Wilma

05. November 2019 08:13; Akt: 05.11.2019 10:12 Print

Ab Donnerstag ändert sich das Boarding bei der Swiss

Fenster – Mitte – Gang: Um Zeit zu sparen, führt die Lufthansa-Gruppe diesen Winter ein neues Boarding-Verfahren ein.

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Seine Antwort: «Es fällt auf, wer Vielflieger ist und wer Tourist. .... ... die Vielflieger streben zielstrebig zu ihrem Sitz, haben das Handgepäck gleich zum Verstauen parat und setzen sich rasch», sagt Regli. «Andere geraten im Flugzeug erstmal ins Staunen, bleiben stehen und suchen dann ihren Platz.» «Ich akzeptiere das. Man kann versuchen, einen Stau im Gang mit einer Durchsage aufzulösen. Dann bittet die Besatzung über das Mikrofon darum, den Gang möglichst zügig freizugeben.» Antwort des Piloten Regli: «Sobald alle sitzen und die Tür zu ist, kann ich als Pilot der Flugsicherung durchgeben, dass wir bereit sind ... ... dann muss ich auf die Erlaubnis warten, die Triebwerke zu starten. Das kann gerade am Flughafen Zürich wegen Kapazitätsengpässen zum Teil etwas dauern», erklärt Regli. Es könne vorkommen, dass man eine Stunde auf einen Slot warten müsse ... Passagiere und natürlich auch die Piloten müssen in so einem Fall im Cockpit warten.«Aber die Passagiere dann wieder aussteigen zu lassen, wäre falsch. Dann müssten sie ja erneut boarden», sagt Regli. Der Flughafen Zürich-Kloten ist das Drehkreuz der Swiss. Hier steigen viele Passagiere von Zubringerflügen auf Langstreckenflüge um. Haben sie Verspätung, kommt es dazu, dass die Swiss auf sie wartet und sich die Unpünktlichkeit ausweitet. Pilot Christoph Regli ist für Lufthansa, Swiss und Crossair geflogen. Inzwischen leitet er den Aviatik-Lehrgang an der ZHAW und fliegt für Helvetic Airways.

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Passagiere der Swiss und ihren Konzernschwestern Lufthansa und Austrian müssen sich beim Einstieg ins Flugzeug auf ein neues Verfahren einstellen. Damit will der Lufthansa-Konzern wertvolle Zeit sparen, wie die Firma bereits im Sommer gegenüber 20 Minuten erklärte.

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«Zwei Minuten hören sich erst einmal nicht viel an, sind aber schon rund zehn Prozent des Boarding-Prozesses», sagt Vicky Scherber, die seit einem guten Jahr an dem neuen System tüftelt. Nebenbei sollen mit der neuen Methode die stressigen Konflikte minimiert werden, die beim Gerangel um den richtigen Sitz und ausreichenden Platz für das Handgepäck entstehen.

Einführung nicht in der Schweiz

Der Lufthansa-Konzern will dieses Konzept von diesem Donnerstag (7. November) an auf Europa-Flügen seiner Netz-Gesellschaften Lufthansa, Austrian und Swiss über den Winter einführen. Dies, nachdem das Verfahren bereits auf einigen Flügen getestet wurde. Tochter Swiss führt das neue Boardingprinzip allerdings nur auf wenigen Flügen bei Aussenstationen ein.

Grundsatz werden die Passagiere künftig danach aufgeteilt, ob sie einen Platz am Fenster, in der Mitte der Sitzreihe oder am Gang gebucht haben. Bei amerikanischen Fluggesellschaften, aber auch bei Air France oder British Airways lautet die Reihenfolge beim Einsteigen längst «Window-Middle-Aisle», liebevoll auch «Wilma» abgekürzt.

Fünf Boarding-Gruppen

Auf der für Wenigflieger ohnehin schon komplexen Bordkarte werden die Lufthansa-Gesellschaften neben Abflug-Gate und Sitzplatz-Nummer eine weitere Rubrik eintragen, nämlich die Boarding-Gruppen 1 bis 5. Unverändert dürfen zunächst Familien mit kleinen Kindern und hilfsbedürftige oder mobilitätseingeschränkte Gäste einsteigen, sagt Scherber, die bei der Lufthansa-Group für die Passagier- und Gepäckprozesse verantwortlich ist.

Dann kommen in den Gruppen 1 und 2 die privilegierten Stammkunden (Senatoren, Hons) sowie Passagiere mit teuren Business- oder Ecoflex-Tickets, unabhängig von der gebuchten Sitzposition. Gruppe 3 meint dann die Economy-Passagiere mit Fensterplatz, Gruppe 4 die Mitte und schliesslich die 5 für Menschen, die am Gang sitzen. Diese Plätze sind besonders bei gross gewachsenen Menschen beliebt.

Familien, Paare und Gruppen würden zum Einsteigen aber nicht getrennt, versichert die Lufthansa-Expertin Scherber. Die Software sorge dafür, dass zusammen gebuchte Passagiere in dieselbe Boarding-Gruppe kämen und dann auch gemeinsam einsteigen könnten. Zumindest dieses Problem gab es nach dem bisherigen System nicht, wo die Passagiere gestaffelt nach Sitzreihen ins Flugzeug gelassen wurden.

Skepsis unter Flugreisenden

In Internet-Foren zeigen sich erfahrene Flugreisende nur wenig optimistisch, dass das neue Boardingverfahren vieles positiv verändern wird. Den eigentlichen Grund für die Staus im Gang sehen sie nämlich im knappen Platz in den Gepäckschalen oberhalb der Sitze, den «Bins». Seitdem die Airlines für jedes aufgegebene Gepäckstück zusätzliche Gebühren verlangen, reicht der Platz auf einem vollbesetzten Mittelstreckenflug nur noch für die Utensilien einer guten Hälfte der rund 200 Passagiere.

Ein weiteres Problem: Viele Fluggäste sind zu Beginn des Boardings noch gar nicht am Flugsteig, sondern hetzen als Umsteiger auf den letzten Drücker zum Flieger. Selbst mit der besten Voreinteilung lässt sich daher nicht verhindern, dass auch ganz am Schluss des Prozesses noch Passagiere mit Fensterplätzen in die Kabine kommen.

Thema Handgepäck wird angegangen

Wer zuletzt kommt, hat dann häufig Probleme, noch eine Lücke zu finden. Im Zweifel wandert sein Gepäck noch in den Frachtraum. «Solange sie nicht endlich das Handgepäck auf eine Menge beschränken, die in den Bins Platz hat, werden auch die ausgeklügeltsten Boarding-Verfahren nichts nützen», unkt beispielsweise ein Vielflieger aus Brüssel.

«Natürlich gehen wir im Zuge der Umstellung auch das Thema Handgepäck an», versichert Scherber. Es gebe inzwischen deutlich mehr Kontrollen und zudem verstärkt Aufforderungen, die Taschen und Rollkoffer doch noch kurz vor Abflug freiwillig und unentgeltlich abzugeben. Doch letztlich behalten viele Menschen ihre Sachen gerne bei sich, auch um am Zielflughafen Zeit zu sparen. Mit dem neuen Boarding-Prozess geht diese Rechnung für Menschen, die gerne am Gang sitzen, wohl seltener auf.

(vro/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • El perro am 05.11.2019 08:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute Idee

    Ist bei anderen Fluggesellschaften schon längst standard. Allerdings sind da die Gruppen nicht optimal organisiert. Das Beste wäre, wenn die hinteren Reihen zuerst einsteigen würden. So ginge es viel schneller, da man so nicht dauernd warten müsste, bis die Leute endlich mal ihr Gepäck verstaut haben.

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  • arlette am 05.11.2019 08:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    chrüsimüsi

    es wird trotzdem jeder passagier einsteigen wann er will. kompletter kindergarten diese gesellschaftsentwicklung!

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  • nonsens am 05.11.2019 08:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Innovativ

    Super und gute Idee. Zeit ist Geld. Zudem wird in Zukunft ja eh alles schneller mit dem Boarding-Verfahren ablaufen, den nach Hochrechnungen werden alle die Grün gewählt haben nach Parteibuch, ja nicht mehr fliegen...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Bennno am 04.12.2019 19:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich nehm die Thai...

    Am Sonntag gehe ich wieder auf Reisen, aber ich nehme die Thai Airways, ist immer ganz freundlich.

  • Globetrotter am 12.11.2019 17:43 Report Diesen Beitrag melden

    Das mit der Handgepäck Ablage

    wäre ja auch kein Problem da es oberhalb jeder Sitzgruppe ein Handgepäckfach gibt sollte dieses NUR von dieser Sitzgruppe belegt werden können!

  • srf1 am 10.11.2019 10:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    TV Dokumentation

    Am kommenden Donnerstag erscheint eine Dokumentation im Fernseher. Ist die Erde wirklich nur noch zwei Grad von einer Klimakatastrophe entfernt? Was: Dok - Der Klimawandel Wo: SRF 1 Wann: 14. November um 20:05 Uhr !!!!!!'''

  • Stemo am 08.11.2019 14:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Boarding und Handgepäck

    Warum können die letzten Plätze nicht zuerst rein, das würde den Stau am Anfang verhindern? Wenn alle begreifen würden das Handgepäck bedeutet nur ein Gepäckstück zu haben und nicht noch mit einer vielzahl anderer Gepäckstücke das zu umgehen und beim Boarding das nicht unterbindet wird, wird es auch für alle nicht ausreichend sein.

    • srf1 am 10.11.2019 10:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Stemo

      Am kommenden Donnerstag erscheint eine Dokumentation im Fernseher. Ist die Erde wirklich nur noch zwei Grad von einer Klimakatastrophe entfernt? Was: Dok - Der Klimawandel Wo: SRF 1 Wann: 14. November um 20:05 Uhr !!!!!!!!!!!+!!!!!!!!!

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  • Melissa35 am 06.11.2019 20:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Handgepäck??

    War soeben gestern mit der Swiss unterwegs. Wie wärs zuerst mal wieder mit der Kontrolle der Anzahl der Handgepäckstücken und deren Grössen. Unglaublich, wie viel da als "Handgepäck" mitgenommen wird und wie verwundert die Leute dann sind, wenn der Riesenkoffer, der grosse Rücksack, der Kleidersack und die Handtasche nicht Platz haben...