SNB-Chef

15. Januar 2015 13:24; Akt: 15.01.2015 16:34 Print

«Wir leben nicht in einem geldpolitischen Paradies»

Die Beibehaltung des Franken-Euro-Mindestkurses sei nicht mehr gerechtfertigt gewesen, erklärte SNB-Präsident Thomas Jordan am Donnerstagnachmittag vor den Medien in Zürich.

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Thomas Jordan, Präsident der Schweizerischen Nationalbank, an der Medienkonferenz vom 15. Januar 2015. (Bild: Reuters/Arnd Wiegmann)

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Obwohl der Franken hoch bleibt, hat sich seit der Einführung des Mindestkurses von 1,20 Fr. pro Euro die Überbewertung der Landeswährung reduziert. Die Wirtschaft konnte sich auf die neue Lage einstellen. Damit begründete SNB-Präsident Jordan den Verzicht auf die Grenze.

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Der Mindestkurs habe die Schweizer Wirtschaft vor schwerem Schaden bewahrt, stellte Thomas Jordan am Donnerstag vor den Medien in Zürich fest. In der letzten Zeit hätten sich die Unterschiede in der geldpolitischen Ausrichtung der bedeutenden Währungsräume aber verschärft. Das dürfte sich fortsetzen.

Der Euro wertete sich gegenüber dem Dollar deutlich ab. Dadurch schwächte sich auch der Franken zur US-Währung ab, wie der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB) ausführte.

Mindestkurs nicht mehr gerechtfertigt

Vor diesem Hintergrund sei die Notenbank zum Schluss gekommen, dass die Durchsetzung und die Beibehaltung des Franken-Euro-Mindestkurses nicht mehr gerechtfertigt sei, erklärte der oberste Währungshüter.

Gleichzeitig erhöhte die Nationalbank den Negativzins für Bankguthaben auf ihren Girokonten. Das mache Frankenanlagen nochmals deutlich weniger attraktiv und federe die Aufhebung des Mindestkurses ab, sagte Jordan.

Die Inflationsaussichten für die Schweiz sind gemäss Jordan tief: 2015 rechnet die SNB mit einer Verbilligung um 0,1 Prozent. Mit dem fortschreitenden Ölpreiszerfall sinken die Aussichten weiter. Der tiefere Ölpreis belebt die Weltwirtschaft, was wiederum als Elixier für die Schweiz wirkt. Frankenkursbewegungen wirken sich ebenfalls auf Inflation und Konjunktur aus.

Jordan versicherte, die Nationalbank bleibe vor diesem Hintergrund ihrem Ziel der Preisstabilität unter Berücksichtigung der Konjunkturentwicklung verpflichtet. In der Geldpolitik werde die Notenbank auch künftig der Wechselkurse Rechnung tragen. Bei Bedarf bleibe sie am Devisenmarkt aktiv.

Die Pressekonferenz im Detail:

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(sda)