Airbnb am WEF

24. Januar 2018 05:42; Akt: 24.01.2018 08:43 Print

646 Franken pro Nacht auf der Luftmatratze

von R. Knecht - Last-minute-Buchungen lohnen sich in Davos nicht: Auf Airbnb bezahlen WEF-Besucher über 1000 Franken pro Nacht. Sogar Hotels sind günstiger.

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Wer jetzt noch eine Übernachtungsmöglichkeit fürs WEF sucht, muss gut bei Kasse sein. Bei den wenigen noch verfügbaren Angeboten für den letzten Tag des Forums in Davos sind die Preise bei Airbnb sehr hoch. Ein Anbieter verlangt etwa 1670 Franken für eine einzige Nacht. Zu diesem Preis übernachten Sie auf dieser ausziehbaren Couch. Auch bei anderen Anbietern herrscht trotz hohem Preis kein Luxus: Auf dieser Couch übernachten Sie für 2584 Franken pro Nacht oder 646 Franken, wenn Sie die Wohnung mit drei Kollegen mieten. Diese schlafen dann auf Matratzen am Boden. (Das Originalbild zeigte einen grösseren Ausschnitt des Zimmers) Mehrere Anbieter waren bereit, über die angegebenen Preise zu verhandeln. (Das Originalbild zeigte einen grösseren Ausschnitt des Zimmers) Im Vergleich zu Airbnb sind die Preise der Hotellerie in Davos besser: Die Übernachtung in einem Zweisterne-Hotel in der Nähe des Kongresszentrums kostet weniger als das teuerste verfügbare Airbnb-Angebot. 1125 kostet die Nacht vom 25. auf den 26. Januar inklusive Frühstück. Bis zu drei Personen können zu diesem Preis übernachten. Noch etwas günstiger fahren WEF-Gäste, die in einem Schlafsaal übernachten. Eines der Hotels in Davos bietet solche Übernachtungen für rund 200 Franken an. Das WEF bringt massenweise Flugverkehr in die Schweiz. Die Leser haben Bilder davon gemacht. Am Dienstagvormittag, 23. Januar 2018, ist ein weiteres Flugzeug der US-Delegation in Kloten gelandet. Die Flugzeuge von anderen Delegationen wie etwa Indien oder Kanada sind bereits parkiert. Schon am Sonntag, 21. Januar 2018, ist eine C-5-Galaxy der US Air Force gelandet. Eines der grössten Flugzeuge der Welt. Im Bauch des Flugzeugs befanden sich Tanklastwagen. Am späteren Sonntagnachmittag gab es dann nochmals Bewegung am Zürcher Himmel: Zwei Black-Hawk-Helikopter der US-Armee, zwei White-Hawk-Helikopter und zwei Super Pumas der Schweizer Armee sind von Dübendorf nach Kloten geflogen. Laut einem Plane Spotter handle es sich um eine Übung für die Landung des US-Präsidenten, die für Donnerstag geplant ist. Wenig später sind die Helikopter dann in Richtung Davos abgeflogen – um den Transport ans WEF zu üben. Am Sonntag, 14. Januar 2018, landete zudem dieses Frachtflugzeug der US Air Force – eine Boeing C-17 Globemaster III. Der Flieger brachte gepanzerte SUV-Limousinen nach Zürich.

Zum Thema
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Am WEF treffen sich die Reichen und Mächtigen und diskutieren eine «gemeinsame Zukunft in einer zerbrochenen Welt». Wer kurzfristig noch mitmischen will und sein Zimmer nicht längst gebucht hat, muss mächtig draufzahlen. Auf Airbnb werden Übernachtungsmöglichkeiten für den letzten Tag des WEF teils für über 1000 Franken pro Person angeboten. 20 Minuten hat sich die Inserate angeschaut.

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Wie viel kostete Ihre teuerste Übernachtung?

1670 Franken kostet auf Airbnb die Übernachtung vom 25. auf den 26. Januar in einem «Cozy Studio» in der Nähe des Kongresszentrums. Der Anbieter hält in der Beschreibung fest, dass sich die Wohnung weniger als 5 Gehminuten vom Kongresszentrum entfernt befinde. Das Studio bietet Platz für einen Gast, wobei es sich bei dem Bett um eine ausziehbare Couch handelt.

20 Minuten fragte nach, wie der Anbieter einen solchen Preis für eine Couch rechtfertige. Darauf schrieb der Vermieter zurück: «Angebot und Nachfrage regeln den Preis.» Er zeigte sich aber offen für Verhandlungen und meinte, auch auf 1000 Franken könne man sich einigen.

Horrende Preise auch für Gruppen

Andere Airbnb-Angebote für die WEF-Woche richten sich wohl eher an Gruppen. So verlangt der Anbieter pro Nacht 2584 Franken für eine «internationally recommended, idyllic flat». Dabei handelt es sich um eine Couch und mehrere Matratzen auf dem Boden. Mindestens eine davon scheint eine Luftmatratze zu sein. Für diese Schlafmöglichkeiten bezahlt eine Vierergruppe pro Person 646 Franken.

20 Minuten fragte den Anbieter, wie er den hohen Preis bei den improvisiert aussehenden Schlafmöglichkeiten rechtfertige. Auf diese Frage ging der Gastgeber jedoch nicht ein. Dafür zeigte er sich ebenfalls bereit, über den Preis zu verhandeln.

Hotels günstiger als Airbnb

Die horrenden Preise übersteigen sogar diejenigen der Davoser Hotellerie. Eines der Hotels im Zentrum verlangt für die Übernachtung vom 25. auf den 26. Januar im Schlafsaal 206 Franken. Die Hoteliers boten bei einer Buchung über die eigene Website sogar noch einen Rabatt von 5 Prozent an.

Auch die Übernachtung in einem Zweisterne-Hotel in der Nähe des Kongresszentrums kostet weniger als das teuerste verfügbare Airbnb-Angebot. 1125 Franken bezahlt man für die Nacht inklusive Frühstück.

Gruppen fahren im Hotel günstiger

In dem Zimmer des Zweisterne-Hotels können bis zu drei Erwachsene übernachten, sodass pro Person noch 375 Franken fällig sind. Die Hotels unterbieten also auch die hohen Gruppenpreise auf Airbnb.

Bei der Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit ist der Knackpunkt derzeit allerdings die Verfügbarkeit am letzten WEF-Tag. Die angeführten Beispiele gehören zu den wenigen Angeboten, die es überhaupt noch gibt. Für die Tage davor ist es beinahe schon unmöglich, etwas im Zentrum von Davos zu finden.

Selbst während der Recherche sank die Zahl der verfügbaren Zimmer. Deshalb ist es nun höchste Zeit für Spätbucher.


VIPs brauchen nicht unbedingt eine Übernachtungsmöglichkeit in Davos, da sie direkt mit dem Heli anreisen können. (Video: rkn)

Das WEF in Bildern
Die besten Bilder des WEF 2018.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • De La Nuit am 24.01.2018 06:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Angebot und Nachfrage...

    Den Durchschnittsgast wird's aber wohl kaum stören, oder macht jemand freiwillig während dem WEF im Hochsicherheitstrakt "Davos" Ferien?

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  • Lemlem am 24.01.2018 06:35 Report Diesen Beitrag melden

    Weil?

    Was will man als Normaler Bürger überhaupt dort? Mitreden kann man eh nicht.

  • De La Nuit am 24.01.2018 06:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Primitivo!

    Nur schon der Titel zeigt wie primitiv die Anbieter sind. Es ist die Nachfrage der Teilnehmer und für die Medien eine schöne Schlagzeile.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Wienerin am 24.01.2018 15:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alle Jahre wieder....

    Ich bitte bin erstaunt ob der vielen Kommentare. Es wird jedes Jahr über die selben Themen diskutiert.

  • Marco Iten am 24.01.2018 14:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Preis/nachfrage

    Ich würde 1000.- pro nacht.

  • Farsight am 24.01.2018 14:12 Report Diesen Beitrag melden

    diese Entwicklung

    passt doch perfekt zum WEF.

  • Max Brillo am 24.01.2018 13:41 Report Diesen Beitrag melden

    Kapitalismus für Alle

    Jeder Teilnehmer des WEF, ohne eine einzige Ausnahme, möchte für seine eigene Firma oder seine Organisation keine Beschränkungen der Handels- und Gewerbefreiheit und jeder verurteilt staatliche Eingriffe und Kontrollen und verteidigt das kapitalistische Prinzip von offenen Märkten. Die hohen Preise in Davos sind genau das: freier und offener Markt. Angebot und Nachfrage. Jeder hat das Recht, von hoher Nachfrage zu profitieren. Nicht nur Hersteller von Krebsmedikamenten, sondern auch Hans Muster mit seinem Ferienhäuschen in Davos. Das ist Demokratie und Gleichberechtigung.

  • Kurt am 24.01.2018 12:53 Report Diesen Beitrag melden

    Die Gier

    Passt auf dass ihr daran nicht erstickt.