Rasche Einführung fraglich

10. Februar 2019 07:05; Akt: 10.02.2019 08:51 Print

5G braucht 15'000 zusätzliche Antennen

Die Strahlenschutzvorschriften in der Schweiz sind streng. Weil die bestehenden Handyantennen ihre Leistungen nicht erhöhen dürfen, braucht es neue Anlagen.

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«Ein Blick ins Ausland zeigt, dass die Anbieter in Ländern wie Italien oder Grossbritannien für die wichtigsten Frequenzen viel tiefer in die Tasche greifen mussten. Deshalb sind wir mit den Resultaten der Auktion sehr zufrieden», sagt Olaf Swantee, CEO von Sunrise, über die Versteigerung der 5G-Frequenzen. «Wir sind mit dem Ergebnis der 5G-Auktion sehr zufrieden. Unsere Strategie war erfolgreich und wir freuen uns nun darauf, unser Netz weiter zu verbessern und noch in diesem Jahr 5G-Dienste einzuführen», sagt Pascal Grieder, CEO von Salt. Weniger begeistert ist die Swisscom, CEO Urs Schaeppi sagt lediglich: «Mit dem Aufbau des 5G-Netzes tragen wir zur Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Schweiz bei. Wir wollen die Menschen in der vernetzten Welt begeistern, egal ob in der Stadt oder auf dem Land.» Auf die Frage von 20 Minuten, ob die Firma zufrieden sei, antwortete Swisscom knapp, sie habe die notwendigen Frequenzen erhalten und man freue sich, die 5G-Infrastruktur ausbauen zu können. Warum die Swisscom sich im Vergleich zu den anderen Anbietern so zurückhaltend gibt, ist unklar. Telecom-Experte Ralf Beyeler von Moneyland.ch sagt zu 20 Minuten, die Firma habe mit 45 Prozent der Gesamtkapazität mit Abstand die meisten Frequenzbänder erhalten. Allerdings habe die Firma dafür viel bezahlen müssen: 196 Millionen Franken, das sind mehr als die Hälfte des Gesamterlöses der Auktion. Beyeler ist der Meinung, dass bei der Versteigerung letztlich nicht die Anbieter, sondern die Bevölkerung gewonnen hat. «Sie bekommt eine moderne Infrastruktur, ohne dass es eine grosse Verzögerung gibt», sagt er. «Wir werden schon bald mit 5G surfen», sagt Beyeler. Die Anbieter werden im Verlauf des Jahres 2019 ihre Netze ausbauen. Beyeler rechnet mit den ersten Geräten gegen Ende Jahr. Und innert zwei Jahren werde 5G voraussichtlich auch im Mittelpreissegment ankommen. Im Vorfeld der Auktion kursierten Gerüchte, dass Vodafone an 5G-Frequenzen in der Schweiz interessiert sei. Wie sich nun herausstellt, nahm nicht Vodafone, sondern die britische Firma Dense Air an der Auktion teil. Letztlich erwarb sie aber keine Frequenzen. Beyeler vermutet, dass der Netzausstatter im Auftrag eines Kunden – möglicherweise Vodafone – mitbot. Derzeit ist im Nationalrat eine Petition hängig, die fordert, dass der Bund keine Konzession für 5G vergibt, bis eine Risikobeurteilung zur Strahlenbelastung vom Bundesamt für Umwelt vorliegt. «Mich wundert schon, dass die Comcom jetzt hingeht und einfach die Konzessionsvergabe durchdrückt», sagt Kathrin Luginbühl, Mitglied des Petitionskomitees, zu 20 Minuten. Die Comcom hat mit der Auktion rund 379 Millionen Franken eingenommen. Das Geld fliesst in die Bundeskasse. Sunrise wendet 89,2 Millionen Franken für die 5G-Mobilfunkfrequenzen auf. Salt liess sich die Frequenzen 94,5 Millionen Franken kosten. Am meisten bezahlt hat die Swisscom mit 195,6 Millionen Franken.

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Eine rasche Einführung des neuen 5G-Mobilfunkstandards in der Schweiz ist laut der «NZZ am Sonntag» gefährdet. Die Schweiz brauche nämlich dafür noch einmal so viele Handyantennen, wie es bereits gibt. «Wir gehen davon aus, dass ohne Anpassung der Anlagegrenzwerte rund 15'000 zusätzliche Mobilfunkstandorte neu gebaut werden müssen», sagte Christian Grasser, der Geschäftsführer des Branchenverbands Asut, gegenüber der Zeitung.

Die bestehenden Anlagen stiessen an ihre Leistungsgrenzen, weil der mobile Datenkonsum stark steige und die Sendeleistungen sich aufgrund strenger Strahlenschutzvorschriften nicht erhöhen dürften. «Rund zwei Drittel aller Standorte in der Schweiz und weit mehr als 90 Prozent der Standorte in Städten und Agglomerationen weisen nicht genügend Reserven auf, um 5G leistungsfähig einzusetzen», sagte Grasser weiter. Er bezweifle zudem, dass es innert nützlicher Frist möglich sein werde, die zusätzlich benötigten neuen Antennen aufzustellen.

(scl)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Vieltelefonierer am 10.02.2019 07:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wacht auf und werdet vernünftig

    wann hören wir endlich auf immer mehr zu wollen? Denken wir nicht an unsere Gesundheit und dann die Insekten ? ich benutze das Mobiltelefon und Internet geschäftlich viel und bin froh um guten Empfang . für Geschäft und privat genügt die Geschwindigkeit schon längst . arbeiten wir lieber an der Umweltfreundlichkeit anstatt an der Geschwindigkeit . wacht auf und werdet vernünftig

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  • Tom am 10.02.2019 07:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    G5 ist gesundheits schädigend!

    4g reicht! keiner braucht mehr. Nutzen vs Schaden liegt in keinem Verhälnis!

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  • Besorgt am 10.02.2019 07:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bitte NICHT!

    Bitte kein 5G!!! Nicht noch mehr Strahlen! Bitte nicht!!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Rolf am 12.02.2019 00:07 Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit

    Wo ist den da der technische Fortschritt, wenn ich einfach die Bedingungen so verschlechtere. Lachhaft. Habe meine Wohnung gekauft mit der Gegebenheit, dass im Umkreis von 200m keine Mobile Antenne steht. Werde mich gegen jede Änderung wehren. Es geht ja nicht nur um meine Gesundheit, sondern um eine eigentliche Enteignung, weil sich der Wert meiner Wohnung mit einer nahen Antenne sofort verringern würde.

  • Ratlosikus am 11.02.2019 20:45 Report Diesen Beitrag melden

    Ihr Gegner seid komische typen...

    Über 20 Jahre gibt es bereits Mobile Kommunikation, ihr zweifelt hier nachwievor und behauptet es sei Gesundheitsschädigend ohne Beweise und nach solanger Zeit. Anderseits konsumiert ihr bedenkenlos Pharma Artikel welche nicht ausreichend erprobt sind....und keiner hinterfragt oder kümmert sich nach Langzeitschäden....ihrgenwie paradox nicht wahr?

    • Mara Nydegger am 11.02.2019 21:59 Report Diesen Beitrag melden

      Geld?

      Naja bezahle mich und ich geb dir die Resultate morgen

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  • Schweizer am 11.02.2019 19:38 Report Diesen Beitrag melden

    Strahlungsfreie Zonen?

    Wo ist die Lobby, die sich für strahlungsfreie Handy-Zombies Erholungszonen einsetzt? Ah stimmt, vermutlich grad mit dem Mobile beschäftigt. Mich stört aber weniger die Strahlung, als dass heutzutage jeder Zweite permanent ein Mobile in den Händen hält und damit rumspielt. Am Mittagstisch, Bushaltestelle, ÖV generell, manche halten es nichtmal beim Autofahren ohne aus. Nobel geht die (soziale) Welt zugrunde.

    • Ed am 11.02.2019 22:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Schweizer

      Ja das ist leider so.. Vorallem die Jungen verblöden immer mehr und verbringen den ganzen tag in der buckligen handy haltung.. die heranwachsende generation wird dramatische nackenprobleme haben..

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  • Jan am 11.02.2019 19:35 Report Diesen Beitrag melden

    Werbung von der Swisscom

    Die Marketing Abteilung der Swisscom hat soeben einen neuen Werbespot... ich zitiere: "OMG... 5G - für noch mehr Netzstabilität ohne Unterbrüche" Dieser Werbeslogan solltet eher lauten: "OMG... Atombomben waren gestern heute nennen wir es 5G"

    • Manfred JU am 11.02.2019 22:05 Report Diesen Beitrag melden

      Schlaues Kerlchen

      @Jan Ich finde den Kommentar konstruktive da ich jetzt einfach mal behaupte, dass du den Fallout ansprechen wolltest. Schlaues Kerlchen die Swisscom bräuchte Sie im Marketing.

    • Jasmin B am 11.02.2019 22:13 Report Diesen Beitrag melden

      Schmalz

      Hallo Jan Die Swisscom muss sich dank dir eine neue Marketing Strategie ausdenken. Gut gemacht. Den Kommentar habe ich mir abgespeichert. Es gibt halt doch noch Bürger welche etwas Schmalz im Hinterstübchen haben.

    • Regenschirm am 11.02.2019 22:18 Report Diesen Beitrag melden

      Kommentar

      Wer diesem Kommentar einen Daumen runter gibt hat nicht verstanden was Jan meinte.

    • Zeitzumschlafen am 11.02.2019 22:26 Report Diesen Beitrag melden

      @Jan

      Schreibe ein Buch darüber...mit deiner"Fantasie" könntest Du geg. Einige SchiFi Fans mobilisieren...

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  • Trudi B. am 11.02.2019 17:25 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht rumheulen

    was soll das Geheule wegen Strahlenbelastung? Hört einfach auf Dinge zu benutzen die solche Technologien voraussetzen.

    • Der Informatiker am 11.02.2019 19:03 Report Diesen Beitrag melden

      Was!?

      Keine Technologie setzt 5G vorraus! GSM und Co. reichten vor 15 Jahren, kaufen Sie sich ein Nokia. So ein sinnloser Kommentar

    • Trudi B am 11.02.2019 21:35 Report Diesen Beitrag melden

      @Informatiker

      eben, vor 15 Jahren. Morgen ist aber nicht Gestern.

    • Holldrioh am 11.02.2019 22:46 Report Diesen Beitrag melden

      Genau!

      Kauft wieder Jogurtbecker zum Telefonieren und Brieftauben für die Post...beide strahlen nicht...ok....die Tauben verkakken alles...

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