Umfrage zeigt

15. Mai 2012 11:07; Akt: 15.05.2012 11:24 Print

85 Prozent gehen zuerst zum Hausarzt

Was tun bei medizinischen Notfällen? Erst den telefonischen Beratungsdienst anrufen? Oder direkt in die Notaufnahme? Laut einer Umfrage wählen Schweizer eher den traditionellen Weg.

Zum Thema
Fehler gesehen?

85 Prozent der Erwachsenen in der Schweiz gehen zuerst zum Hausarzt, wenn ein medizinisches Problem auftaucht. Das zeigt eine Umfrage im Auftrag von comparis.ch. Auch bei der Suche nach einem Spezialisten fragen die meisten zuerst ihren Hausarzt.

Umfrage
Bei einem medizinischen Problem, wohin gehen Sie zuerst.
93 %
3 %
4 %
Insgesamt 209 Teilnehmer

Das Marktforschungsinstitut Demoscope führte die Umfrage im vergangenen April durch und befragte 1209 Personen im Alter von über 18 Jahren. 85 Prozent gaben an, bei einem medizinischen Problem zuerst zum Hausarzt zu gehen. 5 Prozent wenden sich zuerst an einen telefonischen Beratungsdienst.

Zentrale Rolle des Hausarztes

2 Prozent gehen direkt zum Spezialisten, 1 Prozent in die Notfallaufnahme eines Spitals, und 7 Prozent wählen einen anderen Weg, wie comparis.ch am Dienstag mitteilte.

Auch bei der Suche nach einem Spezialisten spielt der Hausarzt eine zentrale Rolle. Denn 83 Prozent der Befragten lassen sich mindestens teilweise vom Hausarzt einen Spezialisten oder eine Spezialistin empfehlen. 12 Prozent holen bei Bekannten oder in der Familie Empfehlungen und 6 Prozent suchen sich selbst einen Spezialarzt. Sie benutzen dafür das Internet oder das Telefonbuch.

Weitere 4 Prozent entscheiden sich auf Grund von eigenen Erfahrungen für einen Spezialisten oder eine Spezialistin. Bei dieser Frage konnten Mehrfach-Antworten gegeben werden, wie comparis.ch schreibt. Für die meisten Befragten ist Managed Care bei der Arztwahl also bereits Realität.

Arztwahl nur ein kritisierter Punkt

Über die Verankerung und Förderung der integrierten Versorgung (Managed Care) im Krankenversicherungsgesetz wird am 17. Juni abgestimmt. Die freie Arztwahl ist allerdings nur einer der an Managed Care kritisierten Punkte.

Denn schliessen sich Hausärzte, Spezialärzte, Physiotherapeuten, Apotheken und Spitäler gemäss der Vorlage zu einem Versorgungsnetz zusammen, koordinieren sie die Behandlung und übernehmen auch Mitverantwortung für das Budget. Auch dieser Punkt wird von Gegnern kritisiert. Die Umfrage macht dazu keine Angaben.

Laut dem Pro-Komitee sind derzeit 17 Prozent oder rund 1,3 Millionen Versicherte einem Netzwerk mit Budget-Mitverantwortung angeschlossen. Wer sich künftig mit Managed Care versichert, soll gemäss der Vorlage mit einem tieferen Selbstbehalt belohnt werden. Auch dies bemängeln die Gegner - und auch diesen Punkt greift die Umfrage nicht auf.

(sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peschä am 15.05.2012 14:21 Report Diesen Beitrag melden

    Hausarzt

    In der Regel macht es Sinn, zuerst zum Hausarzt zu gehen. Auch in diesem Fall ist aber eine freie Wahl des Spezialisten wichtig. Vielleicht weiss man ja von Bekannten einen Spezialisten, mit dem dieser sehr zufrieden oder unzufrieden war, vielleicht kennt man bereits selber einen Spezialisten, vielleicht hat man eine Erkrankung, auf die nur sehr wenige Spezialisten wirklich spezialisiert sind... Falls man aufgrund eines bestimmten Leidens schon mal zu einem gewissen Spezialisten zugewiesen wurde, kann es auch Sinn machen direkt hinzugehen, wenn diese Probleme erneut auftreten.

  • AndyLyss am 15.05.2012 14:08 Report Diesen Beitrag melden

    Nur nicht abschaffen

    Egal wie, die Kosten steigen vorallem durch folgende Punkte: - Bessere medezinscher Standart, - längere Lebenszeit (viel ältere,meist teure, wenig junge günstige Versicherungsnehmer). Aber was auf keinem Fall eine Lösung ist ist die Aufgabe des Versicherungobligatorium. Vielleicht wäre eine Einkommensabhängige Prämie gerechter, zudem finde ich dürfte der Arbeitgeber sich ebenfalls beteiligen, schliesslich profitiert er von gesunden Mitarbeitern und niedriger Prämien führen zu einem bessern Konsum

  • patrick h. am 15.05.2012 14:23 Report Diesen Beitrag melden

    zukunft

    Intressante Statistik. Das Einzige was ich von Hausärzten höre ist "ich habe keinen platz mehr für neue Patienten". Das Modell Hausarzt hat ausgedient, zumindest in den Städten. In Zukunft wird es eine Einheitskasse geben und Ambulante HMO Zentren in den kantonalen Spitälern. Die Abläufe können weiter optimiert, die Gerätschaften noch besser gemeinschaftlich genutzt und alles noch effizienter geplant werden. Auf dem Land kann man ja weiter Hausärzte haben aber in den Städten bräuchten wir tausende neue Hausärzte.

Die neusten Leser-Kommentare

  • patrick h. am 15.05.2012 14:23 Report Diesen Beitrag melden

    zukunft

    Intressante Statistik. Das Einzige was ich von Hausärzten höre ist "ich habe keinen platz mehr für neue Patienten". Das Modell Hausarzt hat ausgedient, zumindest in den Städten. In Zukunft wird es eine Einheitskasse geben und Ambulante HMO Zentren in den kantonalen Spitälern. Die Abläufe können weiter optimiert, die Gerätschaften noch besser gemeinschaftlich genutzt und alles noch effizienter geplant werden. Auf dem Land kann man ja weiter Hausärzte haben aber in den Städten bräuchten wir tausende neue Hausärzte.

  • Peschä am 15.05.2012 14:21 Report Diesen Beitrag melden

    Hausarzt

    In der Regel macht es Sinn, zuerst zum Hausarzt zu gehen. Auch in diesem Fall ist aber eine freie Wahl des Spezialisten wichtig. Vielleicht weiss man ja von Bekannten einen Spezialisten, mit dem dieser sehr zufrieden oder unzufrieden war, vielleicht kennt man bereits selber einen Spezialisten, vielleicht hat man eine Erkrankung, auf die nur sehr wenige Spezialisten wirklich spezialisiert sind... Falls man aufgrund eines bestimmten Leidens schon mal zu einem gewissen Spezialisten zugewiesen wurde, kann es auch Sinn machen direkt hinzugehen, wenn diese Probleme erneut auftreten.

  • AndyLyss am 15.05.2012 14:08 Report Diesen Beitrag melden

    Nur nicht abschaffen

    Egal wie, die Kosten steigen vorallem durch folgende Punkte: - Bessere medezinscher Standart, - längere Lebenszeit (viel ältere,meist teure, wenig junge günstige Versicherungsnehmer). Aber was auf keinem Fall eine Lösung ist ist die Aufgabe des Versicherungobligatorium. Vielleicht wäre eine Einkommensabhängige Prämie gerechter, zudem finde ich dürfte der Arbeitgeber sich ebenfalls beteiligen, schliesslich profitiert er von gesunden Mitarbeitern und niedriger Prämien führen zu einem bessern Konsum

  • W.T. am 15.05.2012 13:08 Report Diesen Beitrag melden

    Wo liegt also das Problem?

    Wenn 85% heute schon zuerst zum Hausarzt gehen, was soll denn der Managed-Care-Müll? Das zielt doch wohl genau darauf ab, die Leute dazu zu bringen, was sie anscheinend heute schon tun? Und: wenn ich so einem MC-Dingens beitrete? Muss ich dann meinen Hausarzt wechseln? Das möcht' ich nämlich nicht!

  • ak45 am 15.05.2012 13:05 Report Diesen Beitrag melden

    Kurz vor dem Kollaps

    Wenn die Kosten für das Grundpaket einer Versicherung zu hoch werden, ist doch klar, dass das Grundpaket kleiner und Zusatzwünsche extra, nach eigenem Willen und Vermögen bezahlt werden müssen.