Corona-Krise

19. März 2020 21:29; Akt: 20.03.2020 11:36 Print

«Wegen des Virus habe ich meinen Job verloren»

Die Corona-Krise trifft die Unternehmen hart. Viele Firmen müssen deshalb ihre Mitarbeiter entlassen. 20-Minuten-Leser erzählen.

Angst um den Job wegen des Coronavirus? Der Arbeitsrechtler Boris Etter erklärt, wann dir dein Arbeitgeber kündigen darf und wann nicht. (Video: 20 Minuten)
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Die Schweizer Wirtschaft leidet unter dem Coronavirus. Viele Firmen beantragen deshalb Kurzarbeit. Doch das ist nicht immer möglich oder reicht nicht aus, um die Firma vor dem finanziellen Ruin zu bewahren. Deshalb entlassen einige Unternehmen ihre Mitarbeiter. Dieses Schicksal trifft auch viele 20-Minuten-Leser:

«Habe die Anstellung in der Probezeit verloren»

Vanessa (25), Assistent Storemanager: «Wegen des Coronavirus habe ich meine Anstellung während der Probezeit verloren. Das ist eine Katastrophe, da ich nun kein Geld vom RAV erhalten werde, denn ich hatte die letzten zwölf Monate keinen Job.»

«Fühle mich im Stich gelassen»

Rebecca (25), Barmitarbeiterin: «Faktisch habe ich keinen Job mehr, da ich auf Stundenlohnbasis angestellt bin und mir nun die Stunden gestrichen wurden. Ich fühle mich als Stundenlöhner im Stich gelassen. Der Bund stellt riesige Geldbeträge für die Kurzarbeit bereit, doch was ist mit den Angestellten auf Stundenbasis?»

«War mir sicher, dass ich niemals arbeitslos werde»

Sandra (30), Orthopädistin: «Als Orthopädistin bin ich zuständig für die Herstellung und Abgabe von Hilfsmitteln für den kranken Bewegungsapparat. Ich war mir sicher, dass ich mit diesem Job niemals in die Arbeitslosigkeit geraten würde, da es immer Menschen geben wird, die auf Hilfsmittel angewiesen sind. Mit Corona hatte ich natürlich nicht gerechnet.Unsere Zielgruppe, ältere und behinderte Personen, sollen zu Hause bleiben oder werden abgeschirmt. Überweisende Praxen und Ärzte behandeln nur noch absolute Notfälle und Freizeitaktivitäten sind bis auf weiteres untersagt: Die Auftragslage ist kritisch und es können nicht mehr alle beschäftigt werden. Deshalb wurde mir vor kurzem gekündigt.»

«Man werde mich eventuell wieder einstellen»

Jasmin (22), Angestellte im Einzelhandel: «Mir wurde auf Monatsende gekündigt, und ich bin bis dahin von meiner Arbeit freigestellt. Der Grund seien finanzielle Probleme wegen der aktuellen Umstände. Man werde mich eventuell wieder einstellen, sobald die Krise vorbei ist. Aber das halte ich für unrealistisch.»

«Bund bietet keine Lösung»

Daniel (47), Freelancer in der Veranstaltungstechnik: «Der Staat hat mir gekündigt. Es geht mir dementsprechend mehr schlecht als recht. Denn der Bund bietet keine Lösung, wie ich meine Rechnungen, meine Wohnung und meinen Lebensunterhalt bezahlen kann. Dabei ist ein Kredit, den ich nachher abzahlen muss, keine Lösung, sondern nur eine Verlagerung und Schuldzuweisung an mich. Doch: Ich bin nicht schuld an der Situation.»

«Habe ab heute kein Einkommen mehr»

Sheila (23), Nanny: «Ich habe als Nanny bei drei Familien gearbeitet. Wegen der Corona-Krise haben aber alle drei Familien, von denen ich meinen Lebensunterhalt beziehe, als Vorsichtsmassnahme beschlossen, die Betreuungsdienste per sofort auf unbekannte Zeit einzustellen. Es ist in dem Sinne also keine endgültige Kündigung, jedoch kann ich in dieser unbestimmten Zeit trotzdem nicht arbeiten und bin vorübergehend arbeitslos. Dabei sind die Familien nicht verpflichtet, Ausfallsentschädigungen zu bezahlen. Vom RAV erhalte ich das Geld erst Monate nach der Anmeldung. Ich habe ab heute kein Einkommen mehr und weiss nicht, was meine Möglichkeiten sind, um durch diese schwierige Zeit zu kommen.»

(bsc)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sid Vicious am 19.03.2020 21:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wundert mich nicht...

    Je länger das geht, desto mehr wird es treffen. Das wird ganz übel ausgehen für viele. Hab ich vor 3 Wochen schon vor gewarnt, aber nur böse Kommis und Daumen runter bekommen. Echt traurig

  • 50+ am 19.03.2020 21:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    das wird noch schlimmer

    wie heisst der bekannte Spruch der Politiker? Wir schaffen das! Klar, jetzt werden irgendwo her Milliarden gezaubert, wo werden die wohl versickern? Glaubt ihr tatsächlich, dass diese Einzelschicksale vom Bund aufgefangen werden?

  • carmelita23 am 19.03.2020 21:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    informieren

    stundelöhner haben auch anrecht auf kurzarbeit..informiert euch doch.. wir wurden auch angemeldet.lg

Die neusten Leser-Kommentare

  • ewald am 21.03.2020 22:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gesellschaftsmodell

    das ist der Nachteil dieser Gesellschaft. jetzt bräuchte man die Familie aber die ist über die ganze Welt verstreut und kann nicht helfen

  • Daria am 21.03.2020 22:56 Report Diesen Beitrag melden

    Aushelfen im Spital

    Leute, es tut mir leid für euch! Wer nun freie Zeit hat - kommt ins Spital zum aushelfen, im Gesundheitswesen wird Hilfe gebraucht..

  • kiki am 21.03.2020 22:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    std.lohn

    was passiert mit den Std.lohn Angestellten????? Die haben nichts wenn sie nicht Arbeiten, wer bezahlt hier den Zins und das Leben?????

  • workmaster am 21.03.2020 21:31 Report Diesen Beitrag melden

    Covid19 ist nicht immer schuld

    Entlassungen begründen sich allermeistens aufgrund defizitärer Leistung. Die Gekündigten, die hier so theatral auf die Tränendrüse drücken, sollten also den Grund der Kündigung bei sich suchen und nicht alles Covid19 in die Schuhe schieben.

    • seven am 22.03.2020 09:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @workmaster

      Sie sind ja hochschlau und ein NEUNMALKLUGER. Gott sei Dank, habe ich solche Individuen wie Sie nicht in meinem Bekanntenkreis.

    • Kamber R am 22.03.2020 11:35 Report Diesen Beitrag melden

      workmaster

      Na ja, wenn der Mensch nicht vernetzt Denken kann, fehlen ihm die Zusammenhänge. Das ordne ich als einfaches Denken ein. Sogenannten Tunnelblick. Sollten evtl. Nachrichten hören, um was es momentan geht. Mir tun die Berufstätigen leid, diese allgemeine Unsicherheit ertragen zu müssen. Bin Pensioniert.

    • Jugni Van Kaaren am 22.03.2020 17:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @workmaster

      Sie erzählen aber einen grossen Seich.

    einklappen einklappen
  • CH.CH. am 20.03.2020 12:00 Report Diesen Beitrag melden

    Tragisch

    Seit Jahren werden Krisen- Pläne erarbeitet und man vergisst einfach so, Berufsgruppen, Einzelunternehmer usw. Die Schweiz vergisst in der Krise die ganz Kleinen, sie hat nicht mal ein Plan, wie man den Kleinen Soforthilfe zusprechen könnte. Ich gehöre zu den Einzelunternehmer, die jetzt nichts bekommen, weil die Gesetzt noch angepasst werden müssen. Egal wo ich mich melde, ich werde nur auf die Lange Bank geschoben.