Arbeitskollege ist ein Mann im gleichen Büro. Er riecht einfach seltsam. Er wurde bereits darauf aufmerksam gemacht. Seine Begründung: Er habe Probleme und schwitze schnell. Die Gerüche ähneln aber nicht frischem Schweiss, sondern gehen eher in die Richtung «nicht sauber gewaschen».
Das rät die Expertin: Sprechen Sie den Kollegen unter vier Augen nochmals darauf an. Wichtig dabei ist, dass Sie von sich und Ihrer Wahrnehmung sprechen und den Kollegen nicht abwerten. Vielleicht können Sie ihm ja auf nette, nicht überhebliche Art einige Tipps geben.

«Er bezeichnet mich als Göre»

Tanja H.*, Kauffrau: Im Betrieb, in dem ich ausgebildet wurde, habe ich neu eine leitende Funktion. Das passt einem älteren Kollegen gar nicht. Er schreit mich regelmässig an und bezeichnet mich als Göre. Er kommt einfach nicht klar, dass ich nun seine Chefin bin. Mein Vorgesetzter nimmt das Problem nicht ernst und meint nur: «Ach, du kennsch ja de Bruno.»
Das rät die Expertin: Verlangen Sie von diesem Mitarbeiter in einem persönlichen Führungsgespräch klipp und klar, dass er Sie weder anzuschreien noch mit Göre zu bezeichnen hat. Machen Sie von diesem Gespräch eine Aktennotiz mit einer Zielvereinbarung, welche beide unterschreiben. Die Zielvereinbarung sollte festhalten, dass Sie sich gegenseitig mit Respekt begegnen und was passiert, wenn die Vereinbarung nicht eingehalten wird.

«Sie wollte, dass ich dick werde»

Clara Z.*, Sachbearbeiterin: Meine Arbeitskollegin hat mich jeden Tag mit Schoggigipfeli gefüttert – damit ich dick werde. Ausserdem hat sie mehrmals Bargeld von mir geklaut. Ich habe leider viel zu spät gemerkt, dass sie eifersüchtig auf mich war und hinter meinem Rücken schlecht über mich redete. Vorn herum tat sie immer so, als ob sie meine Freundin wäre.
Das rät die Expertin: Achten Sie darauf, künftig nur zu essen, was Ihnen bekommt. Konfrontieren können Sie Ihre Kollegin mit Fakten. Das heisst: Wenn Sie sicher wissen, dass die Kollegin hinter ihrem Rücken schlecht über sie redet, und wenn Sie sicher sind, dass Sie von ihr bestohlen wurden.

«Sie brachte Gebäck mit Katzenhaaren»

Julia B., arbeitet in der Verwaltung: Eine ehemalige Mitarbeiterin von mir war ziemlich schräg. Sie hat fünf Maine-Coon-Katzen und erzählte so oft und detailliert von ihnen, dass ich am Anfang dachte, sie rede von ihren Kindern. Sie brachte oft selbst gemachtes Gebäck ins Büro, ass aber selbst nie davon – kein Wunder, denn darin befanden sich sehr oft Haare besagter Katzen.
Das rät die Expertin: Wenn es Sie stört, dass Ihre Kollegin zu viel Privates erzählt, bitten Sie sie, dies zu unterlassen. Ob die Mitarbeiterin wegen der Katzenhaare kein Gebäck gegessen hat, ist eine Interpretation.

«Er ist ständig im Whatsapp»

Roman S.*, arbeitet in der IT: Wir sind zu viert in einem kleinen Büro und arbeiten hart. Der eine Kollege ist jedoch ständig im Whatsapp oder spielt Onlinegames. Er kommt spät, geht früh und verbringt vielleicht vier bis fünf Stunden im Büro – und das bei einem Pensum von 100%. Die Vorgesetzten sind informiert, geschehen ist bis heute leider gar nichts.
Das rät die Expertin: Die Vorgesetzten sind dafür verantwortlich, das Verhalten und die Leistung von Mitarbeitenden zu beaufsichtigen und wenn nötig zu intervenieren. Sie dürfen ohne weiteres in einem Mitarbeitergespräch fragen, welche Kriterien dabei gelten und was zu beachten ist.

«Er säuft während der Arbeit»

Anna L.*, arbeitet in der Gastronomie: Ich arbeite mit einem Kollegen zusammen, der ständig Alkohol trinkt während der Arbeit. Er füllt immer Wodka in seine Wasserflasche, aber niemand bemerkt es. Ausserdem lügt er die ganze Zeit und erfindet irgendwelche Geschichten. Es ist einfach nur crazy mit ihm.
Das rät die Expertin: Teilen Sie Ihrem Kollegen in einem persönlichen Gespräch Ihre Beobachtungen mit und sprechen Sie ihn auf seinen Alkoholkonsum während der Arbeitszeit an. Unterschieben Sie ihm nicht, er sei Alkoholiker, aber empfehlen Sie ihm, mit seinem Hausarzt bezüglich des Alkohols zu sprechen. Weiter würde ich ihm sagen, dass ich die Vorgesetzten über meine Beobachtungen informieren müsse, wenn er sein Alkoholkonsum während der Arbeitszeit nicht einstelle.


*Namen der Redaktion bekannt

(vb)

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