Falsche Angaben im CV

18. April 2019 21:27; Akt: 18.04.2019 21:27 Print

60 Prozent der Schweizer lügen bei der Bewerbung

Falsche Titel, erfundene Zertifikate: Viele Jobsuchende nehmen es mit der Wahrheit nicht so genau – und frisieren ihre Bewerbungsunterlagen.

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Papier ist geduldig. Das denken sich überraschend viele Jobsuchende, wenn sie ihre Bewerbungsunterlagen zusammenstellen. Eine aktuelle Analyse von rund 3300 Dossiers zeigt: Nur 40 Prozent waren vollständig wahrheitsgetreu. In 7 Prozent enthielten die Unterlagen handfeste Lügen, in 53 Prozent sonstige Ungenauigkeiten wie falsche Angaben zur Berufserfahrung.

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Hast du bei einer Bewerbung schon einmal geschummelt oder gelogen?

Die Erhebung wurde von Aequivalent durchgeführt, einem Unternehmen, das sich auf die Überprüfung von beruflichen Vorgeschichten und offiziellen Dokumenten spezialisiert hat.

Mit Photoshop gefälscht

Viel häufiger als im Vorjahr schummelten Bewerber in Bezug auf erhaltene Diplome und berufliche Qualifikationen: Der Anteil der Dossiers mit falschen Angaben in diesem Bereich stieg von 4 auf 8 Prozent im Jahr 2018. «In den extremsten Fällen fanden wir zum Beispiel Diplome, die mit Photoshop gefälscht wurden», sagt Aequivalent-Chef Michael Platen zu 20 Minuten.

Auch sei es vorgekommen, dass Bewerber Abschlüsse im Lebenslauf angegeben hätten, die sie gar nie erworben hätten. Bei 28 Prozent der erwähnten Ausbildungen kam heraus, dass sie abgebrochen oder auf einem niedrigeren Level abgeschlossen wurden – oder der Bewerber war immer noch an der besagten Ausbildung dran.

Arbeitserfahrung wird beschönigt

Auch bei der Arbeitserfahrung wird häufig gelogen oder übertrieben. Die Ungenauigkeiten betrafen etwa die aktuelle Stellenbezeichnung im Lebenslauf, den Anstellungszeitraum, das Pensum oder die Art des Arbeitsvertrags. «Da wird aus einer Teilzeit- plötzlich eine Vollzeitstelle, oder aus einer Temporär- eine Festanstellung», erklärt Platen.

Im internationalen Vergleich sind Schweizer Bewerber nicht ehrlicher als andere. Deutsche und Österreicher nehmen es mit dem Wahrheitsgehalt des Bewerbungsdossiers genauer, wie die Erhebung zeigt. Bei britischen und US-amerikanischen Arbeitnehmern gab es hingegen mehr Verdachtsmomente oder Unstimmigkeiten.

(vb)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jay79 am 18.04.2019 21:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und Arbeitgeber?

    Bei mir war es immer umgekehrt. Die Arbeitgeber haben mich oft belogen. Dinge versprochen die nicht eintrafen oder mich in Postionen gesteckt, die ganz anders waren als beschrieben. Die 60% liegen eher auf dieser Seite.

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  • Marian am 18.04.2019 21:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lügen haben kurze Beine

    Und was ist mit den Arbeitgebern? Da wird gelogen bis sich die Balken biegen.

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  • HuBro am 18.04.2019 21:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hmmm...

    Ach darum bekomme ich mit meiner Ehrlichkeit dauernd Absagen?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Die Pessimistin am 23.04.2019 18:56 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Wertschörzung mehr, dafür Diskriminierung ge

    Und Absage-Mails werden ohne Gruss und Signatur versendet. Gerade heute wieder mal so ein wertschätzendes Ding erhalten.

  • a.meyer am 23.04.2019 18:41 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Wundern!

    Wunder mich nicht. Die Stellenaufschreiben die Chef fördert ist gar nicht zu Finden und Ausser was die alles verlangt kommt in Alltag gar nie in Berufsleben vor. Zum Beispiel sollte Englisch und Französisch Mündlich und Schriftlich Fliessend verstehen, dass es nur einmal in 10Jahre benötig. Oder 20 25 Jahralter mit 15-Jahren Berufserfahrungen. Wie doof sind dann den Chef heutzutage?

  • Carrie am 23.04.2019 14:36 Report Diesen Beitrag melden

    Über zwei Drittel: "Nein, noch nie"

    Gelogen wird eben nicht nur bei der Bewerbung - auch in Umfragen.

  • Lügen am 22.04.2019 09:18 Report Diesen Beitrag melden

    Kaum vorstellbar

    Welche Schweizer - die Eingebürgerten?

  • kein Lügner am 22.04.2019 08:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Temporär

    Temporärbüros stellen sogenante Fachleute aus Polen Slowakei usw. an, die keine richtige Ausbildung haben und vermittel diese als Facharbeiter weiter, ohne die Angaben zu kontrollieren, das ist eine Sauerei. Die kontrolle überlassen sie den Firmen.