Kaffee-Kapsel-Krieg

28. Oktober 2011 14:42; Akt: 28.10.2011 15:01 Print

Österreicher knacken Nestlé-Kapseln-Monopol

Nestlé sieht sich im Kaffee-Kapsel-Krieg mit einer neuen Front konfrontiert: Nach der Schweiz und Deutschland kommt jetzt auch noch Österreich dazu.

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Konkurrenz für Nestlé: Kapsel der Ethical Coffee Company (ECC). (Bild: Keystone)

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Österreichs grösste Handelsketten Rewe und Spar werfen sich in die Schlacht um die Kaffeekapsel und legen sich mit Branchenführer Nestlé an. Beide verkaufen ab Anfang November Kapseln, die billiger sind als jene von Nespresso, aber dennoch in Nespresso-Maschinen passen.

«Ich bin stolz, dass es uns gelungen ist, endlich das langjährige Nespresso-Verkaufsmonopol zu knacken», erklärte Spar-Chef Gerhard Drexel. Bisher konnten Kunden Kaffee für ihre Nespresso-Automaten nur in speziellen Boutiquen oder über einen eigenen Online-Shop beziehen.

10 bis 25 Prozent billiger

Die Rewe-Gruppe ist nach dem Verkaufsstart in Deutschland vergangene Woche auch in Österreich eine Kooperation mit der Schweizer Ethical Coffee Company (ECC) eingegangen. Bei Spar, Eurospar und Interspar sind Kapseln des italienischen Unternehmens Casa del Caffe Vergnano erhältlich.

Die Kapseln seien um 15 bis 25 Prozent billiger als die Originale von Nestlé und zudem vollständig biologisch abbaubar. Im Gegensatz zu den Aluminiumkapseln könnten sie im Hausmüll oder auf dem Kompost entsorgt werden.

Juristenstreit

Der Schweizer Lebensmittelriese Nestlé war Vorreiter auf dem Markt für portionierten Kaffee und hat sich sein Nespresso-System vielfach patentieren lassen. Genau das ist aber Gegenstand zahlreicher juristischer Auseinandersetzungen.

Einerseits verklagt Nespresso Anbieter von Kapseln, die in Nespresso-Maschinen passen, andererseits will die Konkurrenz Nestlés Patentschutz nicht akzeptieren. Erst im September haben vier Rivalen - darunter die Ethical Coffee Company - deshalb das Europäische Patentamt angerufen.

In der Schweiz wollten die Elektronikketten Media Markt und Saturn die ECC-Kapseln verkaufen, was Nestlé aber gerichtlich verbieten liess. Auch Coop hatte ins Auge gefasst, die ECC-Kapseln anzubieten. Verhandlungen mit ECC-Gründer Jean-Paul Gaillard führten aber zu keinem Ergebnis.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bruno Hochuli am 28.10.2011 16:57 Report Diesen Beitrag melden

    Wäre auch nicht Glücklich

    Ich kann Nestlé verstehen, die haben sehr viel Geld für die Forschung ausgegeben und auch die weltweite Patentierung ist sehr teuer. Niemand der etwas Erfindet möchte, dass andere abrahmen. Dafür ist der Patentschutz da.

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  • Andy M am 29.10.2011 02:35 Report Diesen Beitrag melden

    Kaffeemaschiene mit Kaffeebohnen malen

    Wichtig das es Konkurrenten gibt, das ist gut für die Konsumenten. Sehr gut was der ECC-Gründer Jean-Paul Gaillard für Kappseln erfunden hat die sogar nicht umweltschädlich sind. Wenn man weiss das Aluminium sehr viel Energie braucht bei der Gewinnung & Verarbeitung, des weiteren ist Aluminium auch gesundheitlicht schädlich wenn's in den Koerper gelangt. Man bedenke nur von der Foerderung bis zur Wiederverwertung wieviele Menschen den Gefahren ausgesetzt sind von der Umwelt gar zu schweigen & den Resourcen verbrauch an Oil, Treibstoffen, eletrische Energie. Kaffeebohnen ohne Verpackung

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  • Heliamphora am 28.10.2011 21:03 Report Diesen Beitrag melden

    Markenrecht und so

    Anscheinend verstossen die "Generikakapseln" gegen das Markenrecht weil die Form wie bei Toblerone unverkennbar sei. Nur gibts da 2 Probleme: 1. ist die Form bei den Kapseln auf Grund der Technik / Maschine gegeben (bei Toblerone ist es reine Designsache); 2. ist das nicht, wie von Nespresso der SDA gesagt eine Markenrechtsfrage, sondern wenn schon eine frage vom Recht am Design - Markenrecht und Designrecht sind zwei paar Schuhe! Stümperhafte Argumentation von Nespresso, durchgewinkt vom Waadtländer Gericht (wo Nestle daheim ist und auch sicher gut und "wohlwollend" "Unterstützt")

Die neusten Leser-Kommentare

  • Xaver Gobet am 20.04.2012 16:43 Report Diesen Beitrag melden

    Nespresso

    Nespresso ist zu teuer und was ist mit dem Umweldschutz mit den Kapseln aus Alu. Zum Glück gibt es noch andere Maschinen als Nespesso.Und sind genau so gut wie Nespesso wenn nicht noch besser.Was teuer ist nicht immer besse.

  • Kurt Bidi am 30.10.2011 10:06 Report Diesen Beitrag melden

    Nespresso Maschinen nicht Gratis

    Solange wie die Nespresso Maschinen nicht Gratis ist finde ich das ich alles reinwerfen kann was passt, wo ist da das problem, bei Expressomaschinen kann ich dies auch und ist noch ökologischer und günstiger als alle Kapsel zusammen

  • Remo Baghdati am 29.10.2011 07:24 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn Nespresso wirklich so viel besser

    ist als seine billige und "geschmacklose" Konkurrenz, warum hat dann Nestlé so grosse Angst vor der Billigkonkurrenz? Ausserdem: Nespressokapseln sind einfach schweineteuer! Rechnet doch mal den Kilogrammpreis aus - dafür erhaltet Ihr 10 kg Kaffeebohnen, woraus man eh noch besseren Kaffee erhält!

  • Andy M am 29.10.2011 02:35 Report Diesen Beitrag melden

    Kaffeemaschiene mit Kaffeebohnen malen

    Wichtig das es Konkurrenten gibt, das ist gut für die Konsumenten. Sehr gut was der ECC-Gründer Jean-Paul Gaillard für Kappseln erfunden hat die sogar nicht umweltschädlich sind. Wenn man weiss das Aluminium sehr viel Energie braucht bei der Gewinnung & Verarbeitung, des weiteren ist Aluminium auch gesundheitlicht schädlich wenn's in den Koerper gelangt. Man bedenke nur von der Foerderung bis zur Wiederverwertung wieviele Menschen den Gefahren ausgesetzt sind von der Umwelt gar zu schweigen & den Resourcen verbrauch an Oil, Treibstoffen, eletrische Energie. Kaffeebohnen ohne Verpackung

    • Brutus am 29.10.2011 19:56 Report Diesen Beitrag melden

      @Andy M.

      Sie wissen vielleicht nicht, dass Jean-Paul Gaillard ehemals bei Nestlé war und bei der erfolgreichen Lancierung von Nespresso als (Marketing) Manager die Finger im Spiel hatte? Vorher dümpelte das Ganze dahin und war nicht sehr vielversprechend.

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  • Heliamphora am 28.10.2011 21:03 Report Diesen Beitrag melden

    Markenrecht und so

    Anscheinend verstossen die "Generikakapseln" gegen das Markenrecht weil die Form wie bei Toblerone unverkennbar sei. Nur gibts da 2 Probleme: 1. ist die Form bei den Kapseln auf Grund der Technik / Maschine gegeben (bei Toblerone ist es reine Designsache); 2. ist das nicht, wie von Nespresso der SDA gesagt eine Markenrechtsfrage, sondern wenn schon eine frage vom Recht am Design - Markenrecht und Designrecht sind zwei paar Schuhe! Stümperhafte Argumentation von Nespresso, durchgewinkt vom Waadtländer Gericht (wo Nestle daheim ist und auch sicher gut und "wohlwollend" "Unterstützt")