Brasilien ausgeschieden

13. Juli 2014 10:55; Akt: 14.07.2014 02:19 Print

Ökonomen blamieren sich mit WM-Prognosen

von A.Meili - Vor dem WM-Start waren sich die Analysten der grossen Finanzhäuser einig: Brasilien wird Weltmeister. Doch nicht nur mit dieser Prognose lagen sie komplett daneben.

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Mit komplizierten Modellen prognostizieren Ökonomen verschiedener Banken vor grossen Turnieren den Ausgang der Spiele und bieten Fussballfans damit Orientierungshilfen beim Tippen. In diesem Jahr waren sich die Analysten von Goldman Sachs, UniCredit und der UBS einig: Brasilien wird sich den Titel holen. Die Experten von Goldman Sachs bewerten die Wahrscheinlichkeit eines brasilianischen Triumphs mit 48,5 Prozent, die Experten der UBS mit 30 Prozent.

Doch seit der 7:1-Abreibung im Halbfinale gegen Deutschland ist klar: Für das Heimteam geht es nur noch um Rang drei. Überhaupt stimmten die Resultate an dieser WM kaum mit den Vorhersagen der Banker überein. Laut dem deutschen «Wall Street Journal» hatte Goldman von den ersten 36 Spielen nur bei 36,11 Prozent die Tendenz richtig getippt. Deshalb analysierte die Bank die Daten noch während der Gruppenphase neu und legte eine aktualisierte Berechnung vor. Diese sah die Elfenbeinküste und Italien im Achtelfinale und prognostizierte einen Halbfinalsieg der Niederlande gegen Argentinien.

Auch Modell der UBS mit schwachen Vorhersagen

Ähnlich schwach sah die UBS den Turnierverlauf voraus – zumindest in der Gruppenphase. «Unser Modell war eher schlecht am Anfang dieser Weltmeisterschaft», sagt Ökonom Andreas Höfert zu 20 Minuten. So lagen die Analysten bei den Achtelfinalisten lediglich in neun Fällen richtig. «Das ist nicht besser, als mit einer Münze Kopf und Zahl zu spielen», so Höfert. Ab den letzten acht und insbesondere ab den Halbfinalisten, wo man Brasilien, Argentinien und Deutschland hatte, sei das Modell aber ziemlich gut gewesen.

Deutlich besser abgeschnitten hat das Modell von UniCredit. «Wir sind zufrieden mit den Vorhersagen. Wir haben 11 von 16 Achtelfinalisten und 3 von 4 Halbfinalisten richtig vorhergesagt», sagt Andreas Rees, Chefvolkswirt Deutschland bei UniCredit, zu 20 Minuten. Zudem habe man prognostiziert, dass Spanien nicht unter die ersten vier komme.

Ökonomen wollen Finale nicht prognostizieren

Fehleinschätzungen seien gerade bei Fussballturnieren nicht zu vermeiden. «Im Fussball lässt sich nicht alles vorhersagen, denn das Spiel bietet immer wieder Überraschungen und Ereignisse, die es in der Vergangenheit noch nie so gab – wie das 7:1 der DFB-Elf im Halbfinale.» Bei Fussballmodellen spielen laut dem Experten Vergangenheitserfahrungen eine grosse Rolle, weshalb Überraschungserfolge wie die von Costa Rica kaum vorhergesehen werden können.

«Ausserdem zeigt die Vergangenheit, dass der Heimvorteil besonders schwer wiegt, weshalb wir auch Brasilien als Weltmeister prognostiziert haben», so Rees. Vielleicht habe sich dieser an diesem Turnier aber eher als Last erwiesen. «Über diese Fehlprognose habe ich mich aber natürlich gefreut und hoffe jetzt auch, dass Deutschland das Finale gewinnt.» Eine Prognose für das Finale will Andreas Höfert nicht wagen: «Ich möchte hier die Spannung nicht vorwegnehmen, deshalb habe ich das Modell nicht vor dem Finale aufdatiert.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Daniel Achermann am 13.07.2014 10:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bonus

    Keine Angst liebe Banker. Der Bonus wird trotzdem gut sein.

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  • Joe Amberg am 13.07.2014 11:31 Report Diesen Beitrag melden

    Erstaunliches Erstaunen

    Nachdem die Ökonomen ja auch in der Wirtschaftswelt meist nicht die geringste Ahnung haben was abgeht und insbesondere was abgehen wird (Finanzkrise etc. pp.) ist dieses Erstaunen äusserst erstaunlich!

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  • Bankster am 13.07.2014 11:18 Report Diesen Beitrag melden

    Ökonomen massen sich viel an.

    Alles nur Theorien. Es ist keine exakte Wissenschaft und deshalb sehr kritisch anzuschauen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Reto.R am 13.07.2014 18:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wofür?

    anscheinend hat man auf der bank nichts besseres zu tun, als fussballspiele vorherzusagen, wofür man dann ende monat einen überdurschnittlichen lohn kassiert. Aber das schöne ist ja, dass fuessball nicht berechenbar ist.

  • Petra am 13.07.2014 14:05 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Wunder

    Wenn einige Mannschaften ihr Niveau nicht erreichen konnten, andere Glück oder Schiedsrichter hatten und wiederum andere Mannschaften unerwartet stark aufspielten!

  • James am 13.07.2014 14:01 Report Diesen Beitrag melden

    30%?

    Die UBS-Prognose mit einer Wahrscheinlichkeit von 30% sagt aber aus, dass Brasilien eher nicht Weltmeister wird - auch 48.5%. Warum schreibt ihr im Titel das Gegenteil? Lügt ihr etwa oder versteht ihr die Thematik nicht?

  • baxuru am 13.07.2014 13:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    andere tippen besser

    google cloud hat erst 2 partien falsch vorhergesagt...

  • Thomas am 13.07.2014 13:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich lach mich schlapp

    Ich habe die Spiele per Münzwurf getippt und liege bei weitem besser damit als solche hochbezahlten Ökonomen. Nur meine Frau lag mit ihrem Nichtwissen sogar noch besser mit ihrem "Tip". Die liegen ja schon in den Bereichen die sie können sollten weit daneben! Und dann noch auf deren Tip hin wetten!? Wer das macht ist dann selber schuld!