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03. Februar 2011 22:52; Akt: 03.02.2011 22:24 Print

Abgabe von Gratisbinden gestoppt

von Zora Schaad - Handys, Lose, Abfallsäcke: Die Strategie der Post wird immer diffuser. Die Abgabe von Monatsbinden wurde im letzten Moment gestoppt.

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Der Weg der Post zum Gemischtwarenladen hat mit Papeterieartikeln und Vignetten begonnen. Heute verkauft der gelbe Riese auch Süssigkeiten und Handys und gibt Gratismuster wie etwa Katzenfutter ab. Das Unternehmen setzt laut Sprecher Oliver Flüeler jährlich 500 Millionen Franken mit Drittprodukten um.

Nun zeigen Dokumente, die 20 Minuten vorliegen, dass von einer Rückbesinnung auf Briefe, Pakete und Zahlungsverkehr keine Rede sein kann – im Gegenteil: Die Post wollte letzte Woche damit beginnen, Binden am Schalter gratis abzugeben. Die Aktion wurde nur drei Tage vor Beginn gestoppt und die Mitarbeiter angewiesen, die bereitliegenden Slip­ein­lagen nicht zu verteilen. Flüeler äussert sich nicht zum Gesinnungswechsel. «Wir haben den Auftrag als kritisch empfunden und den Kunden darüber informiert.»

Die Binden-Abgabe und generell die grosse, postferne Produktepalette ist heftig umstritten. André Bähler von der Stiftung für Konsumentenschutz fordert, dass sich die Post auf ihr Kerngeschäft beschränken und Schalterkunden nicht bedrängen solle. «Die Post ist eine Monopolistin, der Kunde hat keine Alternative.» Als «kleiner Sieg der Unzufriedenen» wertet Gewerkschafter Andreas Keller den Entscheid.