Solarenergie

13. Juli 2009 12:30; Akt: 13.07.2009 16:17 Print

ABB bei Wüstenstrom-Initiative mit an Bord

Europa soll künftig 15 Prozent seines Stroms in den Wüsten Afrikas und des Nahen Ostens gewinnen. Zwölf Unternehmen, darunter auch der Industriekonzern ABB, haben am Montag eine Absichtserklärung unterzeichnet. In drei Jahren sollen fertige Pläne zum Bau von Solarkraftwerken vorliegen.

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Riesige Solarkraftwerke in der nordafrikanischen Wüste könnten schon 2019 den ersten Strom liefern. (AP)

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Die Unternehmen wollen dazu die Desertec Industrial Initiative Planungsgesellschaft (DII) errichten, wie sie am Montag in München mitteilten. Diese soll in Form einer GmbH nach deutschem Recht bis Ende Oktober dieses Jahres gegründet werden. Die Teilnehmer schätzen das Investitionsvolumen des Projekts auf rund 600 Mrd. Franken.

Zu den beteiligten Unternehmen gehören neben ABB die spanische Abengoa Solar, die algerische Cevital, die Deutsche Bank, die E.ON, die HSH Nordbank, die MAN Solar Millennium, die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft, M&W Zander, RWE, Schott Solar und Siemens.

Bei dem Treffen waren Vertreter der Arabischen Liga, des ägyptischen Energieministeriums sowie Vertreter der deutschen Politik anwesend. Ausserdem nahmen Repräsentanten des Club of Rome teil.

Drei Jahre für Planung

Nach der Gründung sollen binnen dreier Jahre die notwendigen Rahmenbedingungen entwickelt sowie konkrete Geschäftspläne und Finanzierungskonzepte erarbeitet werden. Auch die Erzeugerländer sollen vom Projekt profitieren.

Siemens sprach von einem enormen Potenzial. «Die Wüstenregionen der Erde empfangen in sechs Stunden mehr Energie als die Menschheit in einem Jahr verbraucht.» Den Strom nach Europa zu leiten, bezeichnete der Konzern als unproblematisch.

Greenpeace begrüsste das Projekt und forderte die Schweizer Energieunternehmen auf, «ebenfalls in solche Initiativen zu investieren statt in klimaschädliche Gas- und Kohlekraftwerke».

Kritiker des Projekts hatten zuletzt darauf verwiesen, dass die Erzeugerstaaten in Nordafrika politisch instabil seien. «Afrika darf nicht denselben Fehler machen wie wir und in Kohle, Gas und Atom investieren», sagte der Sprecher der Welthungerhilfe, Ralph Dickerhoff.

Aus diesem Grund wäre es sinnvoll, zumindest Ländern in unmittelbarer Nachbarschaft von Solaranlagen einen guten Preis für Solarstrom zu machen.

(sda)