Sonova

16. März 2011 11:56; Akt: 16.03.2011 14:20 Print

Absturz der Aktie nach Gewinnwarnung

Der Stäfner Hörgerätehersteller Sonova hat seine Gewinn- und Umsatzziele für das laufende Geschäftsjahr 2010/1011 nach unten korrigiert.

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Das Hörimplantat HiRes 90K musste Sonova zurückrufen. (Bild: Keystone)

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Der Rückruf eines Produkts und Probleme im US-Markt belasten das Ergebnis von Sonova. Insgesamt dürfte der Umsatz um 105 bis 115 Mio. Fr. schlechter ausfallen als erwartet, heisst es in einer Mitteilung des Schweizer Hörgeräteherstellers. Das Unternehmen erwartet dennoch einen im Vergleich zum Vorjahr leicht besseren Umsatz von 1,6 Mrd. Franken. 2009/2010 hatte er noch 1,5 Mrd. Fr. betragen.

Der Rückruf eines Hörimplantats führt gemäss Mitteilung des Unternehmens zu Umsatzeinbussen von rund 65 Mio. Fr. im laufenden Geschäftsjahr. Wie stark dies den Gewinn schmälern dürfte, wollte Sonova-Sprecher Holger Schimanke auf Anfrage nicht bekannt geben.

Bis jetzt keine Klagen

Im vergangenen November sprach Sonova von 28 000 Menschen, die sich die Hörhilfe ins Ohr implantieren liessen. Klagen seien bisher aber nicht eingegangen, sagte Schimanke weiter.

Als Folge des Produktrückrufs beim US-Tochterunternehmen Advanced Bionics muss der zugehörige Goodwill in der Bilanz angepasst werden. Sonova erwartet eine Wertberichtigung in der Höhe von 150 bis 200 Mio. Franken. Diese wird im vergangenen Geschäftsjahr verbucht und belastet das laufende Jahr nicht.

Zusätzlich zum Produktrückruf des Hörimplantats erwartet das Unternehmen auch im Hörgerätegeschäft rund 40 bis 50 Mio. Fr. weniger Umsatz. Das Sonova-Ergebnis wird dabei etwa von der verzögerten Einführung eines neuen Produktes in den USA belastet. Das Produkt habe die regulatorischen Hürden nun aber genommen und sei seit Ende 2010 auf dem Markt, hiess es.

Verunsicherung bei den Anlegern

An der Schweizer Börse geriet die Sonova-Aktie stark unter Druck. Wegen der Gewinnwarnung rutschte der Titel kurz vor Mittwoch Mittag über 18 Prozent ins Minus.

Wie stark die Gewinnziele im Geschäftsjahr 2010/2011 tatsächlich verfehlt werden, erfahren die Aktionäre am 24. Mai. Der Hörgerätehersteller schliesst das Geschäftsjahr Ende März ab.

(sda)