Neues Gesetz

01. Juli 2019 20:09; Akt: 01.07.2019 22:01 Print

Ab heute müssen E-Autos künstlich Lärm machen

Seit dem 1. Juli müssen neue E-Autos Motorengeräusche machen. Mit dem Sound-Effekt beschäftigt sich auch ein Hollywoodstar.

So können Elektro-Autos künftig bis 20 km/h tönen.
Zum Thema
Fehler gesehen?

Für Fussgänger sind E-Autos besonders gefährlich. Weil man die Flitzer kaum hört, ist das Unfallrisiko hoch. Das soll sich jetzt ändern. Ab dem 1. Juli müssen alle neuen Elektro- und Hybridautos ein künstliches Motorengeräusch machen. Die neue Regelung gilt sowohl in der EU als auch in der Schweiz.

Umfrage
Finden Sie die neue Regelung für E-Autos gut?

Alle neuen E-Auto-Modelle müssen ab sofort mit dem sogenannten Acoustic Vehicle Alerting System (Avas) ausgerüstet sein. Das gilt auch für Brennstoffzellenfahrzeuge und Hybridautos mit Verbrennungs- und Elektromotor. Ab Mitte 2021 dürfen auch ältere Modelle nur noch mit Avas verkauft werden. Bereits im Verkehr stehende Modelle müssen aber nicht nachgerüstet werden. Einige Elektro- und Hybrid-Fahrzeuge fahren bereits mit einer Art Avas herum, der Ton ist jedoch noch abschaltbar.

Genaue Vorgaben

Für die akustische Warneinrichtung Avas gibt es laut dem Bundesamt für Strassen (Astra) genaue Vorgaben: Sie muss einen motorenähnlichen Fahrton erzeugen, beim Beschleunigen soll sich die Tonlage von einer tiefen zu einer höheren Frequenz verändern.

Der Fahrton kann allerdings je nach Hersteller etwas variieren. Oft klingt er futuristisch (siehe Video oben). Das Warngeräusch muss zwischen 55 und 75 Dezibel laut sein, vergleichbar mit einem Mofa. Laut Astra sei es aber leiser als bei einem Benzin- oder Dieselmotor. Zudem muss das künstliche Fahrgeräusch zwingend beim Rückwärtsfahren und vorwärts bis 20 km/h ertönen. «Bei höheren Tempi hört man – wie bei allen anderen Autos auch – vorwiegend nur noch das Reifengeräusch», sagt Astra-Sprecher Guido Bielmann.

Hollywood-Star komponiert für BMW

Vorgeschrieben sind mindestens zwei Terzbänder, eines davon mit weniger als 1600 Hertz, damit auch Senioren mit schlechtem Gehör frühzeitig auf das sich nähernde Fahrzeug aufmerksam werden.

Mit dem künstlichen Motorengeräusch beschäftigt sich auch ein Hollywood-Star: Oscar-Preisträger und Filmmusik-Komponist Hans Zimmer hat für den Autohersteller BMW an einem Sound-Effekt für das Konzeptauto Visio M Next herumgetüftelt. Der Deutsche hat bereits die Musik für Blockbuster wie «Pearl Harbor», «Mission Impossible II» oder «Gladiator» komponiert.

Wie der Motorensound von Zimmer klingt, hören Sie hier

(dob)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • E-Mobilität jetzt! am 01.07.2019 22:06 Report Diesen Beitrag melden

    Null Verständnis dafür.

    Nebst fehlenden Stickoxid-, Feinstaub- und sonstigen gesundheitschädlichen Emissonen sind fehlende Lärmemissionen doch genau auch ein grosses Plus. Liegt es nicht in der Verantwortung des Autofahrers, dass er sein Fahrzeug so unter Kontrolle hat, dass er niemanden gefährdet? Und liegt es nicht in der Verantwortung des Fussgängers, dass er nicht aprupt vor/hinter ein Auto springt und sich nicht in Gefahr bringt? Diese Verantwortung auf künstlichen Lärm abzuwälzen halte ich für kompletten Irrsinn!

    einklappen einklappen
  • Dino Schön am 01.07.2019 22:10 Report Diesen Beitrag melden

    Lärm

    Hätte ich ein E-Auto, meines würde Jodeln!

    einklappen einklappen
  • Automobilist am 01.07.2019 23:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Absoluter Behördenschwachsinn

    Zuerst die Diesel/Benziner FZ auf 30km/Ausbremsen. Grund: Lärmreduktion. Danach die Stromer künstlich lauter machen. Traumschiff Enterprise lässt grüssen. Kürzt diesen Behörden Sesselwärmer endlich das Gehalt...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Andi A. am 08.07.2019 17:18 Report Diesen Beitrag melden

    Umwelt

    Das Problem liegt leider bei der geistigen Verarmung der Fussgänger vor allem in den Städten. Meist bestückt mit riesigen Kopfhörern und unter Dauerbeschallung bekommen sie von ihrer Umwelt kaum noch etwas mit. Da sie sich immer im Recht fühlen, sehen sie sich auch nicht veranlasst wachsam durch die Strassen zu gehen. Knallts dann mal, sind sie dann in der Opferrolle und die Anderen sind schuld.

  • Mira am 03.07.2019 12:07 Report Diesen Beitrag melden

    Velos machen auch keinen Lärm

    Ich fände es besser, die Fussgänger entsprechend zu sensibilisieren, dass sie beim Überqueren der Strasse auch auf die Strasse schauen. Ich fahre täglich Velo und auf einer bestimmten Strecke ca. 50 m lang, am Anfang und am Ende ein Fussgängerstreifen, laufen die meisten Leute trotzdem in der Mitte der Strecke über die Strasse. Der erste Fuss ist dann meistens schon auf dem Veloweg, bevor man überhaupt mal den Kopf hebt und in Richtung Verkehr schaut. Schon 3 Kollisionen musste ich durch schnelle Reaktion verhindern, zig Kollisionen habe ich durch vorausschauendes Läuten verhindert.

  • Carmen am 03.07.2019 11:37 Report Diesen Beitrag melden

    Gewöhnung

    Die Leute sollen sich daran gewöhnen mit den Augen durch den Verkehr zu gehen und nicht mit dem Gehör. Es sind ja nicht nur e-Autos nicht man nicht mehr hört es sind auch auch E-Bikes, E-Roller und überhaupt alles E-Zeugs. Also absolut hirnrissige Idee den Autos künstlichen Lärm zu verpassen.

    • Bruno am 03.07.2019 13:41 Report Diesen Beitrag melden

      Behinderung

      @Carmen, auch schon etwas von Blinden gehört, also ich meine diese Menschen die nicht mehr gut oder gar nicht sehen können und auf das Gehör angewiesen sind.

    • Pablo am 03.07.2019 15:44 Report Diesen Beitrag melden

      @Bruno

      Diese Menschen benehmen sich aber richtig im vergleich zu den "Gesunden" Menschen.

    • Triathlet am 04.07.2019 08:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bruno

      Gerade die Blinden laufen nicht einfach blind über die Strasse! Es sind die rücksichtslosen Handygaffer, welche ihr Fussgänger- Vortrittsrecht um jeden Preis durchwürgen wollen, die gefährlich sind! Ein Irrwitz: wieder einmal gibt's ein Gesetz aufgrund wenigen Idioten!

    • kiki am 04.07.2019 14:15 Report Diesen Beitrag melden

      Blindenstock mit Sensor

      Das wäre auch eine Möglichkeit. Nicht umgekehrt.

    einklappen einklappen
  • SL am 03.07.2019 11:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wildtiere

    Künstlicher Lärm klingt zwar unsinnig und wenn es nur um Fußgänger ginge würde ich auch sagen Augen auf... aber Wildtiere sind durch die leisen E-Autos enorm gefährdet und deshalb macht das Motorengeräusch trotzdem Sinn

    • Mira am 03.07.2019 12:08 Report Diesen Beitrag melden

      Welche Wildtiere?

      Die gibt es in der Schweiz ja kaum noch.

    • Bündner am 03.07.2019 13:45 Report Diesen Beitrag melden

      Bringt nichts....

      "Zudem muss das künstliche Fahrgeräusch zwingend beim Rückwärtsfahren und vorwärts bis 20 km/h ertönen." Den Wildtieren bringt das gar nichts oder Fahren sie mit 20kmh über den Albulapass oder bei Buffalora?

    • Martial2 am 06.07.2019 11:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mira

      Im Wald gibt's ja Wildtiere, auf den Strassen gibt's auch Wildsäue...

    einklappen einklappen
  • Alfmann am 03.07.2019 09:31 Report Diesen Beitrag melden

    Viel Lärm um nichts!

    Mal heisst es, der Verkehr verursache zu viel Lärm, dann sind die E-Autos zu leise (Trolleybusse sind zum Glück schon lange sehr leise), dann sind die Reifen der E-Autos zu laut, uns jetzt braucht es Lärmgeneratoren? Wenn da noch jemand durchblickt!

    • Rigorosa am 03.07.2019 12:57 Report Diesen Beitrag melden

      Hells Bells

      Man kaufe ein E-Auto, montiere andere Reifen, lege eine AC/DC-CD ein und drehe das Radio voll auf. Dazu noch ein Aufkleber "Ich bin ein Trolleybus".Dann wären wohl alle Punkte erfüllt.

    einklappen einklappen