Swiss Post Solutions

07. Februar 2019 11:49; Akt: 07.02.2019 15:57 Print

Auf Luxus-Reisli folgt Chef-Treff im Ritterschloss

Nur kurz nach dem teuren Vietnam-Trip wird das nächste Post-Reisli bekannt. Die Manager treffen sich in einem deutschen Schloss. Kostenpunkt: rund 45'000 Franken.

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Schloss Auerbach: Hier verbringen die zumeist aus Deutschland angereisten SPS-Manager ihren Abend. Das Lokal hat sich auf Erlebnisgastronomie spezialisiert. Von Firmenfeiern übers Rittermahl bis hin zu Hochzeitsfeiern. Schloss Auerbauch thront hoch über der Rheinebene. Das Anwesen liegt rund 50 Kilometer südlich von Frankfurt am Main. Fokusthema für die rund 100 SPS-Angestellten ist die «One level up»-Strategie. Die Tagung für die SPS-Manager findet im Hotel Seeheim statt. Es gehört der Lufthansa. Eine Businessreise nach Asien sorgte zuletzt für Kritik an der SPS, einer Tochterfirma der Post. Aufgrund des medialen Drucks hat die Post die Kosten der Reise offengelegt. Der Grossteil der 103 Kadermitglieder reiste aus der Schweiz, Deutschland, England, Frankreich, Österreich und den Niederlanden nach Ho-Chi-Minh-Stadt. 91 Teilnehmer flogen Economy – die Tickets kosteten insgesamt 63'700 Franken. Dazu kommen 36'000 Franken für zwölf Topmanager. Die Flüge kosteten insgesamt also rund . Die SPS-Angestellten übernachteten im Pullman Saigon Centre. Die 103 Teilnehmer verbrachten drei Nächte auf Firmenkosten im Hotel. Inklusive Frühstück macht das 309 Franken pro Person, insgesamt . Dazu kommt, dass einige Manager bereits etwas früher anreisten und zusätzliche Übernachtungen erstattet erhielten. Auch das Essen schenkte ein: Ein Abendessen auf dem Dinner-Schiff Bonsai River Cruise kostete 60 Franken pro Person. Das sind rund auf der Spesenrechnung. Besonders teuer war ein Fest auf dem Dach des Centec Tower. Allein das Essen kostete dort 135 Franken pro Person. Laut «Blick» wurde die gesamte Party mit 18'905 Franken beziffert. Nicht nur SPS-Chef Jörg Vollmer, ... ... sondern auch Post-Chef Ulrich Hurni flogen in der Businessclass nach Vietnam.

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Als wäre der Wirbel um die 200'000 Franken teure Kaderveranstaltung in einem vietnamesischen Luxushotel nicht genug: Die Manager der Post-Tochter Swiss Post Solutions (SPS) stehen schon fürs nächste Reisli in den Startlöchern: Am kommenden Montag geht es im Rahmen des Kick off Meetings auch ins Ritterschloss, wie «Inside Paradeplatz» berichtet. Die knapp 100 Kaderleute treffen sich sich im 4-Stern-Tagungshotel Seeheim, rund 50 Kilometer südlich von Frankfurt. Motto des Strategieseminars: «One level up» – oder anders gesagt: besser werden.

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Der erste Tag startet für die Manager um 12 Uhr mit dem «Come Together» und gemeinsamen Lunch, wie dem Programm zu entnehmen ist, das «Inside Paradeplatz» veröffentlicht hat. Danach folgt die Begrüssungsrede von SPS-Chef Jörg Vollmer und One-level-up-Veranstaltungen nahezu im Viertelstundentakt. Den ersten Tag lassen die SPS-Manager ab 18.30 Uhr mit einem Networking-Event und Dinner im Schloss Auerbach ausklingen. Und wer noch mag, darf den Abend in der Vinothek der Hotelbar fortsetzen. Mit «One level up» geht es erst um 9 Uhr weiter.

400 Euro pro Teilnehmer

Die Post bestätigt den Event auf Anfrage von 20 Minuten und sagt, 92 Teilnehmer stammten aus Deutschland. Das Tagungsbudget beträgt pro Person inklusive Übernachtung und Verpflegung rund 400 Euro. Das sind umgerechnet gegen 45'000 Franken. Hinzu kommen die Reisekosten. Das Meeting dient laut der Post vor allem der Vorstellung und Diskussion der Strategie für das Jahr 2019 und darüber hinaus. «One Level Up» sei gewählt worden, um Motivation und ein positives Momentum auszudrücken.

Kritik am nach der Vietnam-Reise fehlenden Gespür lässt die Post nicht gelten: «Bei einem Unternehmen dieser Grösse mit 12 Standorten in Deutschland ist eine einmalige jährliche Strategietagung im üblichen Rahmen», sagt Post-Sprecherin Léa Wertheimer. Zudem sei es wichtig, dass sich die Mitarbeitenden persönlich treffen könnten.

SPS ist ein Konzernbereich der Schweizerischen Post. Die 7000 Mitarbeiter bieten Lösungen zur Auslagerung von Geschäftsprozessen an, etwa Dienstleistungen im Bereich des Dokumentenmanagements. In Deutschland beschäftigt SPS 1350 Personen.

(sas)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • CEO einer KMU am 07.02.2019 12:14 Report Diesen Beitrag melden

    Muss das sein

    Als CEO einer KMU in der IT Branche frage ich mich, ob das wirklich sein muss. Wir sind unseren Kunden verpflichtet. Wie soll ich meinen Kunden in die Augen schauen können und über Preise verhandeln, wenn ich im Gegenzug mit meinem Kader teure und absolut unnötige Events abhalte ? Wir treffen uns quartalsweise, aber bestimmt nicht auf Schlössern und Burgen. Im Sommer tuts auch das Aareufer am Grill. Kommt eben auf den Charakter des Kaders und die Werte des Unternehmens an. Ich kann meinen Kunden ohne Probleme in die Augen schauen und gut schlafen. Postkonto ?.......Sicher nicht.

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  • Jessica am 07.02.2019 12:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schon wieder?

    Die Chefetage, die schon genug verdienen, bekommen Partys und Reisen spendiert. Mich würde mal interessieren wie es den Mitarbeitern geht und was die bekommen.

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  • PascalK2015 am 07.02.2019 11:59 Report Diesen Beitrag melden

    Ja man lernt nie aus

    Mussten sich dies Manager auch neu bewerben? Oder gilt das nicht für Personen welche "Lösungen zur Auslagerung von Geschäftsprozessen" erarbeiten. Bestimmt um effizienter zu werden, aber ganz bestimmt nicht um Kosten und Qualität zu sparen. Ich verabschiebe mich mit einem Augenzwinker.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kurt am 08.02.2019 22:20 Report Diesen Beitrag melden

    Völlerei ist angesagt

    ''ist eine einmalige jährliche Strategietagung im üblichen Rahmen'' .. noch Fragen ? ..

  • PeterPeter am 08.02.2019 13:29 Report Diesen Beitrag melden

    UeberallDasGleiche

    Tja, wie in allen Teppich Etagen, dem Fussvolk gönnt man nichts und für sich selber, schöpft man aus dem Vollen. Das war auch vor ein paar hundert Jahren mal so, kurz bevor die Bastille gestürmt wurde - wir sind auf dem besten Weg in die gleiche Misere.

  • Marc am 08.02.2019 13:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles Easy

    Ist doch kein Problem. Da die Post ja jedes Jahr Arbeitsplätze schafft, nie Filialen schliesst oder leute entläst, kann sie das ja ohne probleme so machen.

  • Daisydream am 08.02.2019 12:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Gewissen, kein Gespür

    Die Zinssätze auf einem Postsparkonto sind lachhaft. Aber Hauptsache die Post und ihre Tochtergesellschaften können mit dem Kader schöne Reisli machen. Auch nicht die hellsten Kerzen auf der Torte.

  • Schwaller Knaller am 08.02.2019 11:33 Report Diesen Beitrag melden

    Die Post bringt's

    Nachdem auch die dümmsten PrimarschülerInnen dank frühenglisch Neudialekt können, spricht vieles für solche solutions auf Mäneggscher-Stufen.