Tiefer Euro

16. Juni 2011 22:40; Akt: 17.06.2011 09:02 Print

«Ware wird einfach nicht angemeldet»

von Marcel Amrein - Wegen des tiefen Euros fahren die Schweizer nun auch aus dem Mittelland zum Euroshoppen. Doch dabei kann einiges schiefgehen.

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Herr Pavel, worauf muss ich achten, wenn ich vom Einkauf im Ausland zurückkehre?
Walter Pavel*: Pro Person und Tag dürfen Sie Waren für 300 Franken abgabenfrei einführen. Für einige Waren – Tabak, alkoholische Getränke und bestimmte Landwirtschaftsprodukte – gelten jedoch besondere Höchstmengen.

Gibt es Missverständnisse, die regelmässig vorkommen?
Ja, so kann man zum Beispiel eine einzelne Ware nicht auf mehrere Personen aufteilen. Wenn etwa ein Computer mehr als 300 Franken kostet, darf man dafür nicht die Freigrenzen der Mitreisenden hinzurechnen.

Welches sind die beliebtesten
Schmuggeltricks der Einkaufstouristen?

Die Ware wird einfach nicht angemeldet. Die Einkaufstouristen sind nicht so kreativ wie etwa die Drogenschmuggler, die sich die unmöglichsten Verstecke ausdenken.

Kontrollieren Sie die Euroshopper nun schärfer?
Nein, wir führen nicht mehr Kontrollen durch. Es geht uns auch gar nicht darum, möglichst viele Leute zu kontrollieren. Statt beim einfachen Einkaufstouristen setzen wir unsere Ressourcen vielmehr beim grossen, gewerbsmässig organisierten Schmuggel ein. Da geht es nicht selten um Millionenbeträge – und um die Gesundheit der Konsumenten.

Wie entscheidet ein Grenzwächter, welche Personen er kontrollieren will?
Es spielen vor allem Ausbildung und Erfahrung eine Rolle – und manchmal auch die Intuition.

*Walter Pavel ist Kommunikationschef der Eidgenössischen Zollverwaltung.