Österreich greift an

11. April 2013 09:34; Akt: 11.04.2013 10:09 Print

«Wahre Steueroasen sind in Grossbritannien»

Die wegen ihres Bankgeheimnisses in die Klemme geratenen Österreicher zeigen sich angriffslustig. Sie werfen den Briten vor, Geldwäsche zu betreiben.

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In der Diskussion über eine Lockerung des Bankgeheimnisses attackiert Österreichs Finanzministerin Maria Fekter nun Grossbritannien. Dort seien die wahren Steueroasen in der EU anzutreffen, sagte sie in Interviews der Tageszeitungen «Kurier» und «Presse» vom Donnerstag.

«Wir wollen, dass die Möglichkeiten in Grossbritannien, ein Geldwäscheparadies und ein Steuerparadies zu sein, angegangen werden», sagte sie. Wie Zypern müsse auch das Vereinigte Königreich anonyme Stiftungen (Trusts) abschaffen.

«Wir fordern ein Stiftungs-Register für die Kanalinseln, aber auch für Länder, wo britisches Recht gilt, etwa Caymann-Islands, Virgin Islands oder Gibraltar. Das sind alles Bereiche, die derzeit Paradiese für Steuerflüchtlinge sind», sagte die ÖVP-Ministerin. «Nicht wir sind das Problem, sondern in dem Zusammenhang ist Grossbritannien die Insel der Seligen für Steuerhinterziehung und Geldwäsche.»

Luxemburg als Vorbild?

Österreich verwehrt sich derzeit als einziges Land in der EU dem automatischen Austausch von Kontodaten ausländischer Anleger. Der letzte Verbündete in dieser Streitfrage - Luxemburg - hatte am Mittwoch eine Teilnahme an dem europäischen System ab 2015 in Aussicht gestellt.

Experten gehen davon aus, dass Österreich nachziehen muss. Während die SPÖ zu Verhandlungen bereit ist, will der Koalitionspartner ÖVP keinem automatischen Kontodatenaustausch zustimmen und das Bankgeheimnis zumindest für Österreicher erhalten.

(aeg/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • McMoney am 11.04.2013 09:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sauerei

    Die Österreicher haben Recht! Die ganze EU ist ein "bschiss". Da wird den Staaten mit guten Finanzen u.tiefen Arbeitslosen Zahlen alles vermiest, aber die Briten scheren sie ein dreck um alles! Es geht wie immer ums Geld!!! Alles heuchler in Brüssel!!!

  • Dani S. am 11.04.2013 15:10 Report Diesen Beitrag melden

    Frau Fekter ist Top

    nicht das erste Mal dass Frau Fekter der EU die Stirn bietet! Für dieses Rückgrat würde ich meine Steuern direkt viel lieber nach Österreich abführen, wo man sich wenigstens auch mal GEGEN die EU-Grossmächte einsetzt und nicht den permanenten Kniefall übt! Weiter so Frau Fekter und ich beantrage irgendwann den österreichischen Pass!

  • Sergio M. am 11.04.2013 11:44 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo Frau Fekter!

    So geht das politisieren Frau Schlumpf + Co., lassen Sie sich in Zukunft von Frau Fekter beraten oder lassen Sie sich nicht wiederwählen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter besserwisser am 12.04.2013 06:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heiligenschein

    Bravo Österreicher. Endlich hat jemand den Mut, die,grössten Betrüger namentlich zu bezeichnen. Hoffentlich hat der deutsche Kavallerieoberst auch davon Kenntnis.

  • Puenn am 11.04.2013 21:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wäre schön...

    ...wenn der deutsche Kavallerieoberst und seine Adjutanten nun den Mut aufbringen würden auch gegen die englischen und amerikanischen Geldwäscherinstitute vorzugehen.

    • Supermario am 12.04.2013 12:47 Report Diesen Beitrag melden

      Politisch nicht interessant

      Liegt wohl auf der Hand, das mit dem Hinweis auf Missstände in Burkina Faso ebensowenig politisches Kapital zu schlagen ist, wie mit der Anprangerung von EU-Verbündeten!

    einklappen einklappen
  • Zlottl am 11.04.2013 18:00 Report Diesen Beitrag melden

    Es dürfte schon zu spät sein

    Länder wie Österreich, Luxemburg und die Schweiz hätten von Anfang an eine Allianz bilden und viel OFFENSIVER vorgehen müssen. Frei nach der Art: erst wenn GB und die USA ihre Schwarzgeld-Nester ausräuchern, sind wir bereit, überhaupt über das Thema zu diskutieren. Ich wünschte, die Schweiz würde mehr agieren und weniger reagieren. Schweizer Aussenpolitik läuft immer nach dem gleichen Muster ab. Erst ist man empört und weist alle Anschuldigungen zurück und dann bricht man ein.

  • romaro am 11.04.2013 16:20 Report Diesen Beitrag melden

    Man sollte gleiches von den.....

    ... USA und ihrem Delaware verlangen !

  • Dani S. am 11.04.2013 15:10 Report Diesen Beitrag melden

    Frau Fekter ist Top

    nicht das erste Mal dass Frau Fekter der EU die Stirn bietet! Für dieses Rückgrat würde ich meine Steuern direkt viel lieber nach Österreich abführen, wo man sich wenigstens auch mal GEGEN die EU-Grossmächte einsetzt und nicht den permanenten Kniefall übt! Weiter so Frau Fekter und ich beantrage irgendwann den österreichischen Pass!