Tarifeinigung in Deutschland

06. Februar 2018 05:13; Akt: 06.02.2018 05:31 Print

4,3 Prozent mehr Geld und Anspruch auf Teilzeit

Durchbruch in den Tarifverhandlungen: Der Arbeitgeberverband Südwestmetall und die Gewerkschaft IG Metall haben sich geeinigt.

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Zähe Verhandlungen abgeschlossen: Gewerkschaftler von IG Metall demonstrieren in München. (2. Februar 2018) (Bild: AFP/Lino Mirgeler)

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Nach den ganztägigen Warnstreiks der vergangenen Woche ist ein Tarifabschluss für die Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg erzielt worden. Das gaben beide Verhandlungsteams in der Nacht auf Dienstag bekannt.

Die Gewerkschaft IG Metall und der Arbeitgeberverband Südwestmetall verkündeten die Einigung in Stuttgart. Die 900'000 Beschäftigten im Pilotbezirk erhalten 4,3 Prozent mehr Geld und einen Anspruch auf verkürzte Arbeitszeiten. Für die Monate Januar bis März bekommen die Beschäftigten eine Einmalzahlung von 100 Euro.

2019 erhalten sie zudem einen Festbetrag von 400 Euro sowie ein neues dauerhaftes tarifliches Zusatzgeld von 27,5 Prozent eines Monatseinkommens, wie beide Tarifpartner nach gut 13-stündigen Verhandlungen weiter mitteilten.

Soziale Aspekte berücksichtigt

Beschäftigte, die sich um Kinder kümmern, Angehörige pflegen oder im Schichtdienst arbeiten, können wählen, ob sie das neue tarifliche Zusatzgeld lieber in freie Tage umwandeln und so von zusätzlicher Freizeit profitieren. Ausserdem haben ab 2019 alle Vollzeit-Beschäftigten mit mindestens zwei Jahren Betriebszugehörigkeit einen Anspruch auf eine verkürzte Vollzeit: Sie können ihre Arbeitszeit für mindestens sechs und maximal 24 Monate auf bis zu 28 Wochenstunden reduzieren und dies auch wiederholen.

Mit ihrer Forderung nach befristeter Teilzeit bei gleichzeitigen Lohnzuschüssen für bestimmte Beschäftigte konnte sich die IG Metall nicht durchsetzen.

Im Gegenzug sieht der neue Tarifvertrag gewisse Regelungen vor, der es Betrieben erlaubt, mit deutlich mehr Beschäftigten als heute 40-Stunden-Verträge abzuschliessen, wie der Arbeitgeberverband Südwestmetall mitteilte. Mit dem neuen Anspruch auf eine befristete Teilzeit seien die Arbeitgeber auch auf die Bedürfnisse der Beschäftigten eingegangen, sagte der Südwestmetall-Vorsitzende und Verhandlungsführer Stefan Wolf. Dies helfe den Mitarbeitern, «berufliche und private Lasten gleichermassen zu schultern».

Verbesserungen bei Schichtarbeit

«Wir haben um jedes Detail hart gerungen. In den für uns entscheidenden Fragen haben wir ein ordentliches Ergebnis erzielt und mehr Selbstbestimmung bei der Arbeitszeit für die Beschäftigten durchgesetzt», sagte der Verhandlungsführer und IG Metall-Bezirksleiter Roman Zitzelsberger. Zudem sei es gelungen, «gegen den Widerstand der Arbeitgeber Verbesserungen für Beschäftigte mit Kindern, zu pflegenden Angehörigen und in restriktiven Arbeitszeitmodellen wie Schichtarbeit zu erreichen».

Der Tarifvertrag läuft bis zum 31. März 2020. Baden-Württemberg ist im laufenden Tarifstreit der Pilotbezirk – eine Einigung wird in der Regel aber von den anderen Bezirken übernommen und gilt daher meist für alle rund 3,9 Beschäftigten des Sektors. Die vergangene Woche war von 24-Stunden-Streiks in der Branche geprägt gewesen, die Arbeitgeber gingen mit Klagen gegen die ganztägigen Arbeitsniederlegungen vor. Um eine weitere Eskalation zu vermeiden, etwa Urabstimmungen über flächendeckende Streiks, zeichnete sich dann eine neue Tarifrunde ab.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • TheRealSchnauz am 06.02.2018 06:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dafuq

    Und bei uns? Bei uns in der Firma gingen die Löhne runter dieses Jahr. Dir Kosten wie auch Steuern steigen aber. Was geht?

  • Andre K. am 06.02.2018 07:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auswandern

    Deutschland : Lohnsteigerung : 4, 3 Prozent. Schweiz : 0- 1 Prozent. Wenn das so weitergeht, wandern die Schweizer bald nach Deutschland aus.

    einklappen einklappen
  • hier nur träumen am 06.02.2018 08:26 Report Diesen Beitrag melden

    Davon kann man

    Davon können Schweizer Arbeitnehmer nur träumen. 45 Stunden Arbeitswoche nach dem Euroschock, dazu Lohnkürzungen und Abänderungskündigungen. Die Massnahmen wurden auch nicht zurückgenommen als der Euro wieder stärker wurde. Die Entwicklung in Deutschland dauert nun schon Jahre, so dass bei qualifizierten Arbeitskräften zur Schweiz praktisch (netto und Kaufkraftbereinigt) kein Unterschied mehr besteht.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Rico am 06.02.2018 09:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit

    Ich finde es eine bodenlose Frechheit was die IG Metall da alle Jahre wieder abzieht und die Arbeiter von Porsche und Co streiken. Sie bekommen sowie so schon die besten Gehälter und Sonderzahlungen jedes Jahr und es reicht ihnen nicht! Bitte das ganze Personal austauschen! Mal lieber das Pflegepersonal, Friseure , Bäcker und... , das Gehalt um 10 Prozent erhöhen und selbst dann bekommen sie immer noch gut einen 1000 weniger als die Metaller.

  • hier nur träumen am 06.02.2018 08:26 Report Diesen Beitrag melden

    Davon kann man

    Davon können Schweizer Arbeitnehmer nur träumen. 45 Stunden Arbeitswoche nach dem Euroschock, dazu Lohnkürzungen und Abänderungskündigungen. Die Massnahmen wurden auch nicht zurückgenommen als der Euro wieder stärker wurde. Die Entwicklung in Deutschland dauert nun schon Jahre, so dass bei qualifizierten Arbeitskräften zur Schweiz praktisch (netto und Kaufkraftbereinigt) kein Unterschied mehr besteht.

  • Andre K. am 06.02.2018 07:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auswandern

    Deutschland : Lohnsteigerung : 4, 3 Prozent. Schweiz : 0- 1 Prozent. Wenn das so weitergeht, wandern die Schweizer bald nach Deutschland aus.

    • Maler50 am 06.02.2018 12:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Andre K.

      Kaum,die Arbeitsbedingungen y die entlöhnung sind trotzdem hier 100 Mal besser. Die Lebensbedingungen sowieso!!

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  • TheRealSchnauz am 06.02.2018 06:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dafuq

    Und bei uns? Bei uns in der Firma gingen die Löhne runter dieses Jahr. Dir Kosten wie auch Steuern steigen aber. Was geht?