Hildebrand-Affäre

07. Januar 2012 10:44; Akt: 09.01.2012 12:59 Print

Sarasin-Dieb landete in der Psychiatrie

Der Mann, der geheime Bankdaten von Nationalbankspräsident Hildebrand weiterreichte, erlitt offenbar einen Zusammenbruch. Auch Mittelsmann Hermann Lei muss Konsequenzen fürchten.

storybild

Die Wirren rund um Nationalbankspräsident Philipp Hildebrand beschäftigen die Schweiz seit Tagen. Nun ist mehr über den Mann bekannt, der mit dem Diebstahl von Bankdaten die ganze Affäre ausgelöst hat. (Bild: Keystone)

Zum Thema
Fehler gesehen?

In der verworrenen Affäre rund um die Devisengeschäfte von Nationalbankspräsident Philipp Hildebrand und seiner Frau Kashya kommt nur tröpfchenweise Licht ins Dunkle. Wenig bekannt war bis anhin über den IT-Mitarbeiter der Bank Sarasin, der Screenshots der umstrittenen Transaktionen dem Thurgauer Anwalt und SVP-Grossrat Hermann Lei überreichte. Wie der «Blick» in seiner heutigen Ausgabe berichtet, handelt es sich dabei um einen 39-jährigen Mann aus dem thurgauischen Amlikon.

Im Dorf nenne man ihn den «Banker», er lebe aber zurückgezogen und diskret. Auch im Internet sei keine Spur von ihm zu finden. Der IT-Fachmann kennt Hermann Lei aus gemeinsamen Schulzeiten und ist ebenfalls SVP-Mitglied – allerdings nicht aktiv. Wie Nachbarn berichten, ist der Mann mittlerweile untergetaucht. Laut «Blick» befindet er sich in einer psychiatrischen Klinik, er habe in Zusammenhang mit der Hildebrand-Affäre einen Zusammenbruch gehabt. Gegen ihn wurde eine Strafanzeige wegen Verletzung des Bank- und Geschäftsgeheimnisses eingereicht.

Dünn könnte die Luft auch für den Anwalt Hermann Lei werden, der die brisanten Dokumente an SVP-Vize Christoph Blocher weiterreichte. Wie die «NZZ» schreibt, prüft der Thurgauer Anwaltsverband, ob Lei die Standesregeln der Schweizerischen Dachverbandes eingehalten hat. Noch sei es aber zu früh für eine Lagebeurteilung, der Fall werde «beobachtet». Offen bleibt zudem, ob der Grossrat mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen muss. Gemäss seinem Anwalt Valentin Landmann läuft derzeit kein Strafverfahren gegen ihn. Er habe den Ex-Sarasin-Angestellten nicht angestiftet, die Bankdaten zu stehlen.

(fum)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • die Stimme aus dem Oberland am 07.01.2012 19:20 Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Recht und Ordnung ?

    Es ist schon komisch, auf der einen Seite sollen Anwälte und Politiker möglichst Volksnah und für alle Belange kontaktiert werden können. Wird das aber, wie in diesem Fall, wahr genommen, wird der Warner geköpft und dem Fehlbaren wird auf die Schulter geklopft.... Lieben die Schweizer solche Nachrichten mehr via Presse und Wikileaks ....?

  • Rudi Daum am 08.01.2012 02:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ehrliche Menschen

    das Gegesetz besagt das man ein Gesetz nicht brechen darf auch wenn es um ein Verbrechen geht. Wer das trotzdem tut ist der Verbrecher und nicht der der als Wirklicher Verbrecher aufgedeckt wurde. Das ist die Schweiz der Banken.

  • pons am 07.01.2012 13:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...

    Arme mitarbeiter..

Die neusten Leser-Kommentare

  • Rudolf Messerli am 08.01.2012 17:01 Report Diesen Beitrag melden

    Idiotie

    Hörd endlich auf über diese "lächerliche" Affäre zu schreiben. Ist alles absoluter Blödsinn nur um von den effektiven Problemen abzulenken. Gleicht dem Wahlkampf in den USA. Schaut nach Vorne was die Zukunft noch alles bringt: Euro, EU, etc..

  • Alpaka Alpakaziös am 08.01.2012 03:17 Report Diesen Beitrag melden

    Bankenbashing

    Alle höheren Banker sind ja laut den Kommentaren hier gierige Unmenschen, wären sie oder ich etwa besser? Das ist wohl die Frage, die sich jeder selber stellen muss. Ich kann diese Frage für mich selber nicht beantworten, den meisten Normaldenkenden sollte es ähnlich ergehen. Also fände ich es angebrachter, den SVP Vorschlaghammer zu Hause zu lassen und differenzierte Beiträge zu produzieren. Damit möchte ich nicht die Kritik an sich in Frage stellen, sondern die Art und Weise...

  • Rudi Daum am 08.01.2012 02:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ehrliche Menschen

    das Gegesetz besagt das man ein Gesetz nicht brechen darf auch wenn es um ein Verbrechen geht. Wer das trotzdem tut ist der Verbrecher und nicht der der als Wirklicher Verbrecher aufgedeckt wurde. Das ist die Schweiz der Banken.

  • Peter Zweig am 08.01.2012 01:16 Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Anschuldigungen sind strafbar

    Nach geltendem Recht ist die Devisentransaktion kein Insiderdelikt, weshalb das Titelblatt der Weltwoche als falsche Anschuldigung einzustufen ist. Im weiteren handelte es sich um gängige Kapitalsicherung, wenn jemand Liquidität in einem Währungsmix hält und nicht um Spekulation. Spekulation wäre der Fall, wenn es eine Transaktion mit Leverage gewesen wäre.

  • die Stimme aus dem Oberland am 07.01.2012 19:20 Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Recht und Ordnung ?

    Es ist schon komisch, auf der einen Seite sollen Anwälte und Politiker möglichst Volksnah und für alle Belange kontaktiert werden können. Wird das aber, wie in diesem Fall, wahr genommen, wird der Warner geköpft und dem Fehlbaren wird auf die Schulter geklopft.... Lieben die Schweizer solche Nachrichten mehr via Presse und Wikileaks ....?