Pre-Sales

22. November 2019 08:07; Akt: 22.11.2019 11:54 Print

Black Friday geht heute schon los

von Raphael Knecht - Experten rechnen für Black Friday mit einem Umsatz von 450 Millionen Franken in 24 Stunden. Einige Händler haben bereits Pre-Sales gestartet.

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Detailhändler müssen einiges unternehmen, damit der Black Friday zu ihrem umsatzstärksten Tag wird: Die Planung für den Black Friday beginnt für die Händler nicht erst ein paar Wochen vor dem Event. Sie kaufen bei den Herstellern im Voraus Produkte in grossen Quantitäten ein, um selber von Rabatten profitieren zu können. In den vergangenen Jahren sind bei den Händlern rund um den Black Friday immer wieder Websites zusammengebrochen, weil sie dem plötzlichen Ansturm der Schnäppchenjäger nicht gewachsen waren. Damit das nicht mehr passiert, fahren die Händler vor dem Black Friday ihre Serverkapazität hoch. Händler wie Manor, Interdiscount und Galaxus bestätigen gegenüber 20 Minuten, dass rund um den Black Friday mehr Personal im Einsatz steht. Dieses wird beispielsweise in den Lagern oder im Verkauf eingesetzt. Die Besetzung sei oft ähnlich wie an einem Samstag. Seit der Black Friday 2015 das erste Mal in der Schweiz von ein paar wenigen Händlern ausgerufen wurde, ist viel geschehen: «Heute beteiligen sich Hinz und Kunz am Black Friday: vom Coiffeursalon bis zum Schönheitsdoktor. Ohne eigene Werbung hat eine Firma nur geringe Chancen, wahrgenommen zu werden», sagt Retail-Experte Julian Zrotz von Blackfridaydeals.ch. Manche Läden und Shoppingcenter lassen ihre Türen am Black Friday länger offen. So schliesst das Shoppi Tivoli am 29. November erst um 22 Uhr statt wie sonst am Freitag um 20 Uhr. Die grosse Rabattschlacht am Black Friday steht kurz bevor. Laut Schätzungen von Blackfridaydeals.ch dürften Schweizer Händler innert 24 Stunden einen Umsatz von 450 Millionen Franken erzielen. Eigentlich gilt der Black Friday als Startschuss für das Weihnachtsgeschäft. Dieses Jahr lancierte aber bereits der Singles' Day am 11. November den Weihnachtsverkauf in der Schweiz. Firmen bieten nicht nur Deals auf typische Produkte wie Fernseher oder Kleider, sondern auch zunehmend Abos und Dienstleistungen. Sogar beim Coiffeur gibts Black-Friday-Rabatt. Die Zahl der Geschäfte, die zum Black Friday spezielle Deals machen, steigt immer weiter. Sogar Globus ist dabei, obwohl die Firma dem Black Friday gegenüber bisher eher skeptisch war. Der Anteil an Onlinekäufen am Black Friday dürfte in der Schweiz mit einem Umsatz von 95 Millionen Franken bei über 20 Prozent liegen. Konsumenten sparen auf den Black Friday hin, wie Julian Zrotz von Blackfridaydeals.ch zu 20 Minuten sagt: «Das Interesse am Black Friday ist bereits im Vorfeld riesig.» Schweizer können am Black Friday auch direkt von Rabatten in den USA profitieren: Die US-Firma Big Apple Buddy ermöglicht es Online-Shoppern, bei Händlern aus dem Heimatland des Black Friday zu bestellen. Die Spezialangebote von Black Friday und Singles' Day klingen manchmal besser, als sie in Wirklichkeit sind. Der Black Friday ist eine US-Tradition. Inzwischen etabliert sich das Phänomen auch in der Schweiz. In den USA warten die Kunden oft schon um Mitternacht oder in den frühen Morgenstunden auf die Öffnung der Geschäfte, um das beste Schnäppchen zu ergattern. Teilweise harren sie dabei auch in der Kälte aus ... ... und freuen sich dann, wenn sie zum Beispiel einen günstigen Fernseher abstauben können.

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Die Black-Friday-Woche steht unmittelbar bevor – der Höhepunkt der Rabattschlacht wird der Freitag selbst sein: In der Schweiz werden Händler dieses Jahr am Black Friday innert 24 Stunden einen Umsatz von 450 Millionen Franken erzielen, prognostiziert das Portal Blackfridaydeals.ch. Nicht eingerechnet sind dabei Verkäufe im Food-Bereich.

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Im Vorjahr waren es 440 Millionen Franken gewesen. Damals hätten noch einige Händler auf die Teilnahme an der Rabattschlacht verzichtet, heisst es in einer Mitteilung. Dieses Jahr könne man sich das fast nicht mehr leisten, die Planung laufe bei manchen Händlern schon seit Anfang Jahr. Was für Vorbereitungen die Händler treffen, sehen Sie in der Bildstrecke oben.

1,5 Milliarden Franken in einer Woche

Für die gesamte Woche vom 25. November bis zum 2. Dezember rechnet die Schnäppchenplattform mit einem Umsatz von 1,5 Milliarden Franken. Damit dürfte der Black Friday allein fast ein Drittel der sogenannten Cyber Week ausmachen.

Einige Händler können es gar nicht erwarten: So werben etwa Microspot und H&M bereits mit einem «Pre-Black-Friday Sale». Bei Amazon hat die Black-Friday-Woche nicht etwa am Montag sondern bereits heute begonnen.

Am Montag beantwortet Retail-Experte Julian Zrotz von Blackfridaydeals.ch Fragen rund um Black Friday. Was willst du von ihm wissen?

Der Anteil an Onlinekäufen am Black Friday dürfte in der Schweiz mit einem Umsatz von 95 Millionen Franken bei über 20 Prozent liegen. «Neue Angebote werden oftmals pünktlich um Mitternacht oder stundengenau aufgeschaltet. Um von den besten Angeboten zu profitieren, müssen Schnäppchenjäger stündlich auf den verschiedenen Onlineshops vorbeischauen», sagt Retail-Experte Julian Zrotz von Blackfridaydeals.ch. Das sei im stationären Handel gar nicht möglich.

Höhere Kreditkartenlimite

Viele Konsumenten erhöhen extra für Black Friday ihre Kreditkartenlimite. So erhält der Kartenherausgeber Viseca zu dieser Zeit bis 15-mal so viele Anträge für Limitenerhöhungen wie sonst. Für die Händler und Kreditkarteninstitute ist das natürlich von Vorteil, da die Firmen mehr verdienen, wenn mehr gekauft wird.

Allerdings erhöht sich laut Experten damit auch die Verschuldungsgefahr. Bei allen Sonderangeboten den Überblick zu behalten, dürfte nicht jedem gleichermassen leicht fallen. Zudem könnten starke Rabatte die Kaufsucht beschleunigen.

In der Schweiz ist man dem Black Friday gegenüber dementsprechend kritisch: Fast zwei Drittel der Konsumenten
finden solche Schnäppchentage eine negative Entwicklung, wie eine repräsentative Umfrage von Blackfridaydeals.ch zeigt. Trotzdem steigen die Umsätze und praktisch jeder Schweizer wisse, was der Black Friday sei.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Buggero am 22.11.2019 08:11 Report Diesen Beitrag melden

    Zero

    Mein Beitrag zu diesem Umsatz: genau 0 CHF

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  • Ohne mich am 22.11.2019 08:16 Report Diesen Beitrag melden

    Konsum ahoi!

    Wir kaufen nicht was wir haben sollten, wir kaufen was wir sein wollen. Kauft alle soviel es geht, sonst denkt der neben euch noch etwas schlechtes über euch. Traurig wie fest der Konsum die Gesellschaft der Schweiz im Griff hat...

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  • A G am 22.11.2019 08:08 Report Diesen Beitrag melden

    Müll

    Die holen die älteste & unbrauchlichste ware aus dem lager & verkaufen das dann günstiger.. blackfriday in der schweiz ist der grösste müll - sorry! Kann niemals sein, dass die so einen umsatz machen

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Die neusten Leser-Kommentare

  • L. Füller am 23.11.2019 23:32 Report Diesen Beitrag melden

    Immer eine Aktion

    Wir haben schon letzten Donnerstag angefangen damit. Eigentlich haben wir jeden Freitag Black oder sonst eine Farbe um x % unseren guten Kunden zu gehen.

  • Axl am 23.11.2019 23:24 Report Diesen Beitrag melden

    Fake

    Bis Freitag steigen also wieder die preise damit die händler Rabatt geben können und die leute kaufen wieder weil Rabatt steht obwohl es vorher und nachher sowieso so teuer war

  • Black Friday am 23.11.2019 22:04 Report Diesen Beitrag melden

    hin oder her

    wenn der Postbote eine Sendung aus China im falschen Briefkasten deponiert, darf schon mal gestaunt werden. Da wurde irgendwas, das unter den Begriff "Büromaterial" fällt, in China bestellt und in die CH ausgeliefert. Wert, laut Zolldeklaration, ganze 2. 04 Dollars. So gesehen ist Black Friday omnipräsent. Hätte nur zu gerne gewusst, was in diesem Päckchen war, das erst um die halbe Welt geflogen war und dann noch falsch ausgeliefert wurde.

  • Martin S. am 23.11.2019 16:29 Report Diesen Beitrag melden

    Ist schon lustig!

    Normalerweise kauft man, ausser Lebensmittel, die natürlich am Black Friday nicht günstiger sind, sich etwas weil man etwas braucht oder etwas defekt und ersetzt werden muss. Doch die cleveren Amis haben uns jetzt diesen schwarzen Freitag beschert wo man uns vorgaukelt dass man etwas unbedingt braucht weil es ja so günstig ist und man dadurch einen Gewinn macht. Wenn man aber z.B. für einen 1000 CHF TV nur noch 600 bezahlt aber zuhause noch einen Fernseher hat der alles kann was er muss, dann sind die 600 CHF einfach nur Ein Verlustgeschäft...

    • I. Ronie am 23.11.2019 20:25 Report Diesen Beitrag melden

      Ecbt jetzt

      Noch besser u d selber gefunden Samsung TV vor dem Black Friday 1300.- und am Black Friday 1600.- , bekommts aber ganze 33% Rabatt. Leute nicht die % sind wichtig sondern der Endpreis :-)

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  • M.G. am 23.11.2019 13:31 Report Diesen Beitrag melden

    Wie wird das kalkuliert?

    Ich habe gerade das Angebot für nächste Woche vor mir: eine hochwertige Küchenmaschine die sonst rund 900 CHF kostet gibt es dann für 560 CHF. Da macht der Händler doch Verlust. Für mich sieht das so aus das am Black Friday ein riesiger zusätzlicher Umsatz generiert wird der aber unter dem Strich dem Handel keinen grösseren Gewinn einbrint. Und eine Woche spätee kostet die gleiche Küchenmaschine wieder 900 CHF. Wenn die Kunden derart auf immer höhere Rabatte konditioniert werden entsteht doch eine Erwartungshaltung die irgendwann nicht mehr erfüllt werden kann. Und was machen die Kunden dann?