Ölkatastrophe

24. Februar 2011 10:52; Akt: 24.02.2011 15:52 Print

800 Millionen Verlust für Transocean

Der Unfall mit der Bohrplattform «Deepwater Horizon» hat den Schweizer Ölbohrkonzern Transocean auch im vierten Quartal 2010 belastet. Der Verlust beträgt 800 Millionen Franken.

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Explosion auf der Bohrplattform «Deepwater Horizon» der Zuger Konzerns Transocean. (Bild: Keystone)

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Für den Ölbohrkonzern Transocean war der Untergang der an BP vermieteten Bohrplattform «Deepwater Horizon» auch im vierten Quartal 2010 nicht ausgestanden. Der Verlust des Konzerns mit Sitz in Steinhausen (ZG) lag bei 799 Millionen Dollar, nachdem der Konzern im Vorjahresquartal noch 723 Mio. Dollar Gewinn verbuchte.

Grund für den Verlust ist vor allem eine bereits angekündigte Wertberichtigung auf einen Teil der Bohrschiff-Flotte. Der Abschreiber in Höhe von einer Milliarde Dollar resultiere aus den gegenwärtigen und erwarteten Abnahmen der Tagesraten und der Auslastung der Standard- Bohrplattformen, so der Konzern in einer Mitteilung.

Fürs schlechte Abschneiden ist aber auch weiterhin das Unglück im Golf von Mexiko verantwortlich, weswegen Transocean in den Monaten Oktober bis Dezember 25 Millionen Dollar für Untersuchungen, Gebühren und höhere Versicherungsprämien zu berappen hatte.

Erwartungen nicht erfüllt

Mit dem Umsatz von 2,16 Milliarden Dollar und dem operativen Verlust von 662 Millionen Dollar konnte das Unternehmen die Erwartungen der Analysten – auch unter Berücksichtigung der Abschreibung – nicht erfüllen.

Für die Zukunft von Transocean sind die Analysten aber zuversichtlich. Der Grund: Die Nachfrage nach dem schwarzen Gold dürfte die Mietpreise, die Ölkonzerne Firmen wie Transocean für die Benutzung der Plattformen bezahlen, in die Höhe treiben. Der Zuger Konzern zählt namhafte Erdölkonzerne wie BP, Exxon Mobil, Gazprom und Shell zu seinen Kunden.

Schwieriges Jahr

2010 war für die Ölförderung insgesamt kein gutes Jahr. Weil das Geschäft spätzyklischer Natur ist, spüren die Zulieferfirmen der Erdölindustrie nach wie vor die Nachwirkungen der globalen Rezession.

Zur Rezessionen kam bei Transocean das Unglück mit «Deepwater Horizon» hinzu. Nach der Explosion sankt der Transocean-Titel innert Kürze von 98 auf unter 50 Franken. Im Verlauf des Jahres 2111 erholte sich die Aktie aber wieder bis auf 79.95 Franken. Nach der Publikation des 800-Millionen-Verlustes sank das Transocean-Papier am Donnerstagvormittag um rund 2,5 Prozent auf 75.50 Franken.

(sda/sas)