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12. März 2017 05:16; Akt: 12.03.2017 06:18 Print

600 Schliessungen – 20 Millionen Kosten

«Wohl mehr als 20 Millionen Franken» muss Post-Chefin Ruoff wegen den Schliessungen in nötige Neuerungen investieren. Aber nur solange der Gewinn stimmt.

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Will «nicht der Diktator sein»: Post-Chefin Susanne Ruoff an der Bilanzmedienkonferenz in Bern. (10. März 2016) (Bild: Keystone/KEYSTONE/Marcel Bieri)

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Die Post wendet nach eigenen Angaben 20 Millionen Franken auf, um unter anderem Kunden in Ortschaften ohne Poststelle die Bareinzahlung beim Briefträger zu ermöglichen. Laut Post-Chefin Susanne Ruoff lässt sich das machen, solange der Post-Gewinn nicht zu stark sinkt.

In den nächsten Jahren wird die Post bis zu rund 600 weitere Poststellen schliessen, wie das bundeseigene Unternehmen ankündigte. Um den Wandel abzufedern, sollen Kunden in den betroffenen Regionen die Möglichkeit erhalten, ihre Rechnungen beim Pöstler mit Bargeld zu bezahlen.

Rücksicht auf Minderheiten

Bareinzahlungen beim Briefträger sind schon heute in Regionen mit Hausservice möglich. «Die Erfahrung zeigt, dass bloss eine kleine Gruppe diese Dienstleistung wünscht», sagte Susanne Ruoff im Interview mit der «NZZ am Sonntag». Rücksichtnahme auf Minderheiten gehöre aber zur Schweiz.

Happig sind aber die Kosten: Ruoff veranschlagt die Kosten für Neuerungen im Zusammenhang mit der Schliessung von Poststellen auf «wohl mehr als 20 Millionen Franken». Solange genügend Handlungsspielraum vorhanden sei, könne die Post diesen Kompromiss eingehen. «Sinkt aber der Gewinn weiter, dann können wir nicht mehr investieren.»

Nicht angeben will Ruoff, wie viel die Post mit der Schliessung der Poststellen sparen wird. Im Sommer soll bekannt werden, welche Stellen die Post schliessen oder in Agenturen umwandeln will. Diskussionen mit den Kantonen liefen, sagte Ruoff. Obwohl die Post bei Schliessungen das letzte Wort hat, wolle sie «nicht der Diktator sein», sondern den Dialog suchen, kündigte sie an.

Postfinance soll in Start-ups investieren

Die Post musste 2016 einen Gewinnrückgang um 13 Prozent auf 558 Millionen Franken hinnehmen. Angesichts des tieferen Gewinns zeigte sich Ruoff besorgt, dass auch bei der Postfinance, die seit Jahren am meisten zum Post-Gewinn beiträgt, in diesem Jahr unter dem Strich erneut weniger herausschauen dürfte. Es sei aber zu akzeptieren, dass die Politik der Postbank die Kreditvergabe verbiete.

Um trotz dieser Einschränkung und den Negativzinsen nachhaltig profitabel zu bleiben, müsse Postfinance jedoch «neue, zinsunabhängige Ertragsquellen» erschliessen, sagte sie. Dazu gehöre, langfristig, «die Beteiligung an jungen, innovativen und wachstumsorientierten Unternehmen im Fintech-Bereich».

(foa/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bettina am 12.03.2017 07:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Diese Frau ist eine.....

    ...Katastrophe für den öffentlichen Dienst und Doris will das nicht einsehen. Ihr Nachfolger wird dann einmal viel Geld aufwenden müssen um wieder eine flächendeckendes Poststellennetz zu schaffen.

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  • Mythenmetz am 12.03.2017 07:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Interessantes Nebeneinkommen?

    Sorry, aber ich vertrau doch keinen dahergelaufenen, an der Haustür, mein Geld an für Rechnungen. Wenn dies wirklich so kommen sollte dann wird es bestimmt bald ganz viele Postboten geben, die eigentlich gar keine sind. (Mal um die schlimme Ecke gedacht)

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  • Dionysos am 12.03.2017 07:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Post Raub

    Arme Postboten! Was ist mit Ihrer Sicherheit? Brauchen dann einen Waffenschein damit Sie nicht überfallen werden! Möchte nicht in Ihrer Haut stecken bei den täglichen Übergriffen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Lila am 17.03.2017 06:50 Report Diesen Beitrag melden

    zu hoher Lohn für nichts

    Ihr Solär nur um 1/3 kürzen und man muss nichts mehr schliessen

  • flies away am 13.03.2017 19:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    captain

    die post ist seit jahren auf dem falschen weg .

  • Pösti am 13.03.2017 16:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Porto für Einzahlungen

    Vorweg: Der Hausservice ist eine tolle Sache. Bequemer hat es kein Kunde als wenn direkt bei Ihm/Ihr zu Hause aufgegeben werden kann ABER: für Brief- und Pakettaxen bezahlt der Aufgeber das Porto. Weshalb wird einem Empfänger (Rechnungsteller!!) von z.B. Fr.100.- von der Post Fr.1,50 abgezogen bei Bareinzahlungen? Dieses Porto sollte schon längst den Aufgebern (Schuldner) auf die Fr. 100.- belastet werden. Ob am Postschalter oder beim Hausservice.

  • Ein kritischer Beobachter am 13.03.2017 15:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unwirtschaftliche Arbeitserledigung

    Kleine Tatsache gefällig? Kürzlich waren zwei Landschaftsgärtner der Post bei unserer Post am Werk. Sie schnitten einem Baum die Krone weg und bei einem anderen verschiedene Äste. Für diese Aufgabe benötigten die beiden einen vollen Tag. Unsere Forstangestellten der Gemeinde hätten das mit dem richtigen Werkzeug in zwei Stunden erledigt. Scheinbar ist bei der Post doch genug Geld vorhanden.

  • Der Postillion am 13.03.2017 15:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fachwissen fehlt

    Dieses Frau hat leider von einem service public keine Ahnung. Auch die anderen Postoberen lassen zu wünschen übrig. So werden Nischen für kleinere effizientere Anbieter geöffnet.

    • Heinz Maier am 15.03.2017 14:11 Report Diesen Beitrag melden

      @Der Postillion

      diese frau braucht in ihrer funktion auch kein fachwissen. für fachliche themen hat sie ihre unterstellten mitarbeiter. in einer führungsposition muss man führen und explizit in ihrer funktion ist sie dafür verantwortlich, dass die strategie des verwaltungsrates operativ umgesetzt wird.

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