Abzocke geht weiter

24. Januar 2009 14:19; Akt: 28.01.2009 15:21 Print

FINMA bewilligt Boni bei UBS

Die Schweizerische Finanzmarktaufsicht (FINMA) hat die Bonuszahlungen der Grossbank UBS an ihre Manager für das vergangene Jahr abgesegnet. Es seien aber massive und substanzielle Kürzungen vorgenommen worden.

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FINMA-Sprecher Alain Bichsel bestätigte am Sonntag Berichte der «SonntagsZeitung» und des «SonntagsBlicks». Der Antrag der UBS sei Ende vergangener Woche nach intensiven Verhandlungen während mehrerer Wochen von der FINMA bewilligt worden. Es seien massive und substanzielle Kürzungen vorgenommen worden. So seien die Bonuszahlungen der Banken im internationalen Umfeld etwa um die Hälfte reduziert worden. Die Kürzungen bei der UBS gingen noch weiter, sagte Bichsel. Für das Jahr 2007 hatte die gesamte Summe für Bonuszahlungen noch zehn Milliarden Franken betragen.

Zur Höhe der Bonuszahlungen für 2008 machte die UBS keine Angaben. Details würden am kommenden 10. Februar bei der Quartalsberichterstattung bekannt gegeben, sagte UBS-Sprecher Andreas Kern. Grundsätzlich gelte aber, dass die prozentualen Kürzungen der variablen Vergütungen je höher die Hierarchiestufe auch höher ausfielen. So werde der verfügbare Cashpool hauptsächlich in den unteren Hierarchiestufen verteilt. In höheren Rängen fielen die variablen Vergütungen massiv kleiner aus oder entfielen ganz. Wie bereits im vergangenen November angekündigt, erhalten Verwaltungsratspräsident Peter Kurer und alle Mitglieder der Konzernleitung für 2008 keine Boni.

Die Bonuszahlungen der Grossbank war insbesondere nach dem insgesamt 68 Milliarden Franken schweren Rettungspaket erneut ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Im Gegenzug zur staatlichen Hilfe musste die UBS die Höhe des konzernweiten Pools für leistungsabhängige Vergütungen des Jahres 2008, dessen Zusammensetzung und Verteilung mit der Eidgenössischen Bankenkommission, die Anfangs Jahr gemeinsam mit dem Bundesamt für Privatversicherungen und der Kontrollstelle für die Bekämpfung der Geldwäscherei in der FINMA zusammengeführt wurde, abstimmen und von dieser genehmigen lassen. Forderungen der Linke, die Bezüge der Konzernleitung und des Verwaltungsrats für die Dauer der Staatshilfe bei der UBS auf eine Million Franken zu begrenzen sowie Boni für Topkader und auch Spenden an Parteien zu verbiete, waren im Parlament aber gescheitert.

An der kommenden ordentlichen Generalversammlung sollen die UBS-Aktionäre mit einer Konsultativabstimmung zudem über Prinzipien und Grundlagen eines längerfristigeren Bonus-Malus-System befinden, das Lohnexzesse bei den Vergütungen in der obersten Führungsetage verhindern soll.

(ap)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ernst Lazan am 25.01.2009 17:45 Report Diesen Beitrag melden

    Selbständig

    Ih habe irgendwann einmal Betriebswirschaft studiert. Jetzt benötige ich Nachhilfe. Der Staat rettet die Bank mit 6 mrd., die Bank macht 20 mrd. Verlust und dafür gibt es einen Bonus. Wer kann mir das erklären? Ich hatte Bonus als Gewinnbeteiligung verstanden! Is wohl nicht mehr.

  • Claude am 26.01.2009 13:08 Report Diesen Beitrag melden

    Das Volk wird weiter verarscht

    Politik, UBS und diese Finanzaufsicht verarscht doch komplett das Volk. Säuhäfeli, Säudeckeli Mentalität.

  • Rolf Leuenberger am 25.01.2009 10:56 Report Diesen Beitrag melden

    UBS genau wie alle Banken

    Alle Banken sind genausowie mit UBS. Ich weiss, Banken zahlen immer gut an hohe Chefs und höhere Angestellten. Banken kümmern sich nichts um Kunden. Wo haben Chefs Geld denn? Sowieso in andere Länder man dem nicht jagen kann.

Die neusten Leser-Kommentare

  • german schnyder am 10.02.2009 17:36 Report Diesen Beitrag melden

    bundesrat MERZ

    sei einverstanden mit ubs Bonus u am gleichen stellt er das defizit der staatsrechnung wegen UBS vor.ist dieser Merz eigentlich noch 100% im Kopf

  • ... am 10.02.2009 16:46 Report Diesen Beitrag melden

    Zuerst informieren, dann kommentieren.

    Wer die Staatshilfe wirklich verstehen will, dem empfehle ich die neutrale Informationsplattform Vernunft Schweiz. Bei den Kommentaren, die ich gelesen habe, glaube ich allerdings, dass der grösste Teil dazu wohl gar nicht fähig ist...

  • Peter Steinegger am 08.02.2009 17:57 Report Diesen Beitrag melden

    Geistige Elite hat versagt

    UBS Spitze mit Menschen die schon versagt haben bei SWISSAIR, eine Frechheit, und jetzt auch noch SWISS RE der Filz und seine Doppelmandate, lässt sich noch mit Millionen bezahlen, Aktionäre sind mehrheitlich ohne Gewicht, da die Banken über Depotstimmen verfügen, wer könnte für Gerechtigkeit sorgen

  • Fritz Stauber am 03.02.2009 19:03 Report Diesen Beitrag melden

    Manager-Einkommen & Boni

    Warum erwähnt Herr Reto Lips in seiner Montag-TV-Sendung nicht auch, wieviel z. B. ein Managing Director mit 600'000 Fr. Einkommen im Jahr der AHV abliefert - zusammen mit seinem Arbeitgeber? Das erzeugte bei manch einem/einer vermutlich ein AHA-Erlebnis.

  • Erika Keller am 02.02.2009 20:24 Report Diesen Beitrag melden

    Bonis

    Die UBS-Leitung hat anscheinend noch nichts gelernt aus dem angerichteten Finanzdebakel! So gewinnt die Bank nie wieder Vertrauen zu ihren Kunden! Gut, dass ich kein Geld bei dieser Bank habe. Die Regierung müsste klar NEIN sagen zu den Bonis, da es Steuergelder sind, ansonsten auch Unglaubwürdig!