Aargau

05. Januar 2011 10:53; Akt: 05.01.2011 11:06 Print

1000 Arbeitslose wechseln in die Sozialhilfe

Als Konsequenz des revidierten Gesetzes über die Arbeitslosenversicherung werden im Aargau rund 1000 Arbeitslose per 1. April ihren Anspruch auf Taggelder verlieren.

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Die Regeln für Arbeitslose werden härter. Im Bild ein Beratungsgespräch im RAV Suhr. (Bild: Keystone)

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Die vom Verlust der Arbeitslosengelder betroffenen Menschen können sich wie Ausgesteuerte bei der Sozialhilfe in ihrer Wohngemeinde melden. Die jeweilige Arbeitslosenkasse werde die versicherten Personen über diese Änderung informieren, sagte David Reichart, stellvertretender Leiter des Aargauer Amtes für Wirtschaft und Arbeit (AWA), am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Das AWA gehe davon aus, dass rund 1000 Personen den Anspruch auf die Taggelder verlieren würden. «Diese Zahl ist aber mit zahlreichen Unsicherheiten behaftet», hielt Reichart fest. Ende November waren im Aargau 9962 Personen als arbeitslos registriert. Die Arbeitslosenquote betrug 3,3 Prozent.

Die vom Wegfall der Taggelder betroffenen Personen werden vor der gleichen Ausgangslage stehen wie Ausgesteuerte. Sie können sich gemäss Reichart bei der Sozialhilfe melden und bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) angemeldet bleiben.

Eine vom Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) in Auftrag gegebene Studie habe jedoch gezeigt, dass sich längst nicht alle von Aussteuerungen betroffenen Personen bei der Sozialhilfe melden würden, hielt Reichart fest.

Volk stimmte zu

Das Schweizer Volk hatte die Revision der Arbeitslosenversicherung am 26. September in einer Referendumsabstimmung mit 53,4 Prozent Ja-Stimmen gutgeheissen. Das Konzept zur Sanierung der ALV beinhaltet Leistungskürzungen und höhere Lohnbeiträge.

In der gesamten Schweiz könnten bis zu 17 000 Arbeitslose den Anspruch auf Taggelder verlieren, wenn die Arbeitslosenversicherung am 1. April auf das gekürzte Regime umstellt. Dies hatte Volkswirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann im Dezember im Nationalrat in der Fragestunde mitgeteilt.

(sda)