Ölpreis unter 39 Dollar

31. Dezember 2008 11:06; Akt: 16.11.2009 16:54 Print

Ölkrise wegen Bumerang-Effekt?

Der Ölpreis ist am letzten Tag des Jahres noch einmal gefallen. Doch Experten befürchten, dass der niedrige Preis langfristig zu einer neuen Ölkrise führen könnte, wenn die Nachfrage plötzlich sprunghaft ansteigen sollte.

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Freude haben Europas Autofahrer: Zum ersten Mal seit fast vier Jahren kostet ein Liter Diesel diese Woche weniger als einen Euro. (Bild: AFP/Bob Edme)

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Ein Barrel (159 Liter) kostete am Mittwoch im Computerhandel 38,33 Dollar, das war ein Rückgang um 70 Cent. Damit kostet ein Barrel fast 110 Dollar weniger als zum Hochstand am 11. Juli, als 147,27 Dollar abgerechnet wurden.

Ursache des Preisverfalls ist der weltweite Wirtschaftseinbruch, der die Ölnachfrage innerhalb weniger Monate absinken liess.

Ohne Nahost-Krise wär's noch billiger

Zur Zeit stützen offenbar noch die Sorgen im Zusammenhang mit dem Konflikt zwischen Israel und der Hamas in Gaza die Ölpreise: Vor Ausbruch der Kämpfe war der Ölpreis sogar zeitweise auf 33,87 Dollar eingebrochen.

Im Jahr 2009 wird sich herausstellen, ob die angekündigten massiven Förderkürzungen des Ölkartells OPEC von insgesamt 4,2 Millionen Barrel pro Tag eine Preiswende nach oben erzwingen können. Umgekehrt könnte eine weitere Schwäche der Wirtschaft die Ölnachfrage weiter dämpfen und die Preise unter Druck setzen.

Kein Geld für teure Bohrungen

Zahlreiche Ölexperten sind der Meinung, die niedrigen Preise würden langfristig zu einer neuen Ölkrise mit extremen Preisanstiegen führen: Bei den gegenwärtigen Preisen sind teure neue Ölprojekte wie die Suche in der Tiefsee nicht zu finanzieren. Wenn die Nachfrage in einem oder zwei Jahren wieder anzieht, würden diese neuen Quellen nicht zur Verfügung stehen.

(ap)