«Bahn soll erst ihre Hausaufgaben machen»

06. Juni 2019 09:30; Akt: 06.06.2019 09:30 Print

Ärger über die neuen E-Trottinette der SBB

von Isabel Strassheim - Mit E-Scootern am Bahnhof will die SBB mehr Leute in den Zug locken. Sie solle besser den Bahnbetrieb richtig hinbekommen, so die Kritik.

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Allein die Ankündigung hatte schon gereicht, um Kritik auszulösen: Die SBB will ihren Service ausbauen und Elektro-Trotinette am Bahnhof aufstellen. Das solle mehr Kunden anlocken. Bei Pro Bahn, der Interessenvertretung der Kunden im öffentlichen Verkehr, kommt das gar nicht gut an: «Die SBB sollte besser ihre Hausaufgaben machen und erst mal für einen reibungslosen Zugverkehr sorgen», kritisiert Karin Blättler, Präsidentin von Pro Bahn am Mittwoch.

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Die E-Trottinette stehen laut Blättler sinnbildlich für die vielen Nebenschauplätze, die von der SBB laufend neu lanciert werden. «Wir sind nicht gegen das Angebot des E-Trottinette, sondern gegen die gegenwärtige Verzettelungspolitik», so die Pro-Bahn-Präsidentin zu 20 Minuten. «Am meisten gedient wäre den Kunden mit einem störungsfreien Bahnbetrieb mit
verlässlichem Rollmaterial und genügend Sitzplätzen. Das erwarten die Kundinnen und Kunden.»

Zugrauswurf versus Trottinette

Im Mai mussten Passagiere einen Zug in Olten wegen Überbelegung verlassen. Wegen zwei Störungen am Vortag hatte es nicht genug Rollmaterial gegeben. Die Zahl der Störungen sinkt zwar, aber wenn eine auftritt, hat dies wegen der hohen Zugdichte immer grössere Auswirkungen. Seit 2011 sind die Verspätungsminuten, die durch eine einzelne Störung verursacht werden, um 29 Prozent gestiegen, wie der Jahresbericht der SBB-Infrastruktur zeigt.

Statt sich um weitere Angebote wie Trottinette zu kümmern, solle die Bahn zudem ihre schon eingeführten Services perfektionieren, fordert Blättler: Zum Beispiel müsse die Auslastungsanzeige der Züge statt wie bislang Prognosen besser echten Angaben zeigen. Auch der Swiss Pass müsse noch verbessert werden. «Seit seiner Einführung vor mehreren Jahren sind noch nicht alle relevanten ÖV-Angebote umgesetzt.»

Swiss Pass für den Scooter

Die SBB wollen zusammen mit dem Berliner Start-up Circ Elektro-Trottis platzieren. Der Start ist für den Zürcher Hauptbahnhof geplant. Die Scooter sollen mit dem Swiss Pass, freigeschaltet und bezahlt werden können. Der Mietpreis: Einen Franken pro Fahrt zuzüglich 25 Rappen pro Minute.

Eine SBB-Sprecherin erklärte, die Bahn müsse sich mit anderen Mobilitätsangeboten vernetzen, um Kunden zu gewinnen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Albert am 06.06.2019 09:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anderes

    Wie die post alles andere machen nur die hausaufgaben nicht.

    einklappen einklappen
  • InYourFace am 06.06.2019 10:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kirche ums Dorf gebaut

    Kunden gewinnen, obwohl man schon so überlastet ist!? Im Konzept schon falsch! Mehr Passagiere reinpumpen, obwohl sie Leute aus Sicherheitsgründen aus den Zügen werfen!??

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  • auto liber am 06.06.2019 09:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    keine troti im offentlickleit

    bald fahren zuge nicht sonst nur troti:(

Die neusten Leser-Kommentare

  • Yellow Cake am 07.06.2019 08:25 Report Diesen Beitrag melden

    8.50 CHF für 30 Minuten

    Da sind in ZH die ÖV bequemer und günstiger. 30 Minuten müssten unter 5 CHF kosten.

    • Ferdi am 07.06.2019 13:32 Report Diesen Beitrag melden

      Gut geklärt

      Ich bin ganz ihrer Meinung, das müsste schon im Verhältnis zu anderen Verkehrsmitteln sein. Die SBB kann ja alles aus den Bahnhöfen verbannen, dann stimmt auch das Angebot - wenn das nur nicht täuscht;-)

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  • ÖV Kunde am 07.06.2019 08:07 Report Diesen Beitrag melden

    SBB, Post, Swisscom, SRF, usw.

    alle die Staatsnahen Betriebe solten vom Gesetz her die auflagen bekommen, sich wie früher um ihre Kernkompetenz zu kümmern und um sonst gar nichts anderes. Auch Sponsoring solte Verboten werden, den manche Menschen haben nicht genügend Geld um sich die Teuren Zugfahrten zu leisten um ihre Sozialen Kontakte zu Pflegen. Post, will ich Süssess oder Brauche Filme gehe ich in die entsprechenden Gesschäfter. Die Swisscom hält die Preise Künstlich hoch, usw. zu wenig Platz für mehr Kritik.

  • Igel am 07.06.2019 06:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dankeschön

    Ich und mein kleiner geniessen das Leben. Sehe SBB nur von aussen. Dieses Gstürm brauche ich nicht. Fährt er nein, er fährt nicht. Eine Störung, zuviele Leute nur stehen. Kommt wieder zu spät. Genervte Leute überparfümierte Frauen u.s w.

  • Hugop am 07.06.2019 00:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum muss die Bahn Kunden gewinnen?

    Sie ist Monopolistin, und kann noch nicht einmal bestehende Kunden zufriedenstellen. Als Bahnfahrer ist man doch froh um jeden Pendler, der das Auto nimmt.

  • A.Banks am 06.06.2019 23:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eine frechheit

    Woow ein schlag in gesicht der steuerzahler