Schwarze Zahlen

23. März 2011 10:47; Akt: 23.03.2011 11:02 Print

Überraschender Mini-Gewinn von OC Oerlikon

Nachdem OC Oerlikon für das vergangene Jahr einen kleinen Gewinn von fünf Millionen Franken bekannt gegeben hatte, griffen die Investoren zu: Die Aktie stieg um über vier Prozent.

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Das Verwaltungsgebäude von OC Oerlikon im steuergünstigen Schwyzer Pfäffikon. (Bild: Keystone)

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OC Oerlikon bereitet den Anlegern wieder einmal Freude. Der Maschinen- und Anlagenbauer OC Oerlikon ist nach zwei Jahren mit hohen Verlusten in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. 2010 resultierte ein kleiner Konzerngewinn von fünf Millionen Franken.

In den ersten Handelsminuten lag das vorläufige Hoch der Aktie bei 6,62 Franken. Der Gesamtmarkt zeigte sich zur gleichen Zeit knapp im Plus. Oerlikons Rückkehr in die schwarzen Zahlen erfolgte ein Jahr früher als erwartet. Analysten hatten im Schnitt einen weiteren Verlust von 74 Mio. Fr. erwartet. Der Konzern habe sich erneuert und erholt, erklärte OC Oerlikon im Communiqué vom Mittwoch. Der Umsatz stieg um 25 Prozent auf 3,601 Mrd. Franken. Der Rekordwert von 5,4 Milliarden aus dem Jahr 2007 blieb aber noch in weiter Ferne.

Markanter Umsatzgewinn in Asien

Währungseinflüsse verringerten den Umsatz 2010 um sechs Prozent. Während der Umsatz in Nordamerika unverändert blieb und in Europa leicht stieg, kletterte er in Asien um 65 Prozent. Asien ist mit einem Anteil von 44 (2009: 34) Prozent bereits der wichtigste Markt.

Der Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern erhöhte sich von -589 Mio. Fr. im Jahr 2009 auf 51 Mio. Franken, obwohl zusätzlich Wertberichtigungen auf Anlagevermögen von 32 Mio. Fr. anfielen.

Tiefgreifende Sanierung

In den vergangenen beiden Jahren hatte der Konzern existenzbedrohende Verluste von netto 425 Mio. und 592 Mio. Fr. eingefahren. Der Konzern konnte sich mit seinen Kreditgebern und dem Hauptaktionär Renova des russischen Investors Viktor Vekselberg aber auf eine Rosskur einigen.

Die Sanierung umfasste eine Kapitalherabsetzung von 95 Prozent mit einer nachfolgenden Kapitalerhöhung um 1,124 Mrd. Franken, den Verkauf von eigenen Oerlikon Aktien an die Kreditgeber, einem Schuldenerlass von 125 Mio. Fr. sowie eine neue Kreditfazilität.

Der Konzern könne nun eine solide Bilanz mit einer Eigenkapitalquote von 32 (2009: 11) Prozent vorweisen, schreibt OC Oerlikon. Die Nettoverschuldung sank von 1,646 Mrd. auf 274 Mio. Franken. Mit Restrukturierungen seien Kosteneinsparungen von über 350 Mio. Fr. erzielt worden. Dennoch stieg die Zahl der Mitarbeitenden um 288 auf 16 657.

Weiteres Wachstum

2011 wird ein Umsatzwachstum von bis zu 10 Prozent angestrebt, nachdem der Bestellungseingang im vergangenen Jahr um 51 Prozent auf 4,5 Mrd. Fr. geklettert ist.

Die Profitabilität soll sich den bisherigen Bestwerten des Konzerns annähern, wozu vorrangig die vier Segmente Textilmaschinen, Vakuumprodukte, Beschichtungen und Advanced Technologies beitragen sollen. Das Geschäft mit Antriebssystemen soll in die Gewinnzone zurückkehren und die Solar-Sparte die Gewinnschwelle erreichen.

2011 werde ein Jahr des Übergangs sein, um danach das volle operationelle Potenzial von Oerlikon auszuschöpfen, erklärte Konzernchef Michael Buscher.

(whr/sda)