Argentinien

03. März 2011 11:05; Akt: 03.03.2011 11:49 Print

Adecco will sich um «Sklaven» kümmern

Stellenvermittler Adecco äussert sich zu dem in Argentinien losgetretenen Skandal um vermittelte Sklavenarbeiter. Das Unternehmen fühlt sich verantwortlich.

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Der Stellenvermittler Adecco gelobt Besserung im Umgang mit seinen argentinischen Leiharbeitern. Konzernchef Patrick De Maeseneire bestätigte, dass im südamerikanischen Land zum Teil schlechte Arbeitsbedingungen herrschten, nachdem dies 20 Minuten Online publik gemacht hatte.

In Argentinien hatte die Razzia in sechs lokalen Vertretungen des Schweizer Arbeitsvermittlers Adecco einen grossen Skandal losgetreten. 140 von Adecco Argentina S.A. vermittelte Arbeiter wurden in katastrophalen Verhältnissen untergebracht. In den Wellblechbaracken ohne Strom und Wasser lebten auch deren Frauen und Kinder.

«Trotzdem fühlen wir uns auch verantwortlich»

Für die miserable Lage in den Unterkünften von Arbeitern, die Adecco einem multinationalen Konzern vermittelt hatte, ist der Stellenvermittler rechtlich nicht verantwortlich. Die Unterbringung der Zeitarbeiter sei Sache des Kunden, betonte De Maeseneire im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA.

«Trotzdem fühlen wir uns auch verantwortlich für diese Arbeitskräfte», sagte der Konzernchef. Adecco prüfe deshalb, ob die Qualität der Unterbringung von Zeitarbeitern in die Verträge mit den Kunden aufgenommen werden könnte, sagte De Maeseneire am Donnerstag.

(kle/aeg/sda)