Werbeunternehmen

02. März 2011 07:47; Akt: 02.03.2011 07:51 Print

Affichage zahlt Lehrgeld für Auslandexpansion

Die gescheiterte Ausland-Expansion namentlich in Griechenland kommt das Werbeunternehmen Affichage teuer zu stehen. Das Geschäftsjahr 2010 endet mit einem Verlust von 52,3 Mio. Franken.

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Der Umsatz fiel um 10,5 Prozent auf 304,3 Mio. Franken, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Darin schlugen sich die allgemein negative Entwicklung im Ausland und Währungseffekte nieder.

Der Reinverlust ist von Wertberichtigungen bei den Auslandsaktivitäten geprägt. Sie kosteten Affichage 70,8 Mio. Franken. Ohne diese Abschreiber hätte ein Gewinn von 15,1 Mio. Fr. herausgeschaut. Bereits im Vorjahr hatte Affichage 82,6 Mio. Fr. abschreiben müssen, was zu einem Konzernverlust von 59,1 Mio. Fr. führte.

Beim Betriebsergebnis (EBIT) resultierte 2010 ein Verlust von 39,1 Mio. Fr. (Vorjahr: -65,2 Mio.). Der Auslandumsatz schrumpfte um fast die Hälfte auf 45,2 Mio. Franken.

Gescheitert oder zumindest enttäuschend

Die Bilanz des Auslandengagements fällt entsprechend bitter aus: Die Akquisitionen müssten «als gescheitert oder zumindest als enttäuschend qualifiziert werden». Das betrifft den Angaben zufolge nicht nur Griechenland, sondern diverse osteuropäische Länder mit Ausnahme Serbiens. Affichage setzt den Rückzug darum fort.

Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung erneut den Verzicht auf eine Dividende vor. Solange das so ist, verzichtet auch der Verwaltungsrat auf seine Honorare. Das Unternehmen will sein Eigenkapital stärken.

Das unglückliche Auslandengagement ausgeklammert, entwickelte sich Affichage in der Schweiz nach eigenen Angaben den Erwartungen entsprechend. Der Umsatz stieg um 3,6 Prozent auf 259 Mio. Franken. Darin spiegeln sich das Kostenmanagement und die ersten Auswirkungen der neuen Struktur.

Den Heimmarkt beurteilt Affichage im Ausblick positiv, nicht zuletzt wegen des Wahljahrs. Seit Jahresbeginn wird das Tochterunternehmen APG direkt durch die Affichage-Leitung geführt. Zudem wurden diverse Bereiche zusammengefasst.

Klagen hängig

Das Auslandengagement hat für Affichage neben den wirtschaftlichen auch juristische Konsequenzen. Zwei Aktionäre haben in Genf eine Klage gegen einzelne frühere und heutige Organvertreter eingereicht. Affichage selbst klagte gegen den ehemaligen Geschäftspartner in Griechenland.

(sda)