Ex-Konzernchef von Thomas Cook

15. Oktober 2019 13:56; Akt: 16.10.2019 03:42 Print

«Wir hätten einen Neustart geschafft»

Der Reisekonzern Thomas Cook musste im September Insolvenz anmelden. Der ehemalige Chef des Unternehmens spricht nun über die Pleite.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der Ex-Chef des pleite gegangenen Reisekonzerns Thomas Cook, Peter Fankhauser, ist Vorwürfen über seine Bezahlung und Managementfehler entgegen getreten. Bei einer Anhörung eines Ausschusses des britischen Parlaments entschuldigte sich der Schweizer am Dienstag erneut bei Kunden, Beschäftigten und Geschäftspartnern für die Insolvenz des weltweit ältesten Reisekonzerns.

Umfrage
Thomas-Cook-CEO Peter Fankhauser...

Er habe unermüdlich für die Rettung und den Erfolg des Unternehmens gearbeitet. Auf Fragen nach seiner Vergütung von rund einer Million Pfund 2018 und einem Bonus in Höhe von 750'000 Pfund für 2017 sagte Fankhauser, er lege seine Bezahlung nicht selbst fest. Der Bonus von 2017 könne ihm theoretisch wieder entzogen werden. 30 Prozent davon seien jetzt wertlose Thomas-Cook-Aktien.

Von Verschuldung gebremst

Das seit Jahren hoch verschuldete Unternehmen war Ende September pleite gegangen, nachdem einige Banken einen milliardenschweren Rettungsplan nicht mittragen wollten und auch der britische Staat eine Kredithilfe ablehnte. Thomas Cook kämpfte schon länger mit Problemen durch seine grosse Abhängigkeit von Pauschalreisen und die wachsende Konkurrenz durch Online-Reisevermittler.

Fankhauser erklärte, die Bemühungen um eine Wende seit seinem Antritt als Konzernchef 2014 seien von der hohen Verschuldung gebremst worden. Mehrere Beteiligte seien verantwortlich gewesen für das Scheitern des Rettungsplans. Hätte er gegriffen, wäre Thomas Cook das bestfinanzierte Reiseunternehmen in Europa gewesen.

«Ich glaube fest, dass wir einen Neustart nach einer erfolgreichen Rekapitalisierung geschafft hätten», sagte Fankhauser. Er wolle die britische Regierung wegen der Absage an einen Hilfskredit nicht kritisieren. Aber die Kosten des Zusammenbruchs von Thomas Cook seien letztlich viel höher gewesen als die angefragte Finanzierung, die sich auf 150 Millionen Pfund belaufen haben soll.

(sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • E.H. am 15.10.2019 14:41 Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt noch Schön reden!

    Jetzt noch Schön reden! Warum hat er es nicht früher gemacht? Diese überbezahlten Chefs müssten halt vorausschauend handeln, dafür werden sie bezahlt!

    einklappen einklappen
  • Leser am 15.10.2019 15:47 Report Diesen Beitrag melden

    Wäre, hätte, täte

    Tja, ich hätte auch manches geschaft, wenn dieser oder jener Faktor anders gewesen wäre. Aber hätte, wäre und täte, ist halt nicht die "Wirklichkeit des Seins"

    einklappen einklappen
  • Lodddar am 15.10.2019 15:14 Report Diesen Beitrag melden

    Hätte hätte Fahrradkette

    Das hätte die Swissair auch geschafft, wie hier liessen die Banken die Firma vorsätzlich pleite gehen. Mit minimalsten Mitteln hätte man den Turn-Around schaffen können, aber die Strategen haben manchmal andere Pläne. Die Swiss ist längst wieder hoch profitabel!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Londinium Cross am 17.10.2019 03:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Man kann alles retten

    Man darf Fankhauser nun wirklich nicht verurteilen. Ich denke da an eine ähnliche Geschichte mit der Zürich Versicherung. Die war praktisch an die Wand gefahren, als Jim Schiro sie als CEO übernahm. Milliarden von Geldern und die Jobs von tausenden von Mitarbeitern standen auf dem Spiel. Wie man sieht, das das Unternehmen überlebt, mit einem waghalsigen Finanzierungsplan und Investoren, die so manchem nicht die Kehle runter wollen. Man muss etwas wagen und andererseits die Leute auch unterstützen und machen lassen. Oft sitzen die Versager tatsächlich in der Regierung und nicht im Unternehmen.

  • Sensation.white am 17.10.2019 00:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    na

    er kann ja seinen Boni anstandshalber zurück geben

  • Email am 16.10.2019 23:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mögliche Stellungnahme des CEO

    Wir hätten den Neustart bestimmt geschafft, davon bin ich überzeugt. Leider vergass ich versehentlich ich betone rein versehentlich mein CEO Gehalt während der kritischen Phase zu kürzen. Ich hatte wegen der vielen Reisen und Meetings allerdings auch überdurchschnittlich hohe Kosten für Kleider, Schuhe und Kosmetika. Dafür brauchte ich schon ein angemessenes Gehalt, aber so ein zwei Tausender wären sicher dringelegen. Sorry, dumm gelaufen. Ich hab daraus gelernt und werde es bei meinem nächsten CEO Job sicher besser machen. Ich hab ja jetzt auch fürs Erste genug Kleider, Schuhe und Kosmetika.

  • Leser am 16.10.2019 21:25 Report Diesen Beitrag melden

    Nur wenn alle mitmachen.

    Wenn die Führungsriege Milionengehälter kassiert, kommen diese bei den Mitarbeitern nicht gut an. Erst der Erfolg, dann der Lohn. Nur ein gesundes Unternehmen kann gute Löhne zahlen. Die Statistik würde sicher belegen, dass es Unternehmen welche Milionengehälter an CEO's zahlen weniger gut geht.

  • Investor am 16.10.2019 20:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Korrekt

    Altes Investoren-Sprichwort: don't throw good money afrer bad. Richtig so, dieser Konzern war nicht mehr zu retten. Die nächsten werden folgen: rückständigstes VW, etc.