Verschuldung

12. August 2014 11:38; Akt: 12.08.2014 11:38 Print

25- bis 29-Jährige sind am meisten in Zahlungsnot

Das Verschuldungsrisiko bei den 25- bis 29-Jährigen nimmt stark zu, wie das Inkassounternehmen Intrum Justitia mitteilt. Als Schuldenfallen erweisen sich Mobilfunkrechnungen und der Online-Handel.

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Schuldenfalle: Laut der Inkassofirma Intrum Justitia sind Singles und Alleinerziehende deutlich stärker gefährdet als Familien oder Paare. (Bild: Keystone/Martin Ruetschi)

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Auto-Leasing, exzessives Shopping im Internet, surfen und telefonieren im Ausland: Die Möglichkeiten, um in die Kostenfalle zu tappen und damit die eigenen finanziellen Möglichkeiten zu übersteigen, sind zahlreich. Neu und alarmierend ist laut dem Inkassounternehmen Intrum Justitia, dass die Gruppe der 25- bis 29-Jährigen das mit Abstand höchste und am stärksten zunehmende Verschuldungsrisiko hat. Die grösste Schuldeneintreiberin des Landes hat am Dienstag ihren «Radar 2014» vorgestellt.

In die Erhebungen von Intrum Justitia fliessen allerdings nur die Daten der eigenen Kunden ein. Steuer- und Krankenkassenausstände werden von der Firma nicht eingetrieben, weshalb zwei wichtige Kategorien für das Schuldenmachen unberücksichtigt bleiben.

Umzug als Indikator für Verschuldung

Laut der Schuldeneintreiberin sind Singles und Alleinerziehende deutlich stärker gefährdet als Familien oder Paare. Eine stabile Partnerschaft schütze vor Verschuldung, und Mehrpersonen-Haushalte profitieren oft von Doppeleinkommen, folgert das Inkassounternehmen daraus. Wer früh in eine Schuldenspirale hineingerate, könne sich kaum mehr daraus lösen, wird weiter festgestellt. Gegen mehr als jede dritte Person, die sich vor fünf Jahren im Alter von 18 bis 25 Jahren erstmals verschuldet habe, bestehe auch nach fünf Jahren mindestens eine offene Forderung.

Ein Indikator für eine Verschuldung sind laut der Erhebung häufige Umzüge. Oft bedeute eine Scheidung oder der Auszug aus dem Elternhaus eine ungewohnte und erhebliche finanzielle Belastung. Je länger der letzte Wohnortswechsel zurückliege, desto geringer sei die Wahrscheinlichkeit einer Verschuldung. Eine gute soziale Verankerung scheine sich positiv auf das Verschuldungsrisiko auszuwirken.

Städter haben grösseres Risiko

Intrum Justitia ging auch der Frage nach, in welchen Städten und Kantonen das Verschuldungsrisiko am höchsten ist. Im Städtevergleich führen Freiburg, La Chaux-de-Fonds und Thun die Rangliste an. Bei den Kantonen besteht in Glarus, Freiburg, Solothurn und Bern ein überdurchschnittliches Verschuldungsrisiko. Am andern Ende stehen Waadt, Jura, Nidwalden und Luzern. Unterdurchschnittlich ist das Verschuldungsrisiko auch in Stadt und Kanton Zürich.

Laut Intrum Justitia haben Städter ein deutlich höheres Verschuldungsrisiko als Personen, die in der Agglomeration oder auf dem Land leben. Deutlich am höchsten sei das Risiko in Gebieten mit einem hohen Ausländeranteil.

(sas/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Queenmum am 12.08.2014 11:53 Report Diesen Beitrag melden

    Schuldenfalle

    Meines Erachtens ist die Verschuldung auch in der "kaufe jetzt - bezahle später"-Mentalität begründet, die seit Jahren herrscht. Tastenklick, eingekauft. Egal ob ich Ende Monat bezahlen kann oder nicht. Man will haben, haben, haben und wer lange über seinen Verhältnissen lebt, der verschuldet sich zwangsläufig.

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  • falamanki am 12.08.2014 11:49 Report Diesen Beitrag melden

    "irrtum justizia" oder wie auch immer

    jaja.. und mit den dubiosen geschäftsmethoden, welche die intrum da fährt, macht es das dem schuldner auch nicht einfacher: oftmals werden noch aufwände, bearbeitungskosten, etc. geltend gemacht, die man laut OR nicht zu bezahlen hat, sondern nur die schuld und verzugszinsen.. alles andere ist unrechtens.. immer genau hinschauen!!!

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  • Jammer am 12.08.2014 11:53 Report Diesen Beitrag melden

    Kredit Geier

    ich glaube dieses Thema wurde schon 100 mal hier drin gewälzt !! lasst es doch. Manche lernen es sowieso nie. Zudem sollte man all diese Kredit Geier Firmen in die Pflicht nehmen, die in der Werbung denn Jugendlichen alles versprechen, ausser auf die Risiken hinzuweisen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • M.......... K................. am 13.08.2014 17:33 Report Diesen Beitrag melden

    wenn schon der Staat auf Pump

    lebt...Wie sollen denn seine Bürger schuldenfrei leben? denn Sie müssen ja bürgen für Entscheide die sie nicht gefällt haben und Politiker die Sie nicht gewählt haben...zuerst sollte die Re-GIERung mal Ihre Finanzpolitik gründlich überarbeiten..und Zins muss immer zuerst jemand verlieren bevor ein anderer seine Schuld erfüllen kann in dem Sinne Wir bestrafen uns selber mit Zinsrechnen..denn der Zins ist niemals erschaffen oder gedruckt worden. Am Schluss tragen Wir wider alle für wenige.

  • Roland K. Moser am 13.08.2014 12:34 Report Diesen Beitrag melden

    Besser wäre...

    ...wenn im Internet nur noch gegen Vorauszahlung gekauft werden könnte und wenn die Handyrechnung im Voraus mit Akonto-Zahlungen in einem positiven Saldo gehalten werden müsste. Dann ein zentrales Register für gewährte Kredite welches von potenziellen Kreditgebern eingesehen werden muss und ein Gesetz, dass pro Person nur 1 laufenden Kredit erlaubt. Und Schwupps! Die Intrum-Justitia ist zum Glück föörig.

  • Hans-Jorg Merz am 13.08.2014 12:20 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht immer selber schuld

    Ich, 73, bin ebenfalls verschuldet. Warum? Weil mich die Scheidung ruiniert hat. Die Frau ist abgehauen, zu einem Anderen gezogen, jung, könnte ohne weitere noch arbeiten. Aber wer zahlt? Ich. Das ist unser Ehe(un)recht.

  • Inkasso sichert deinen Job am 13.08.2014 08:29 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Abschreiber - keine Arbeitslose!

    Wann kapiert ihr's endlich? Allein im letzten Jahr mussten in der Schweiz, ganze 8,3 Mia Franken (CHF 8'300'000'000!!!) an Forderungen abgeschrieben werden! Mit diesem Geld könnte JEDER Arbeitslose in der Schweiz (Stand Juni) mit einem Salär von rund CHF 60'000.- EIN JAHR LANG BESCHÄFTIGT werden. Mit anderen Worten: Diese Abschreiber kosten uns täglich unzählige Jobs! Inkasso ist leider ein notwendiges Übel

  • der Deutsche am 13.08.2014 08:18 Report Diesen Beitrag melden

    ein sauberes Konkursverfahren --

    mit 5/6/ 7 Jahren Laufzeit, prozentualer Tilgung (gemessen am Einkommen) und Restschuldbefreiung sowie danach konsequente Löschung des Konkurs - und keine Verlustscheine mit 20J Laufzeit - das ist, m.E. , ein Ansatz, um die Betroffenen wieder zu integrieren. Job- oder Wohungswechsel um die Kosten zu senken (bzw. Einkommen zu erhöhen) sind fast unmöglich - viele Unternehmen und (fast) alle Vermieter verlangen einen Betreibungsauszug. Dies gräbt auch diesen Eintreibern (oder Geier'n) das Wasser ab. Diese Register die hier geführt werden sind noch nicht einmal unter einer Aufsicht.