Zwei Milliarden verzockt

15. September 2011 11:53; Akt: 17.09.2011 17:00 Print

31-jähriger UBS-Banker in London verhaftet

Die London City Police hat heute um 3.30 Uhr einen UBS-Banker verhaftet. Der 31-Jährige soll mit unerlaubten Spekulationen zwei Milliarden Dollar verzockt haben. UBS-Boss Grübel versucht zu beruhigen.

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Die UBS-Hiobsbotschaft macht weltweit Schlagzeilen.

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Viel riskiert – und viel verloren, fürs Erste jedenfalls die Freiheit. Wie die Londoner City Police in einer Mitteilung bekannt gibt, hat sie heute um 03.30 Uhr einen Tatverdächtigen verhaftet. Bei dem 31-Jährigen K.A. handelt es sich um einen Investmentbanker der UBS, wie die Bank gegenüber 20 Minuten Online bestätigt. Er soll mit nicht autorisierten Handelsgeschäften einen Verlust von zwei Milliarden Dollar verursacht haben. In welcher Abteilung K.A. genau tätig war, ist unklar. Gerüchten zufolge soll der Mann dem «Global Syntetic Equities Team» angehört haben und seit fünf Jahren bei der UBS arbeiten, was UBS-Sprecher Serge Steiner aber nicht bestätigen wollte. Laut Informationen der «Financial Times» war der Mann im Range eines Direktors zuletzt Händler für passive Indexprodukte (ETF), davor Handelsanalyst. Sein Vorgesetzter ist angeblich bereits zurückgetreten.


Offensichtlich hat die UBS die Machenschaften des kriminellen Mitarbeiters am Mittwoch entdeckt und die Polizei eingeschaltet, die mitten in der Nacht zuschlug. Zudem informierte die Grossbank die Schweizer Aufsichtsbehörde Finma sowie die Behörden Englands und der USA.

Am Donnerstag drei Minuten vor Handelsbeginn verschickte die Bank eine Mitteilung und warnte die Anleger, man werde für das dritte Quartal möglicherweise einen Verlust bekanntgeben müssen. Die UBS-Aktie eröffnet daraufhin 8 Prozent tiefer. Um 15.30 Uhr standen die Papiere rund 9,4 Prozent im Minus bei 9.90 Franken. Damit nahm der Börsenwert der Schweizer Grossbank gegenüber dem Vortag um rund vier Milliarden Franken ab. Ganz anders die Credit Suisse: Ihre Aktie legte um 6,5 Prozent zu.

Grübel schaltet sich ein

In einem E-Mail an seine Belegschaft, das der Agentur Bloomberg vorliegt, versucht UBS-Boss Oswald Grübel zu beruhigen. Der Vorfall werde «die fundamentale Stärke der Bank nicht beeinträchtigen», schrieb Grübel. Damit wollte der Top-Banker aber wohl weniger die eigenen Mitarbeiter als vielmehr die Märkte beruhigen.

Während die Untersuchung der Vorfälle andauert, schätzt die UBS gegenwärtig, dass der durch diese Transaktionen erlittene Verlust sich in einer Höhe von zwei Milliarden Dollar bewegt. Wie die UBS ausdrücklich schreibt, handelt es sich bei den zwei Milliarden um eine Schätzung. Demnach könnte der Verlust durchaus höher ausfallen.

Kontrollmechanismen haben versagt

Unter den milliardenschweren Fehlspekulationen dürfte das Image der Schweizer Grossbank erneut zu leiden haben. Die Meldung sei «katastrophal» für die Bank, das Institut werde wohl wieder Vertrauen einbüssen, sagten Händler. Offenbar gelang es dem Londoner Händler, die Kontrollmechanismen auszuhebeln und auf eigene Faust mit grossen Beträgen zu handeln. Dem Risk Management, das die Bank nach riesigen Verlusten im US-Hypothekenmarkt stark umgebaut hatte, stellt dies keine gute Note aus. In den Jahren 2009 und 2010 hatte die Grossbank wegen des Beinahezusammenbruchs im Zuge der Finanzkrise unter enormem Abfluss von Kundengeldern zu leiden.

Bei Klick auf die Grafik erhalten Sie den interaktiven UBS-Kurs und können sich den Verlauf in verschiedenen Zeitabschnitten anzeigen lassen.

(sas/whr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Herr Schweizer am 15.09.2011 11:24 Report Diesen Beitrag melden

    Vertrauen und UBS!

    Hm! Passt doch schon lange nichtmehr zusammen!

    einklappen einklappen
  • Übler Grübler am 15.09.2011 12:52 Report Diesen Beitrag melden

    Unautorisiert nix da

    Unautorisiert war allenfalls der Verlust. Hätte der Schnösel Gewinn gemacht, hätte er nen Mio Bonus bekommen, garantiert.

  • Zecke am 15.09.2011 09:33 Report Diesen Beitrag melden

    Fragwürdige Sache

    Jetzt sollte man den Ring der Händler untersuchen; wahrscheinlich war es wieder nur einer :-D Villiger war schon bei der Swiss Re dabei und jetzt UBS ? 1.6 Mrd. Verlust bei Swiss Re (2007) 2 Mrd. Verlust bei UBS (2011) Zufall ?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ooho Darksen am 19.09.2011 12:03 Report Diesen Beitrag melden

    Für das Volk

    Es ist eine frechheit das der Schweizersteuerzahler dieser unkompetenten Bank Geld gib das diese überleben kann und dann nach einiger zeit einer auffliegt der soviel verzockt. Es kann nicht sein das er alleine das entschieden hat denn mit einem Jahresgehalt von 300'000 hätte er sicherlich nicht aleine die Befugniss mit soviel Geld zu hantieren.Der Gipfel des ganzen.. man sagt er habe gegen den Franken investiert wenn das so ist.. naja denkt euch meine Meinung... ein Penner der verschlafen hat das der Franken an den Euro gekoppelt wird obwohl das schon 1 week vorher im Gespräch war....

  • Thomas Mehler am 16.09.2011 13:43 Report Diesen Beitrag melden

    Trennbankensystem - sofort!

    Es gibt nur ein Mittel: Trenbankensystem wie beispielsweise in Kanada. So müssen Geschäfte mit risikogewichteten Zinsen refinanziert werden - und nicht via billige Spargelder. Dies führt von allein dazu, dass die Risiken der Geschäfte mindern. Zudem würdes es ein Kollaps einzelner Geschäfsbereiche ermöglichen. Anders als bei der heutigen Holdinghaftung!

  • objektiv bleiben am 16.09.2011 11:38 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte denken!!!

    Kann mir jemand sagen, was ein Konzernverlust mit den Steuerzahlern zu tun hat? Für den aktuellen Fall habe ich noch nirgends mitbekommen, dass der Staat wieder einspringt. Ihr habt wohl vergessen, dass der Staat mit der Finanzspritze damals viel Geld verdient hat. Diejenigen die den Steuerzahler Geld kosten, beziehen in irgend einer Form Sozialhilfe oder das Militär, und das Geld wird weder zurückbezahlt noch verzinst. Zudem glaube ich kaum, dass die aufgebrachte Meute hier sich wirklich Gedanken über wohin die Steuergelder wirklich fliessen (neue Kampfjets?).

  • Nathali K. am 16.09.2011 09:36 Report Diesen Beitrag melden

    Weiterbildung

    Hier aus slembeck.ch "Dem Bund sind durch das Engagement im UBS-Rettungspaket keine Kosten, sondern ein Gewinn von CHF 1.2 Mrd. ". und Blick.ch "Unter dem Strich resultiert für die Eidgenossenschaft ein Gewinn von 1,2 Mrd. Franken, wie das Eidg. Finanzdepartement mitteilte. " und woz.ch "Als der Bund am 16. Oktober 2008 die UBS rettete, gewährte er der Bank eine Anleihe von sechs Milliarden Franken. Im Sommer 2009 konnte er diese Anleihe mit einem Gewinn von 1,2 Milliarden verkaufen".

  • Ruppert Haas am 16.09.2011 09:27 Report Diesen Beitrag melden

    info an alle

    Hier aus slembeck.ch "Dem Bund sind durch das Engagement im UBS-Rettungspaket keine Kosten, sondern ein Gewinn von CHF 1.2 Mrd. ". und Blick.ch "Unter dem Strich resultiert für die Eidgenossenschaft ein Gewinn von 1,2 Mrd. Franken, wie das Eidg. Finanzdepartement mitteilte. " und woz.ch "Als der Bund am 16. Oktober 2008 die UBS rettete, gewährte er der Bank eine Anleihe von sechs Milliarden Franken. Im Sommer 2009 konnte er diese Anleihe mit einem Gewinn von 1,2 Milliarden verkaufen". Soviel zu der Meinung der Steuerzahler musste bluten.