Kritik an Nationalbank

18. Dezember 2018 06:51; Akt: 18.12.2018 06:54 Print

Ökonomen warnen vor Pleite der Schweiz

Matthias Wenk und Marc Friedrich gehen mit der Politik der Schweizerischen Nationalbank hart ins Gericht. Sie spiele eine Art russisches Roulette, so die Ökonomen.

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Diese Warnung hat es in sich: «Wir raten davon ab, Geld in die Schweiz zu bringen oder Schweizer Franken zu kaufen.» Dieser Meinung sind die beiden deutschen Ökonomen Matthias Weik und Marc Friedrich, die ihre Warnung auf der Schweizer Internetplattform Infosperber veröffentlicht haben und woraus der «Tages-Anzeiger» zitiert.

Die beiden schreiben, dass die SNB «schweizerisches Roulette» spiele, sofern deren Präsident Thomas Jordan kein Genie sei. «Wenn die Notenbankpolitik der SNB schiefgeht, dann wird die Schweiz de facto von heute auf morgen pleite sein», so deren Prognose.

Weik und Friedrich kommen zu diesem Entschluss, nachdem die SNB letzte Woche ihre zwei wichtigsten Pfeiler der Schweizer Geldpolitik bestätigt hatte: die Negativzinsen und die Käufe von Devisen durch frisch geschaffene Franken, um eine Aufwertung des Schweizer Frankens zu verhindern.

Kritik ist keine Ausnahme

Sie kritisieren zudem, dass die SNB zu stark am Aktienmarkt involviert sei. So besitze sie mehr Facebook-Aktien als deren Gründer Mark Zuckerberg selbst. Als äusserst problematisch erachten sie auch die auf 830 Milliarden Franken aufgeblähte Bilanz der SNB. Keine andere Notenbank der Welt weise eine solch hohe auf.

Die beiden Deutschen stehen mit ihrer Kritik nicht alleine da. Das US-Finanzministerium hat die SNB unter Beobachtung und auch hierzulande hat Finanzminister Ueli Maurer vor der zu grossen Bilanz der SNB gewarnt.

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Katzerich am 18.12.2018 07:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neid drückt durch

    Der starke CHF hat so seine Ursachen: u.a. richtiger Einsatz des Instrumentariums bei den Eingriffen der SNB (viele Möglichkeiten gibt es nicht), keine Streiks/Demos. Dank Nicht-EU-Mitgliedschaft tiefe Arbeitslosigkeit, moderate Steuerbelastung und ein Milizparlament. Dazu kommt, dass die Politiker bei unserer Nationalbank nichts zu sagen haben. Fazit: den Neid der deutschen "Experten" müssen wir uns täglich verdienen.

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  • Ökonom am 18.12.2018 07:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist tatsächlich ein gefährliches Spiel

    Der Leitzins in den Staaten ist bei 2-2.25%. Nur um die Exportwirtschaft gegenüber der EU und dem Euro zu unterstützen lässt die SNB die Gelddruckmaschinen so schnell laufen bis sie glühen und lässt den Zins unter null herdümpeln. Die Geldanlageinstitutionen, sprich Altersvorsorge etc, müssen die Zeche bezahlen. Wie lange noch? Welche anderen Wege gäbe es?

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  • Albondi am 18.12.2018 08:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pleite ist die EZB

    Erstens ist das Geld gut angelegt, und das vorwiegend in Aktien. Viel besser als in Staatsanleihen maroder europäischer Staaten wie es die EZB macht. Der Aktienbestand der SNB könnte jederzeit in einen Volksfonds ausgelagert werden für zukünftige Generationen, ähnlich Norwegen. Wir haben halt kein Oel, dafür eine gut laufende Wirtschaft, die uns Wohlstand und Reichtum bringt. Wieso das alles aufgeben? Zweitens kann eine Nationalbank mit eigenständiger Geldpolitik gar nicht pleite gehen. Bei der EZB sieht das ganz anders aus. Neider wohin man schaut....

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Daniel am 18.12.2018 20:36 Report Diesen Beitrag melden

    Sparer leiden - Schuldenmacher florieren

    Jordans Griff in den Giftschrank wiegt schwer und schwerer. Er drückte den Zins für Guthaben auf den Girokonten auf -0.75 % und das Zielband für den Dreimonats-Libor sogar bis auf -1.25 %. Seither hat das Negativzinsregime bestand und eine baldige Änderung ist nicht in Sicht. Der Schaden wir immer deutlicher: 1. Verschärfter Preiskrieg und neue Anbieter im Hypothekargeschäft  2. Beschleunigte Ausweitung der SNB-Bilanz 3. Alternative Anlagen im Höhenrausch 4. Zündfunken für den Bitcoin

  • B8B am 18.12.2018 19:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hilflos

    Am Ende ist es doch so, all diese weltlichen Dinge können wir verlieren und dann stehen wir nackt und hilflos da.

  • Ferdo am 18.12.2018 19:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Doch EU Beitritt der Schweiz in absehbarer Zeit?

    Vielleicht bleibt der Schweiz nun doch nichts anderes übrig, als der EU beizutreten. In der letzten Zeit ist von Seiten der EU Richtung Schweiz deutlich stärker geworden. Man denke nur an die Rahmenbedingungen, Börse, Personenfreizügigkeit, etc. . Die Schweiz ist wirtschaftlich auf die EU angewiesen und ist am kürzeren Hebel. Der Druck der EU wird anhalten....

  • MGM am 18.12.2018 16:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tja

    Und trotzdem werde ich von Kollegen dafür kritisiert, dass ich einen Grossteil meiner Barschaft in Edelmetallen halte. Witzig.

  • cheesymogul am 18.12.2018 14:27 Report Diesen Beitrag melden

    Banken od. Pensionskassen-Crash?

    Jeder der das Fiat-Geldsystem in seiner letzten Konsequenz und seinem ganzen betrügerischen Ausmass begriffen hat, kann eigentlich kaum zu einem anderen Schluss kommen Ich befürchte unterdessen auch, dass es bei uns sehr schnell und in brutalstem Domino-Schnellzug abgehen könnte. Die Frage ist eigentlich nur noch, wo kracht es zuerst, bei den Grossbanken oder den Pensionskassen? Weiss das jemand von den Lesern, ist die SNB eigentlich immer noch der grösste Apple Aktionär der Welt, oder haben sie wenigstens dort rechtzeitig reduziert?