E-Mail vs. Brief

31. März 2011 23:01; Akt: 01.04.2011 10:50 Print

«Vom Tod des Briefs kann keine Rede sein»

Die Schweizer Post hat 2010 das beste Resultat aller Zeiten erzielt. Das Briefgeschäft läuft überraschend rund.

Fehler gesehen?

Der Konzerngewinn der Post stieg um 25 Prozent auf 910 Millionen Franken. Zwar trugen alle Konzernbereiche zum guten Ergebnis bei. Der grösste Teil des Gewinns stammt aber wiederum von der PostFinance. Mit 571 Millionen Franken verdiente die Post 61 Prozent ihres Ergebnisses im Bankgeschäft mit Privatkunden, wie Konzernleiter Jürg Bucher sagte. Die Steigerung um fast 30 Prozent geht unter anderem auf den Zuwachs an Kundengeldern um 11 Milliarden Franken zurück.

Erstaunlich stabil entwickelte sich der Geschäftsbereich PostMail. «Das Geschäft mit Briefen und Werbesendungen lief sehr gut», sagt Kommunikationschef Daniel Mollet. Nach dem Minus von weit über vier Prozent im Vorjahr bei den adressierten Briefen habe der Rückgang 2010 nur noch 1,5 Prozent betragen. «Vom Tod des Briefs wegen der Konkurrenz durch E-Mail kann also keine Rede sein», so Mollet. Dennoch sei der Mengenrückgang bei den Briefen eine «Herausforderung, der sich die Post stellen muss». Ein erfreuliches Plus verzeichnet hätten hingegen die unadressierten Sendungen wie beispielsweise Werbesendungen. «Dank der besseren Wirtschaftslage haben die Unternehmen wieder mehr Werbung gemacht», erklärt Mollet. Das Briefgeschäft sei und bleibe nach wie vor ein wichtiges Standbein der Post. Dieser Geschäftsbereich finanziere beispielsweise die ungedeckten Kosten des Poststellennetzes sowie der Zeitungsverteilung, sagt Mollet.

(vs/sda/20 Minuten)