Wegen Putsch

12. Juli 2013 11:08; Akt: 02.08.2013 10:41 Print

Kreuzfahrt-Reedereien meiden Ägypten

Die politischen Unruhen in Ägypten haben Konsequenzen für die Kreuzschifffahrt: Die Reedereien Aida und MSC streichen ägyptische Häfen auf ihren Mittelmeerfahrten.

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Aida hat nun beschlossen, die Route der Aida Diva anzupassen und vorläufig bis und mit 28. Oktober 2013 Port Said aus dem Programm zu nehmen. (Bild: Keystone/Bernd Wuestneck)

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Die aktuelle Sicherheitslage in Ägypten wird auch von den Kreuzfahrt-Reedereien aufmerksam verfolgt. Direkt betroffen ist derzeit Aida Cruises mit der «Aida Diva», die auf ihren einwöchigen Mittelmeerfahrten alle zwei Wochen den ägyptischen Hafen Port Said anläuft.

Nach Informationen der Fachzeitschrift «Travel Inside» hat Aida Cruises nun beschlossen, die Route anzupassen und vorläufig bis zum 28. Oktober 2013 Port Said aus dem Programm zu streichen. Stattdessen wird der Hafen von Aschdod in Israel angelaufen. Ob und in welchem Masse Aida Cruises den Routenverlauf betroffener Abfahrten ab November anpassen wird, ist noch offen.

Keine Routenänderungen bei Costa

Bereits einen Entscheid betreffend die Mittelmeer-Winterkreuzfahrten 2013/14 der «MSC Fantasia» ab Genua hat MSC Kreuzfahrten gefällt: Statt Alexandria läuft das Schiff Heraklion auf Kreta an. Die Sicherheit der Gäste stehe bei MSC an oberster Stelle, teilt die Reederei mit. Noch keine Routenänderungen hat Costa kommuniziert, wo man laut «Travel Inside» die Situation ebenfalls analysiert.

Die drei Reedereien haben zudem Winterprogramme mit Fahrten im Roten Meer geplant. Annulliert wurde bis anhin noch keines dieser Programme – ob diese aber tatsächlich wie ausgeschrieben durchgeführt werden können, ist noch ungewiss.

Blutige Zusammenstösse erwartet

Die Anhänger des gestürzten ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi haben für Freitag zu einem «Marsch der Millionen» auf die Hauptstadt Kairo aufgerufen. Mit der Massendemonstration wollen die Islamisten ihrer Forderung Nachdruck verleihen, Mursi wieder ins Amt einzusetzen. Das Vorhaben am Tag der Freitagsgebete birgt die Gefahr neuer blutiger Zusammenstösse.

Zuletzt waren am vergangenen Montag bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Islamisten mehr als 50 Menschen ums Leben gekommen.

Mahnung des UN-Generalsekretärs

Angesichts der Unruhen mahnte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon die ägyptischen Behörden zur Einhaltung der Menschenrechte. Er sei tief besorgt wegen der fortgesetzten Festnahmen, sagte Ban am Donnerstag nach einem Telefongespräch mit Ägyptens Aussenminister Kamel Ali Amr. Er habe ihn an die internationalen Verpflichtungen erinnert und daran, dass Ägypten Versammlungs- und Redefreiheit garantieren müsse.

Das Militär hatte Mursi, den ersten frei gewählten Präsidenten in der Geschichte des Landes, vor gut einer Woche nach Massenprotesten entmachtet. Die Muslimbruderschaft, aus der Mursi stammt, spricht von einem Putsch. Sie hat Kundgebungen und Dauerproteste angekündigt, bis der gestürzte Präsident wieder im Amt ist.

(sda/sza)