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04. Mai 2016 18:42; Akt: 04.05.2016 19:50 Print

500-Euro-Schein wird abgeschafft

Gegen Terrorfinanzierung und Geldwäsche: 500-Euro-Schein wird abgeschafft. Das teilte die Europäische Zentralbank mit.

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Gibt es künftig nicht mehr: 500-Euro-Scheine. (Bild: Keystone/Archivbild)

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Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Abschaffung des 500-Euro-Scheins beschlossen. Sie entschied am Mittwoch, dass die Ausgabe der grössten Euro-Banknote «gegen Ende 2018» eingestellt wird, wie die EZB in Frankfurt mitteilte.

Zu diesem Zeitpunkt sollen die überarbeiteten 100- und 200-Euro-Noten eingeführt sein. Die im Umlauf befindlichen 500er sollen gesetzliches Zahlungsmittel bleiben und unbegrenzt umtauschbar sein.

Gegen die Finanzierung von Terror

EZB-Präsident Mario Draghi will mit der Abschaffung der 500-Euro-Geldscheine vor allem Kriminellen die Finanzierung von Straftaten wie Terror oder Schwarzarbeit erschweren. Das habe nichts mit einer Verringerung von Bargeld zu tun, sagte Draghi im Vorfeld des Entscheids.

Draghi zufolge würden Sparer nicht unter der Änderung leiden. Sie könnten etwa auf 200-Euro-Geldscheine ausweichen. Viele Politiker in der EU haben sich bereits für die Abschaffung der 500-Euro-Note ausgesprochen.

Ob mit einer Abschaffung der Banknote kriminelle Machenschaften eingedämmt werden können, ist allerdings umstritten. So argumentierte beispielsweise Schattenwirtschafts-Experte Friedrich Schneider von der Universität Linz, Geldwäsche laufe längst weit überwiegend bargeldlos über Scheinfirmen. Auch der Präsident der deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, hatte sich zuletzt skeptisch gezeigt. Im EZB-Rat reichte für die Entscheidung eine einfache Mehrheit.

Schweiz hält an 1000-Franken-Note fest

Weltweit gehörte die 500-Euro-Note zu den Banknoten mit dem höchsten Wert. In den USA reicht die Skala nur bis 100 Dollar. Die Schweiz hingegen hat 1000-Franken-Noten und wird diese laut Schweizerischer Nationalbank auch beibehalten.

Carl-Ludwig Thiele, Vorstand der deutschen Bundesbank, begrüsste, dass sich der EZB-Rat klar zum Erhalt der 200- und der 100-Euro-Banknote bekannt habe. «Die zweite Banknotenserie wird zwar von derzeit sieben auf dann sechs Stückelungen reduziert, jedoch bedeutet der Ausgabestopp für die 500-Euro-Banknote keinen Einstieg in die Abschaffung des Bargeldes», sagte Thiele der Deutschen Presse-Agentur. Bargeld bleibe gesetzliches Zahlungsmittel und werde auch künftig eine wichtige Rolle einnehmen bei den täglichen Einkäufen und als Wertaufbewahrungsmittel.

(pat)