Konsumentenpreise

09. März 2011 11:35; Akt: 09.03.2011 13:21 Print

Ölpreis und Mieten sorgen für Teuerung

von Balz Bruppacher - Wegen der Ölpreishausse und teureren Mieten zieht die Inflation auch in der Schweiz an. Mit 0,5 Prozent im Februar ist sie aber nach wie vor deutlich tiefer als im Euroraum.

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Der Landesindex der Konsumentenpreise lag Ende Februar bei 100,0 Punkten, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) mitteilte. Das sind 0,4 Prozent mehr als im Januar. Die Jahresteuerungsrate stieg von 0,3 auf 0,5 Prozent und damit etwas stärker, als die Bankökonomen erwartet hatten. Noch ist die Inflation aber fast zwei Prozentpunkte tiefer als im Euroraum (2,4 Prozent).

Der Anstieg ist vor allem auf die Verteuerung der Mieten und der Erdölprodukte zurückzuführen. Die Mieten stiegen gegenüber dem Vormonat um 0,9 Prozent. Heizöl war 5,7 Prozent teurer, Benzin kostete 1,3 Prozent mehr. Im Vorjahresvergleich waren die Erdölprodukte sogar um gut zwölf Prozent teurer. Hinzu kamen Aufschläge bei Kleidern und Schuhen nach dem Ende des Ausverkaufs.

Der Blick auf die Importpreise zeigt, dass der Ölpreisanstieg die teuerungsdämpfende Wirkung des hohen Frankenkurses mehr als kompensiert hat. Die importierte Teuerung nahm um 0,7 Prozent gegenüber dem Vormonat zu und um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Weiterhin tief blieb die sogenannte Kerninflation, die saisonale Preisbewegungen bei Nahrungsmitteln sowie Veränderungen der Energie- und Treibstoffpreise ausklammert. Die Jahresrate betrug 0,1 Prozent.

Der Kurs des Schweizer Frankens legte nach der Veröffentlichung der Teuerungszahlen etwas zu. Nach einem Tageshoch von 1,3017 Franken fiel der Euro unter die 1,30-Franken-Marke zurück, auf 1,2929 Franken.

Vorerst keine Leitzinserhöhung der SNB

Trotz des leichten Teuerungsanstiegs glaubt aber niemand, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) bei ihrer Lagebeurteilung von nächster Woche eine Leitzinserhöhung beschliessen wird. Denn ein solcher Schritt würde den Frankenkurs gegenüber dem Euro weiter in die Höhe treiben, solange die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen nicht erhöht.

Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der EZB im April ist aber gestiegen, wie die Bank letzte Woche deutlich machte. Damit wäre im Urteil von Ökonomen auch der Weg für einen Zinsschritt der SNB im Juni oder im September frei. Signale in diese Richtung könnte schon die neue Inflationsprognose der Nationalbank vom 17. März aussenden, wie Credit-Suisse-Ökonom Fabian Heller erklärte. Er war bis letzte Woche davon ausgegangen, dass die Nationalbank frühestens Ende dieses Jahres den Leitzins erhöht.