Falschgeld

18. Oktober 2019 10:30; Akt: 18.10.2019 10:59 Print

2018 gab es nur 1200 gefälschte Schweizer Nötli

Noch nie kamen so wenige Blüten in den Umlauf wie vergangenes Jahr. Am meisten gefälscht wird der 1000er.

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Die 10er-Note zeigt die Schweiz von ihrer organisierenden Seite – das Hauptelement ist die Zeit. Die 20er-Note zeigt die Schweiz von ihrer kreativen Seite – das Hauptelement ist das Licht. Die 50er-Note zeigt die Schweiz von ihrer erlebnisreichen Seite – das Hauptelement ist der Wind. Die 100er-Note hat die humanitäre Seite der Schweiz zum Thema – das Hauptelement ist das Wasser. Die 200er-Note zeigt die Schweiz von ihrer wissenschaftlichen Seite – das Hauptelement ist die Materie. Die 1000er-Note zeigt die Schweiz von ihrer kommunikativen Seite – das Hauptelement ist die Sprache. Und wie sahen die Nötli früher aus? In der folgenden Bildstrecke sind zu sehen – von der achten zurück bis zur ersten. In dieser Serie gab es erstmals einen gelben . Sie zeigt den Architekten Le Corbusier. Zum ersten Mal diente für die Notengestaltung die elektronische Bildbearbeitung. Im Bild: Der rote mit dem Komponisten Arthur Honegger. Das angewandte Sicherheitskonzept geht von den ehemals versteckten Sicherheitsmerkmalen hin zu den transparenten. Im Bild: Der grüne mit der Malerin Sophie Taeuber-Arp. Der blaue mit dem Bildhauer Alberto Giacometti. Zum ersten Mal gab es eine -Note. Im Bild die braune Note mit dem Schriftsteller Charles Ferdinand Ramuz. Der violette mit dem Kultur- und Kunsthistoriker Jacob Burckhardt. An dieses Nötli erinnern Sie sich nicht? Kein Wunder: Die Noten dieser Serie wurden nie herausgegeben. Im Bild: Der rotbraune mit Leonhard Euler als Motiv. Die mit einem Porträt von Horace-Bénédict de Saussure. Die Noten der mit Konrad Gessner auf der Vorderseite. Die Noten der mit Francesco Borromini. mit Albrecht von Haller. Der violette mit Louis Agassiz. Jetzt kommen die Nötli, an die sich manche vielleicht noch aus der Kindheit erinnern. Im Bild: Der rotbraune mit dem Mathematiker Leonhard Euler. Diese Serie war die erste, bei der jeweils eine historisch wichtige Person gezeigt wurde. Im Bild: Der hellblaue mit Geologe Horace-Bénédict de Saussure. Die Banknoten dieser Serie wurden im Jahr 2000 zurückgerufen. Im Bild: Der grüne mit dem Universalgelehrten Konrad Gessner. Die Noten sind nicht mehr gültig, können aber bis zum 30. April 2020 bei der Nationalbank umgetauscht werden. Im Bild: Der dunkelblaue mit Architekt Francesco Borromini. Die Serie wurde von Ernst und Ursula Hiestand entworfen. Im Bild: Der mit dem Naturforscher und Dichter Albrecht von Haller. Der violette mit Psychiater Auguste Forel. Die Note trug den Übernamen Ameise – wegen der drei Ameisen auf der Rückseite. Die braunrote -Note dieser Serie mit Gottfried Keller und ... ... die hellblaue -Note mit General Dufour. Der grüne mit einem Mädchenkopf als Motiv. Der dunkelblaue mit einem Knabenkopf. Den rotbraunen schmückte ein Frauenkopf, genauso wie ... ... den violetten . Diese Serie war eine Reserveserie. Einen 10er- und 20er gab es nicht. Im Bild: Der grüne mit einem Frauenkopf im Medaillon rechts. Die Noten kamen nie in Umlauf. Auf dem blauen wurde eine Haslitalerin im Medaillon abgebildet. Der rotbraune mit einem Frauenkopf im Medaillon rechts. Der violett-blaue mit einem Frauenkopf im Medaillon rechts. Die Noten dieser Serie entstanden 1918 bis 1930 als «Kriegsnoten». Sie besteht aus drei verschiedenen -Noten – etwa dieser hier mit einer Freiburgerin im Medaillon links. Ein weiterer mit einem «Pestalozzi» im Medaillon rechts. Und noch eine Version des aus dieser Serie. Neben den 20ern gab es nur noch zwei in dieser Serie – dieses Exemplar mit Wilhelm Tell ... ... und dieses hier. Ja, das gab es mal: Eine grünbraune . Sie ersetzte die silberne 5-Franken-Münze, die im Kriegsfall oder während einer schweren Krise gehortet wurde. Als Motiv diente Wilhelm Tell. Die Noten dieser Serie waren am längsten im Umlauf – bis in die 1950er-Jahre. Im Bild: Der gelbbraune mit einer Neuenburgerin im Medaillon links. Der hellblau-violette mit einem «Vreneli» im Medaillon links. Sogar eine violett-braune gab es in dieser Serie. Im Medaillon links wird ein «Winkelried» gezeigt. Der grüne mit einem Frauenkopf im Medaillon links. Der dunkelblaue , ebenfalls mit einem Frauenkopf im Medaillon links. Der rotbraune . Der kam in Violett und Orange daher. Die erste Serie bestand aus den Noten 50, 100, 500 und 1000. Im Bild: Der gelbgrüne mit Helvetia als Motiv. Die Noten wurde 1907 bei der Gründung der Nationalbank als «Interimsnoten» herausgegeben. Im Bild: Der blaue . Der Grund: Zwischen der Gründung der Nationalbank und der Notenausgabe war zu wenig Zeit, um neue Noten zu schaffen. Im Bild: Der grüne . Der violette entsprach damals einem sehr hohen Wert.

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Die bei Fälschern beliebteste Schweizer Banknote ist die 1000-Franken-Note. Im Jahr 2000 gerieten noch 17'654 falsche Tausender in Umlauf. Die meisten waren Drucke. Nur ein paar wenige davon wurden mit dem Farbkopierer hergestellt.

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Beliebt ist die 1000-Franken-Note auch heute noch. Doch die Notenfälscher wagen sich nicht mehr an sie heran. Für das letzte Jahr weist die Falschgeldstatistik nur noch 82 gefälschte Tausender aus. Gegenüber dem Jahr 2000 entspricht dies einem Rückgang von über 99,5 Prozent. Die Daten stammen vom Bundesamt für Polizei (Fedpol) und liegen der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vor.

Rekordtief

Nicht nur falsche Tausender tauchten in den letzten Jahren weniger auf. Das Risiko, dass beim Rückgeld auch irgend eine andere gefälschte Banknote darunter ist, sinkt seit Jahren.

Das Jahr 2018 markiert sogar einen Rekord: Noch nie kamen so wenige Blüten in den Umlauf, exakt 1200 Exemplare. Ihr nomineller Wert belief sich auf 208'140 Franken. 2001 belief sich der nominelle Wert aller gefälschten Banknoten noch auf über 65 Millionen Franken. 2003 waren es 18 Millionen und 2013 nur noch fast eine halbe Million.

Schweizer Banknoten sind fälschungssicher

Die grosse Mehrheit der Fälschungen des vergangenen Jahres wurde mit dem Tintenstrahldrucker hergestellt (87,9 Prozent), die restlichen Noten wurden mit Farbkopierer und Drucker hergestellt.

Auch dem Fedpol ist der Rückgang aufgefallen. In ihrem aktuellen Jahresbericht führt sie zwei Gründe dafür an. Einerseits seien die Schweizer Banknoten «sehr fälschungssicher». Der andere Grund sei der kleine Schweizer Geldmarkt. Falsche Euro- und Dollarnoten wären deutlich attraktiver, schreibt das Fedpol.

Ob der Trend anhält, sei schwierig abzuschätzen, so das Fedpol auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA: «Eine Prognose zu erstellen, ist sehr schwierig.» Falschgelddelikte seien sehr volatil. Neue Druckgeräte mit verbesserter Druckqualität könnten wieder zu einem plötzlichen Anstieg führen.

Falschmünzen werden besser erkannt

Während die Zahl der falschen Noten zurückgeht, sind die Fälle von Münzenfälschungen hingegen stark gestiegen. Letztes Jahr wurden 6512 falsche Fünfliber sichergestellt. Zum Vergleich: In den Jahren 2006 und 2007 wurden nur 17, beziehungsweise 6 falsche Fünfliber vom Fedpol aus dem Verkehr gezogen.

Diese Zunahme liegt gemäss Fedpol wohl an den immer moderneren Geräten in der Zahlungs- und Bargeldverarbeitung. Diese würden die Falschmünzen heute besser erkennen und aus dem Zahlungsverkehr herausnehmen.

Wenn offensichtlich oder mutmasslich gefälschte Noten oder Münzen auftauchen, leiten Polizei, Banken, Post oder andere Institutionen diese Fälschungen an das Fedpol weiter. Die Bundesanwaltschaft eröffnet dann ein Strafverfahren.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • D T am 18.10.2019 11:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu offensichtlich

    Ich würde doch nie die 1000er fälschen. Da schaut ja jeder sehr genau hin. Lieber mal die 20/50er.

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  • Renitenter Rentner am 18.10.2019 12:35 Report Diesen Beitrag melden

    ...

    Der Titel müsste heissen. 2018 fand man nur 1200 gefälschte Schweizer Nötli.

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  • Seppetoni am 18.10.2019 11:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unnötige Arbeit

    Warum noch Noten fälschen, wenn man sie am Automaten gratis beziehen kann, wenn sie denn nicht verkleben.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tinu am 20.10.2019 19:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ganz anders

    Und wenn die meine gefunden hätten... ui...

  • Laura am 20.10.2019 16:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • Markus im AG am 19.10.2019 20:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    1000 wurde ja noch nicht

    kommplett gedruckt geklaut. Alle diese Noten gelten als Fälschung nur ist es der Schaden der Druckerei. Normal werden keine Werte ersetzt bei Falscheld. Diese eine Notenserie die nicht Kommplett ist wird anderst behandelt. Jeder Eigentümer erhält nach Polizeilicher überprüfung seine Note zu 100 % Wert ersetzt.

  • Ralf am 19.10.2019 19:30 Report Diesen Beitrag melden

    Matrix Geld

    Und es gab nicht einen einzigen gefaelschten Bitcoin!

    • Laura am 20.10.2019 15:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ralf

      Doch leider viele gestohlene und erpresste.

    • Cryptolex am 22.10.2019 13:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ralf

      Absolut richtig!!! Leider genügt das immer noch nicht, um das negative gehypte Image von BTC zu korrigieren. Die Leute sollen sich endlich mal darüber informieren!

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  • Knallkopf am 19.10.2019 17:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ging 1 Jahr gut

    habe früher immer 150er Noten gefälscht, irgendwann hat mich der Dönnerladen Besitzer aber doch entlarvt