Pensionskassen

08. Februar 2011 23:38; Akt: 09.02.2011 07:17 Print

21 Milliarden in den Sand gesetzt

von Elisabeth Rizzi - Die Pensionskassen leiden unter der Eurokrise. Experten schätzen, dass sie deswegen im vergangenen Jahr mindestens 21 Milliarden Franken verloren haben.

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Die Pensionskassen sind 2010 an Ort getreten. Laut Swisscanto, der Anlagegesellschaft der Schweizer Kantonalbanken, sind noch immer ein Sechstel der privatrechtlichen Pensionskassen in finanzieller Schieflage. Das heisst: Sie sind unterdeckt und könnten deshalb heute nicht sämtliche versprochenen Leistungen erfüllen. Bei den öffentlich-rechtlichen sind es drei Fünftel. Mitschuldig ist der Zerfall der Euro- und Dollarkurse. Denn Pensionskassen dürfen 30% ihrer Gelder in ungesicherte Fremdwährungen anlegen und sogar bis zu 100% Fremdwährungsanleihen halten. «Sie legen rege in Fremdwährungen an», bestätigt Pensionskassenexperte Roland Furger vom Wirtschaftsprüfer Balmer-Etienne.

Mit Folgen: Verluste auf Ramschanleihen aus Euro-Schuldenstaaten machen laut dem Pensionskassenverband Asip über 8,4 Mia. Franken der Ausstände aus (total verwaltetes Vermögen 600 Mia. Franken). Bei den Devisengeschäften in Dollar und Euro schätzt Philippe Schlumpf von der Pensionskassenberatung LCP Asalis, dass zudem 2010 rund 13 Mia. Franken in den Sand gesetzt wurden. Schuld sind die Pensionskassen selbst: «Stiftungsräte sind verantwortlich für die Festlegung der Anlagestrategie. Dazu gehört auch die Definition des Umfangs der Fremdwährungsabsicherung», sagt er. Durch die Devisen-Turbulenzen sind unsere Renten zwar nicht direkt gefährdet. «Aber den Pensionskassen ist es nicht gelungen, Fett in Form von Wertschwankungsreserven anzulegen», so Furger. Problematisch sei, dass sie nun nicht in der Lage seien, eine nächste Krise zu überstehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • manager am 09.02.2011 08:30 Report Diesen Beitrag melden

    Komisch

    Es ist schon komisch, dass einzelne Personen das hart verdiente Geld einfach verschleudern und die Pensionisten wegen der drastischen Fehler dieser Manager büssen müssen. Sowas wird nicht bestraft.

  • Systemkritiker am 09.02.2011 10:21 Report Diesen Beitrag melden

    Bye Bye Pensionskassen

    21 Milliarden Verlust, das sind 3'000 Franken pro Schweizer. Wenn sie dieses Jahr doppelt so viel verlieren, sind das bereits 6'000 Franken. Wenn sie alles verlieren, sind das fast 100'000 Franken pro Kopf. Zum Glück bin ich noch jung und habe noch kaum etwas in dieses marode "Umverteilungssystem" eingezahlt. Wird nicht mehr lange dauern und die Pensionskassen sind bankrott, dann kann jeder wieder für sich sparen und wird nicht dazu gezwungen in eine Pensionskasse einzuzahlen.

  • Christoph Geiser am 09.02.2011 00:43 Report Diesen Beitrag melden

    Das Geld gehört uns!!!

    Pensionskassengelder werden uns von Lohn abgezogen. Wenn die Versicherungen das Geld nicht sicher anlegen können, wie in der Abstimmung versprochen, dann muss das Obligatorium sofort fallen und die Löhne entsprechend wieder den Mitarbeitern ausbezahlt werden. Kein Wunder gibts bald keine Mittelschicht mehr...

Die neusten Leser-Kommentare

  • EMs am 09.02.2011 13:21 Report Diesen Beitrag melden

    Edelmetalle waren besser!

    Vor 10 Jahren festen Job als Lehrer aufgegeben, aus Pensionskasse geschmissen, Geld auf Bank zu halbem Zinssatz. Kleine Erfindung gemacht, "selbstständig" gemacht, Geld von der Bank abgeholt. 2006 Gold und Silber physisch gekauft, an Bankschalter: "Meined si ned, das esch ächli tüür?" - "Nei, da meini need." Hat sich echt gelohnt, das Heft selber in die Hand zu nehmen.

  • Systemkritiker am 09.02.2011 10:21 Report Diesen Beitrag melden

    Bye Bye Pensionskassen

    21 Milliarden Verlust, das sind 3'000 Franken pro Schweizer. Wenn sie dieses Jahr doppelt so viel verlieren, sind das bereits 6'000 Franken. Wenn sie alles verlieren, sind das fast 100'000 Franken pro Kopf. Zum Glück bin ich noch jung und habe noch kaum etwas in dieses marode "Umverteilungssystem" eingezahlt. Wird nicht mehr lange dauern und die Pensionskassen sind bankrott, dann kann jeder wieder für sich sparen und wird nicht dazu gezwungen in eine Pensionskasse einzuzahlen.

  • mt.lt am 09.02.2011 08:38 Report Diesen Beitrag melden

    Vertrauen futsch

    es ist eine absolute Schweinerei, dass die Pensionskassen nicht mehr staatlich kontrolliert werden. Mein Vater muss monatlich 700.- für die Sanierung einer Pensionskasse bezahlen, welche zu viel Geld verloren hat!! Dieses Geld sieht er nicht mehr...eine Schande für unser Land. Wir müssen den Pensionskassen vertrauen können...oder?

  • PK am 09.02.2011 08:37 Report Diesen Beitrag melden

    Pensionskasse

    Wir bekommen weniger Pensiongelder, weil die lLeute von der Pensionskasse UNSER Geld verschlendern?

  • manager am 09.02.2011 08:30 Report Diesen Beitrag melden

    Komisch

    Es ist schon komisch, dass einzelne Personen das hart verdiente Geld einfach verschleudern und die Pensionisten wegen der drastischen Fehler dieser Manager büssen müssen. Sowas wird nicht bestraft.