Sonova-Skandal

30. März 2011 12:26; Akt: 30.03.2011 13:54 Print

«So etwas brauchen wir einfach nicht»

Andy Rihs, Gründer und abtretender VR-Präsident von Sonova, nimmt im Video-Interview Stellung zu den Rücktritten an der Konzernspitze und zum Zustand seiner Firma.

(Video: Keystone)
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Fehler gesehen?

In der mutmasslichen Insideraffäre beim Hörgerätehersteller Sonova ist sich Firmengründer Andy Rihs keiner Schuld bewusst: «Ich habe keinerlei Fehler gemacht», sagte der Grossaktionär, der kurz vor einer Gewinnwarnung Sonovas ein Aktienpaket verkauft hatte, am Mittwoch vor den Medien,

Beim Verkauf seiner 300 000 Aktien für 37,5 Millionen Franken am 8. März habe er keine Informationen gehabt, dass Sonova eine Woche später eine Gewinnwarnung veröffentlichen würde, sagte Rihs in Zürich. «Ich hatte dieselben Informationen wie alle anderen auch.»

Dies habe eine Untersuchung der Anwaltskanzlei Homburger bestätigt, die Sonova in Auftrag gegeben habe, sagte der neue Verwaltungsratspräsident Robert Spoerry.

Immer wieder Verkäufe

Rihs betonte, er habe in den vergangenen Jahren immer wieder Aktien von Sonova verkauft. «Ich hatte mal 25 Prozent, jetzt bin ich bei 9 Prozent», sagte Rihs. Als Grund nannte er Geldbedarf unter anderem für den Bau seiner neuen Velofabrik in Grenchen.

Als dann die Gewinnwarnung am 16. März erfolgt sei, habe er aber gesehen, dass der Zeitpunkt des Aktienverkaufs sehr unglücklich gewesen sei. Er wolle niemanden übervorteilen. Deshalb habe er sofort dem Käufer der Aktien angeboten, den Verkauf rückgängig zu machen.

Imageschaden korrigieren

Er wolle nicht Vorteile aus diesem Deal herausholen, obwohl er in dieser Periode zum Verkauf berechtigt gewesen wäre, da Sonova keine Handelssperre erlassen habe. «Ich werde alles daran setzen, den Imageschaden und den materiellen Schaden zu korrigieren», sagte Rihs.

Seinen Rücktritt als Verwaltungsratspräsident erklärte der Firmengründer damit, dass er eine Mitverantwortung für die Versäumnisse übernehmen müsse. Er bleibe aber im Verwaltungsrat an Bord als Vertreter der Ankeraktionäre. Neben Andy Rihs sind dies sein Bruder Hans-Ueli und Beda Diethelm.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nico Toller am 30.03.2011 12:47 Report Diesen Beitrag melden

    Richtig gehandelt

    Ich finde Andy Rihs handelt richtig und kann so die Rufschädigung in Grenzen halten, für sich, wie auch für Sonova.

  • r. olfino am 30.03.2011 10:11 Report Diesen Beitrag melden

    Für die Märchenfibel

    Wer's glaubt zahlt einen Taler! Kein chapeau vor Rihs, den Chapero zu entlassen. Er ist das Bauernopfer. Unternehmer vom Kaliber eines Rihs haben die Eckdaten stets präsent im Kopf und wissen täglich, wie der Karren läuft. Solche Zufälle gibt es einfach nicht. Man versucht's. Wekselberg kam bei Sulzer auch schadlos davon dank Aufsichtsbeörden, deren Mitglieder nur den grossen Lohn abholen und sonst nichts leisten.

  • Velofahrer am 30.03.2011 12:17 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaubwürdig ! Pfui !

    Zuerst weiss Herr Rihs nichts von Doping in seinem Velorennstall ! Und jetzt weiss er nichts von einer Gewinnwarnung in seinem Betrieb ! Was ist das für ein VR-Präsident ? Unglaubwürdig bis auf die Knochen ! Pfui !

Die neusten Leser-Kommentare

  • Birstaler am 04.04.2011 18:12 Report Diesen Beitrag melden

    Fragen über Fragen

    Wie funktioniert ein solcher Deal handeltechnisch? Wer durte hier für einen überhöhten Preis seine Aktien andienen? Auch Kritikers Anmerkung betreffend der Sperrfrist scheinen mir sehr interessant. Denke die Revisionsstelle, Finma und Börsenaufsicht sind arg gefordert. Wäre es nicht besser eine bessere Regelung das Management müsste seine Aktienkäufe und -Verkäufe voranmelden?

  • Hummer von Bern am 04.04.2011 13:31 Report Diesen Beitrag melden

    Wie geht es weiter?

    .... und dann erfährt die Öffentlichkeit sicherlich auch, wie es weitergeht in diesem ( möglichen )Insiderhandel. Verfahren, Strafen usw.oder doch nicht!!

  • Peter Meier, Zürich am 04.04.2011 11:40 Report Diesen Beitrag melden

    Einmal mehr

    Der Firma geht es schlechter als erwartet. Die Manager verkaufen Aktien. Leider kennen Sie das Vorgehen bei aktienrelevanten Firmen nicht. Ist das so schwer ? Kann man diese Informationen nicht nachlesen ? Haben die Herren keine Ausbildung genossen ? Sie sehen liebe Leser, wie dumm wir verkauft wurden !

  • brunschi am 01.04.2011 13:45 Report Diesen Beitrag melden

    Die "Vaterfigur" ist kaputt!!

    Mir tut's weh!! Aber nicht nur unbedingt das verlorene Geld, sondern das verlorene Vertrauen in die "Vaterfigur Rihs". Ich bin jetzt innert 10 Jahren mit "PhonaK" 2X auf die "Schnauze gefallen". Ein drittes Mal sicher nicht mehr.

  • Fritz Braun am 31.03.2011 20:36 Report Diesen Beitrag melden

    Ingenieur FH

    Einmal mehr - man darf nie einem Unternehmer glauben, denn alle scheffeln Geld in den eigenen Sack wie Andy Ryh und ruinieren den eigenen Betrieb!